Der Weg zum Familienzentrum

Aber grias di, aber grias di, i hob di so gern: Diakon Elmar Schmid, Pfarrer Klaus Dinkel und Bürgermeister Werner Himmer bei Spiel und Gesang in St. Magnus. Fotos: Reinelt

Mit dem wunderschönen Kinderlied „Aber grias di, aber grias di, i hob di so gern“ begrüßten die Kinder die geladenen Gäste in der „Turnhalle“ von St. Magnus. Und natürlich wurden nach ein paar Strophen die Erwachsenen von den Kindern zum Mitmachen und Mitsingen in die Mitte geholt, was den Älteren wegen der unterschiedlichen Körpergröße sichtlich Probleme bereitete. Zum Auftakt der Jubiläumsfeier „50 Jahre Kindergarten St. Magnus“ hieß die Leiterin des Familienzentrums, Caroline Baur, die Anwesenden herzlich willkommen und stellte die Frage, ob man mit fünfzig alt oder jung sei. Sie gab auch gleich die Antwort, indem sie feststellte, dass nach ihrer Auffassung die Einrichtung sich ganz gut gehalten habe, in der Mitte des Lebens stehe und noch lange nicht zum alten Eisen gehöre.

Die langjährige Leiterin Siegrid Bornhof erzählte einige lustige Geschichten rund um St. Magnus, die sie während ihrer Tätigkeit im Kindergarten erlebt hatte: „Besuchte der Geistliche Rat Wanner den Kindergarten, hieß es immer, der Heilige Geist kommt“. Verwundert war sie über eine türkische Familie, weil der Vater des Kindes zur Feier in den Gruppenraum marschierte, die Mutter aber in der Garderobe warten musste. Als der Bürgermeister Franz Schmid unbedingt noch ein Kind unterbringen wollte und nicht einmal mehr ein Stuhl vorhanden war, sagte er zu ihr: „Mädle, dann kauf ich dir halt einen.“ Neue Wege Die Geschichte des Kindergartens und der aktuellen Entwicklung präsentierte die Leiterin Caroline Baur. Mit der Einweihung am 20. Dezember 1961 hatte die Stadt Marktoberdorf endlich einen zweiten Kindergarten. Die ursprüngliche Bezeichnung „Kindergarten Nord“ wurde 1969 in „Kindergarten St. Magnus“ geändert. Der Betrieb wurde 1962 mit 134 Kindern auf 80 Plätzen aufgenommen und entwickelte sich bis zum Jahr 1968 zu einer Spitzenbelegung von 160 Kindern. In den folgenden Jahren normalisierte sich die Belegung und heute besuchen 75 Kinder in den drei Gruppen, Waldmäuse, Farbkleckse und Forscherkids, die Kindertageseinrichtung. Dazu kommen noch zwei Schulkindergruppen mit insgesamt 49 Kindern. Seit 2008 wurde ein neuer Weg beschritten: Vom Kindergarten zum Familienzentrum. Ziel ist es, Familien bei Lern- und Bildungsfragen ihrer Kinder zu beraten und zu begleiten. Unter dem Leitziel „Gemeinsam stark erziehen – Respekt und Unterstützung für Kinder und ihre Eltern“ erhalten Eltern Hilfen und mehr Sicherheit bei der Erziehung und Förderung ihrer Kinder. Außerdem wird eine verstärkte Sprachförderung angeboten. Da auch die Betreuung der Kinder außerhalb des Kindergartens wichtig ist, werden Babysitter ausgebildet und vermittelt. Große Auszeichnung In seinem Grußwort überbrachte Bürgermeister Werner Himmer die Glückwünsche auch im Namen des Stadtrats. Wenn er die Belegungszahlen am Anfang vor Augen habe, „war der Erziehungsauftrag noch nicht die Überschrift“. Umso mehr freue er sich über die Entwicklung des Kindergartens und den heutigen Modellstandort als Familienzentrum: „Das ist eine besondere Auszeichnung für St. Magnus.“ Für das großartige Engagement in all den Jahren bedankte er sich beim pädagogischen Personal. Gemeinsame Aufgabe Diakon Elmar Schmid freute sich, dass der Kindergarten mit dem kirchlichen Bereich immer eng verbunden war und er hoffe, dass es auch so bleibt. Alle müssten dazu beitragen, dass Erziehung ganzheitlich werde. „Für die Erziehung braucht man ein ganzes Dorf“, zitierte der Diakon die Bibel. Der neue evangelische Pfarrer Klaus Dinkel sprach davon, dass „Kinder Fundamente brauchen, die tiefer sind, als was wir selbst schaffen können.“ Eltern, Kitas, Schule und Kirche seien aufgefordert, bei den Kindern ein Gefühl für Gott zu entwickeln. Die beiden Geistlichen erneuerten gemeinsam den kirchlichen Segen für die Kinder- tagesstätte. jr

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