Steuerungsgruppe sucht noch Unterstützer

Auf dem Weg zur Fair Trade Stadt

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Marita Knauer (v. li.), Manfred Pfänder und Silvia Wolf möchten als Steuerungsgruppe die Stadt Kaufbeuren zur „Fairtrade-Stadt” machen.

Kaufbeuren – Ein Zeichen für eine gerechtere Welt mit besseren Produktions- und Arbeitsbedingungen setzen so- wie soziale und umweltschonende Herstellungsstrukturen fördern – das ist das Ziel von Marita Knauer, Stadträtin von den Grünen, Silvia Wolf von Ethical Fashion und Manfred Pfänder vom Weltladen. Sie möchten Kaufbeuren zu einer „Fairen Stadt“ machen. Im März soll das Thema in den Stadtrat. Andere Allgäuer Städte wie Füssen oder Marktoberdorf sind bereits als Fairtrade Towns ausgezeichnet.

Fast jeder kennt es aus dem Supermarkt, das „Fairtrade-Siegel“. Die Nichtregierungs-Organisation (NGO) vergibt unter anderem an Städte und Kommunen das Siegel „Fairtrade Town“ für Städte, die den gerechten Handel aktiv fördern. Im Dezember 2014 gründeten nun in Kaufbeuren Silvia Wolf, Manfred Pfänder und Marita Knauer eine Steuerungsgruppe in Kaufbeuren, um den Titel „Fairtrade-own” für ihre Heimatstadt zu bekommen. 

Die Gruppe koordiniert derzeit die Aktivitäten, die in der Stadt stattfinden sollen und kümmert sich um die Vernetzung mit anderen „fairen Städten“ wie Marktoberdorf, Füssen, Sonthofen, Bad Wörishofen oder Landsberg. Die drei Initiatoren möchten damit „soziale Verantwortung übernehmen und Kaufbeuren zum Vorbild machen, damit die Welt etwas gerechter wird“. Aber was heißt eigentlich fairer Handel? Fairer Handel steht für das Verbot von illegaler Kinder- und Zwangsarbeit, für menschenwürdige Arbeitsbedingungen, umweltschonenden Anbau, langfristige Handelsbeziehungen mit garantierten Mindestpreisen, Zugang zu Bildung und Vorfinanzierung der Produktion. Kleinbauern werden unterstützt und die Armut bekämpft. 

Die Steuerungsgruppe ist sich sicher, dass der Titel „Fairtrade-Stadt” einen Imagegewinn für Kaufbeuren bedeuten würde. Selbst Oberbürgermeister Stefan Bosse ist „ein Fan” und kauft faire Produkte, wie die Initiatoren bei einem Gespräch erfuhren. Ein Stadtratsbeschluss soll von Seiten der Grünen in Kürze beantragt werden. Erst wenn eine Kommune die fünf Mindestkriterien (siehe Infokasten) erfüllt, kann sie sich bei Fairtrade Deutschland um die Auszeichnung als „Fairtrade-Town“ bewerben, der Titel gilt dann vorerst für zwei Jahre. Weitere Unterstützer und Kooperationspartner aus Gastronomie, Handel, Kultus und Kirche werden von der Steuerungsgruppe derzeit noch gesucht. Infos dazu gibt es per E-Mail unterfair-trade-stadt-kfb@web.de. von Martina Staudinger/Michaela Frisch

Fünf Kriterien zu erfüllen

• Ratsbeschluss Die Kommune verabschiedet einen Ratsbeschluss zur Unterstützung des Fairen Handels. Bei allen öffentlichen Sitzungen wird fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt ausgeschenkt. 

• Fairtrade-Produkte im Sortiment In neun lokalen Einzelhandelsgeschäften und fünf Gastronomiebetrieben in Kauf- beuren werden mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten. 

• Zivilgesellschaft Produkte aus fairem Handel werden in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen verwendet. Darüber hinaus werden Bildungsaktivitäten zum Thema Fairer Handel umgesetzt. 

• Steuerungsgruppe Eine lokale Steuerungsgruppe wird gebildet, die auf dem Weg zur Fairtrade-Town die Aktivitäten vor Ort koordiniert. Diese Gruppe besteht aus mindestens drei Personen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft. 

• Medien Die örtlichen Medien berichten über alle Aktivitäten auf dem Weg Kaufbeurens zur Fairtrade-Town.


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