"ESVK bleibt ESVK!"

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Der Geschäftsführende Vorstand des ESVK, Karl-Heinz Kielhorn, will den Verein und die Profimannschaft durch strukturelle Veränderungen neu aufstellen und zukunftsfähig machen.

Kaufbeuren – Die Mitglieder des ESV Kaufbeuren stimmen am Donnerstag (26. März) darüber ab, wie es mit dem Verein künftig weitergehen soll.

Geht es nach den Verantwortlichen, so wollen sie bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung in der Zeppelinhalle ihre wesentlichen Gründe und auch Vorteile darlegen, warum es notwendig ist, zügig den Profibereich des ESVK – also die erste Mannschaft – in eine GmbH umzuwandeln. Um vorab die Verunsicherung bei den Fans und Anhängern des ESV Kaufbeuren abzulegen, hat sich der Kreisbote mit Karl-Heinz Kielhorn, dem Geschäftsführenden Vorstand bei den Jokern unterhalten. 

Warum ist dieser Schritt notwendig? 

Kielhorn: „Die vergangenen zwei, drei Jahre haben uns intensiv vor Augen geführt, dass wir Veränderungen vornehmen müssen, um den Verein wirtschaftlich und strukturell zukunftsfähig zu machen. Wir haben uns dabei auch von Experten beraten lassen. Alle anderen Mannschaften verbleiben übrigens im e.V. (eingetragener Verein).“ 

Welche Vorteile bietet die GmbH? 

Kielhorn: „Hauptgrund ist: Wir wollen die Zukunft des Stammvereins sichern, ihn unabhängiger vom wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg des Profibereichs machen. Bei einer möglichen Insolvenz würde das den Stammverein nicht betreffen. Durch diese Maßnahmen soll ein solches Szenario vermieden werden. Allein ehrenamtlich einen Profibereich zu führen und zu verantworten ist nicht mehr zeitgemäß und zielführend. Zum anderen schaffen wir Strukturen, die den ESVK wesentlich interessanter für Investoren machen.“ 

Warum sollte durch eine GmbH ein größerer wirtschaftlicher Erfolg eintreten? 

Kielhorn: „Verbesserte Strukturen machen uns interessanter für die Wirtschaft. Einen Beweis dafür sieht man schon jetzt bei den zukünftigen Gesellschaftern der GmbH, die wir den Mitgliedern natürlich auf der Mitgliederversammlung vorstellen werden. Um dauerhaft im Profisport eine Rolle zu spielen, benötigen wir mehr Kapital. Dies geht fast nur über die Ausgliederung in eine GmbH.“ 

In der Historie des ESVK hat es schon einmal eine GmbH gegeben. Gibt es einen Unterschied zwischen den jetzigen GmbH-Konzepten und den damaligen der Adler-Zeit? 

Kielhorn: „Es wird einen deutlichen Unterschied geben. Die Verzahnung zwischen Verein und GmbH wird dieses Mal deutlicher im Zuge eines Kooperationsvertrages geregelt. Dadurch wird die GmbH ganz klar auch für die finanzielle Unterstützung des Vereins, der Ausbildung zukünftiger Profis zuständig sein. Der zu erstellende Kooperationsvertrag wird das ,Herzstück’ der Organisation für den Eishockey in Kaufbeuren sein. Ohne eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit hat der Profibereich wenig Chancen – ohne erfolgreichen Profibereich leidet die Nachwuchsarbeit erheblich. Die Gesellschafter werden einen Geschäftsführer für die GmbH bestellen, der eng gemäß Kooperationsvertrag mit dem Verein zusammen arbeiten wird.“ 

Welche Aufgaben übernimmt die jetzige Vorstandschaft in dem neuen Konstrukt? 

Kielhorn: „Wenn es nach uns geht, sollte der Vereins-Vorstand in seiner jetzigen Struktur fortbestehen. Dies beinhaltet auch, dass kein neuer Präsident gesucht werden müsste. Aber all das entscheiden natürlich im Mai die Mitglieder. Insgesamt behält der jetzige Vorstand im Wesentlichen seine Aufgaben, aber eben in Ergänzung um den Geschäftsführer der GmbH. Als einer der geschäftsführenden Vorstände würde ich auch einer der vier Gesellschafter der GmbH werden. Insofern wird auch hier eine enge Verzahnung von beiden Bereichen erfolgen.“ 

Gibt es Gründe, warum die Fans und Mitglieder Angst vor einer GmbH haben könnten? 

Kielhorn: „Der Kooperationsvertrag zwischen dem e.V. und der GmbH wird alles Wichtige regeln. Unter anderem: die wirtschaftliche Sicherung, die Sicherung des Namens und der Identität des ESVK und nicht zu vergessen die gerechte und effektive Verteilung sämtlicher Ressourcen. Auch ein von uns hinzugezogener Fachanwalt sieht diesen Schritt als absolut notwendig an und begleitet uns auf diesem Weg professionell.“ 

Glauben Sie, dass sich die Fans mit dem neuen „ESVK“ identifizieren können? 

Kielhorn: „Es wird in dem Sinne ja keinen neuen ESVK geben. Die neue Gesellschaft soll ESVK Betriebs-GmbH heißen. Dadurch stellt sich die Frage der Identifikation nicht. ESVK bleibt ESVK.“ 

Die Mitglieder dürfen auf der Versammlung über die Umwandlung abstimmen. Was passiert, wenn deren Votum gegen die Umwandlung ausfallen sollte? 

Kielhorn: „Dies mag ich mir gar nicht vorstellen, denn das würde die Zukunft des ESVK massiv gefährden. Viele Vereine sind diesen Schritt schon lange vor uns gegangen. Die gewaltigen Herausforderungen der letzten drei Jahre hatten dazu geführt, dass wir uns erst um vieles andere kümmern mussten. Doch nun wird es Zeit, denn dieser Weg ist ohne wirkliche Alternative. Fatale Folgen könnten sein, dass dann sowohl der GmbH als auch dem Verein organisatorisch wie auch finanziell erhebliche Nachteile entstehen könnten.“

Vielen Dank!

Das Interview führte Stefan Günter

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