Stadtmuseum nach elf Jahren wieder geöffnet – Modernes Konzept begeistert erste Besucher

Bühne frei für die Stadtgeschichte

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Die „Vertonung“ von Textilmustern von Sprechkünstler Sebastian Fuchs war eines der Highlights der Eröffnung.

Kaufbeuren – Mehr als ein Jahrzehnt mussten die Kaufbeurer auf „ihr“ Museum verzichten, doch am vergangenen Freitag zeigte sich: Das Warten hat sich gelohnt. In Rahmen einer groß angelegten Eröffnungsfeier erfuhren die Gäste zuerst einiges über die Neugestaltung, dann ging es zur Besichtigung.

Gleichzeitig ein Finale und eine Premiere war die offizielle Eröffnung des Kaufbeurer Stadtmuseums am vergangenen Freitag. Ein Finale, weil die jahrelange Sanierungs-, Bau- und Konzeptionie- rungsarbeiten jetzt ihr Ende gefunden haben – und eine Premiere, weil das Stadtmuseum seit Freitag in seiner neuen Gestalt auf über 1.000 Quadratmetern den Besuchern offen steht. 

Gefeiert wurde die Eröffnung gebührend mit hunderten Gästen, die, auf drei Einzelveranstaltungen aufgeteilt, zuerst im Stadttheater ein kurzweiliges Programm mit vielen Infos verfolgten und danach im gemeinsamen Marsch durch die Stadt bei strahlendem Wetter viele Passanten auf die Eröffnung neugierig machten. Die Berliner Filmproduzentin, Moderatorin und Journalistin Andrea Thilo führte die Gäste im fast voll besetzten Stadttheater humorvoll durch das Programm, das unter anderem eine kurze Historie des Stadtmuseums und dessen Neugestaltung enthielt, witzig illustriert mit den „fleißigen Ameisen“ vom Maler und Kemptener Kulturpreisträger Oliver Kromm. Überhaupt hatten sich Museumsleiterin Dr. Astrid Pellengahr und ihr Team größte Mühe gegeben, die Museumseröffnung ebenso kurzweilig, modern und ansprechend zu gestalten, wie das zukünftige Museumskonzept. Einen Vorgeschmack darauf, wie die Stadtgeschichte zukünftig mit „allen Sinnen erfahrbar“ sein soll, gab auch Sprechkünstler Sebastian Fuchs, der für die Anwesenden mehrere im Museum ausgestellte, historische Textilmuster „vertonte“ und zeigte, dass eine Farbe oder ein Muster tatsächlich „hörbar“ werden können. Auch der bekannte Kabarettist Wolfgang Krebs erwies dem Stadtmuseum seine „humoristische Ehre“. 

Dank an Unterstützer 

Die Besucher erwarten im neuen Stadtmuseum nicht mehr nur Regale voller Antiquitäten, sondern spannende Themenbereiche, die durch interaktive Medienstationen aufgelockert wer- den und jeder Besucher durch geschickt „dosierte“ und platzierte Information selbst entscheiden kann, wie tief er in die Thematik eindringen will. Denn, so hat Astrid Pellengahr schon im Laufe der vergangenen Monate immer wieder betont: „Nur Exponate in einer Reihe aufstellen und dazu reihenweise Fakten und Daten – das funktioniert heute nicht mehr“. Stattdessen, so betonte auch der Kaufbeurer Oberbürgermeister Stefan Bosse am Freitag auf der Bühne des Stadttheaters gegenüber Andrea Thilo: „Wir wünschen uns das Stadtmuseum als kreative Keimzelle, in der Gesellschaft verankert und von der Gesellschaft getragen“. Oder, wie es Prof. Dr. Gisela Weiß von der HTWK Leipzig, in wenigen Worten zusammenfasste: „Objekte im Museum sind keine toten Dinge, sondern sie sind im Museum, weil wir mit ihnen die Geschichte von Menschen verbinden“. 

Bosse dankte in diesem Sinne auch den Anwohnern und Geschäftsinhabern rund um die Baustelle am Kaisergässchen, die, so der Rathauschef, doch die eine oder andere Unannehmlichkeit in Kauf nehmen mussten. Zu Gast auf der Bühne war auch der Kaufbeurer CSU-Landtagsabgeordnete und bayerische Finanz-Staatssekretär Franz-Josef Pschierer, der – im „privaten Rahmen“ des Stadttheaters – gestand, er habe Museumsbesuche „im Kindesalter immer als eine Strafe empfunden“. Die Schließung des Stadtmuseums im Jahre 2002 aufgrund der Baufälligkeit des Gebäudes habe er aber trotzdem „nicht auf sich sitzen lassen“ wollen. 

Deutlich wurde bei der Eröffnungsveranstaltung aber auch: Einen wichtigen Beitrag zur Realisierung des neuen Stadtmuseums haben nicht zuletzt die Kaufbeurer Bürger geleistet. Andrea Thilo hob aus den vielen Spendern vor allem Fritz Kutter und Bernd Kuhn hervor, die sich durch Spendenbeiträge in sechsstelligen Höhen um die Institution verdient gemacht haben. „Es gibt gefühlte 100 Firmen und 700 Menschen, denen ich danken muss“, würdigte Dr. Pellengahr aber jeden großen oder kleinen Beitrag, den die verschiedene Unterstützer des Projekts geleistet haben. von Michaela Frisch

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