"Kunstwerk geschaffen"

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Lukas Tölitzsch versucht sich beim Musikunterricht am Schlagzeug, begleitet vom rhythmischen Klatschen der anderen Studierenden.

Kaufbeuren – Wie ein weiterer Mosaikstein fügt sich die Fachakademie für Sozialpädagogik in der Adolph-Kolpingstraße in die Kaufbeurer Schullandschaft mit staatlichen Berufsschulen und Berufsfachschulen ein. Seit Beginn des Schuljahres 2015/ 16 besuchen 29 Studierende diese Fachakademie. Jetzt war es für die Verantwortlichen an der Zeit eine große Auftaktveranstaltung zu zelebrieren.

Das Symbol des Mosaiksteins wählte Cornelia Nieberle-Schreiegg, kommissarische Schulleiterin, zu Beginn der Veranstaltung. Die Fachakademie sei eine „hervorragende Ergänzung” zu den bestehenden Berufsschulen in Kaufbeuren. Man habe mit der Einrichtung quasi „ein Kunstwerk geschaffen” und die Lücke zwischen Augsburg und Kempten in diesem Bereich geschlossen. Den Studierenden überreichte sie jeweils Armbänder mit vier Steinen und einer Perle in Anlehnung an die bereits bestehenden Berufsschulen in Kaufbeuren. 

Oberbürgermeister Stefan Bosse lobte den Einsatz des Staatssekretärs Franz Josef Pschierer für die Fachakademie am Standort Kaufbeuren. Nachdem bekannt wurde, dass Kultusminister Ludwig Spaenle im Herbst letzten Jahres die Einrichtung genehmigt hatte, seien viele junge Meschen auf ihn zugekommen und hätten sich über die Akademie informiert. Das Interesse und die Nachfrage seien also hoch und junge Leute „bereit, diese qualifizierte Ausbildung zu durchlaufen”, zumal immer mehr Angebote für die (Klein-)Kindbetreuung geschaffen würden. 

Getreu dem Motto „Totgeglaubte leben länger” zeige das Gebäude der Fachakademie sein neues Gesicht, so Bosse. Entgegen früherer Abbruchgedanken habe hier eine „Renaissance” stattgefunden und das mit Vollauslastung. 

Pschierer bedauerte den Umstand, dass in Deutschland der „Dienst am Menschen” nicht so hoch angesehen sei, wie andere Berufe. Diese Einrichtung aber werte das Berufsbild des Erziehers auf und die Entscheidung für den Standort sei die richtige gewesen. 

In der Kaufbeurer Fachakademie arbeitet man mit einem „relativ neuen Lehrplan”, nach dem sich alle deutschen Bundesländer richten, erklärte Christine Hefer, Ministerialrätin im Kultusministerium. Die Studierenden sollen hier lernen, sich selbst zu reflektieren und das eigene Handeln zu hinterfragen. Ein Profi treffe anhand objektiver Theorien seine Enscheidungen. 

Was veranlasste die 29 Studierenden, diese Richtung einzuschlagen und an die Kaufbeurer Fachakademie zu gehen? Wo sehen sie sich in der Zukunft? Dazu befragte Klassenleiter Ferdinand Pech vier seiner Studierenden auf der Bühne. 

Lukas Trölitzsch hat „mal in einen Kindergarten reingeschnuppert” und sich dann dazu entschieden, Erzieher zu werden. Er könne sich vorstellen, als Leiter in einem Kindergarten zu arbeiten. 

Verena Dokic konnte in Kempten schon praktische Erfahrung sammeln und möchte zukünftig mit Kleinkindern arbeiten. 

Die Kinderpfegeschule in Kaufbeuren hat Madalina Otros bereits besucht – nur konsequent, dass sie jetzt in Kaufbeuren weitermacht. Sie findet besonders den integrativen Bereich interessant, wo sie auch schon ein Praktikum absolviert hat. 

Und Marco Köbler hat nach seiner Kinderpflegerausbildung in Augsburg schon viel Erfahrung in fast allen Bereichen der Kinderpflege gemacht, möchte sich jetzt aber noch nicht festlegen, wohin es ihn nach der Zeit an der Fachakademie verschlägt. 

Sachaufwandsträger ist die Stadt Kaufbeuren und sorgt für die Ausstattung und IT. Der Staat ist für die Bereitstellung der Lehrkräfte und Lehrinhalte verantwortlich. Die Fachakademie hat zukünftig eine Klasse pro Jahrgang, momentan nur die „erste” Klasse. Der Besuch dauert drei Jahre und gliedert sich in eine überwiegend theoretische Ausbildung von zwei Studienjahren und ein anschließendes von der Fachakademie begleitetes einjähriges Berufspraktikum. 

Bei erfolgreichem Ausbildungsabschluss wird die Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannte Erzieherin“ beziehungsweise „Staatlich anerkannter Erzieher“ verliehen.

von Martina Staudinger

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