Jordanpark: Bauausschuss hat Favoriten für Neubau des Polizeigebäudes und Behördenzentrums

Wird es das "Stadtregal"?

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So sieht Variante D „Stadtregal“ (rot umrandet) nach den Plänen des Büros terra.nova aus. Im Norden soll das Polizeigebäude entstehen, im Süden das Behördenzentrum.

Kaufbeuren – In der kommenden Stadtratssitzung am 27. September wird das Gremium über eine von vier Varianten für die Neubauten der Polizeistation und des Behördenzentrums mit Staatskanzlei und Landesamt für Finanzen entscheiden.

Vorab stellte Peter Wich vom Planungsbüro terra.nova Landschaftsarchitektur im Bauausschuss die Varianten und die Bewertungsmatrix vor. Variante D und ersatzweise Variante C sind die Favoriten, die die Ausschussmitglieder dem Plenum empfehlen.

Variante C bezeichnen die Planer als „Konglomerat“. Dies sieht vor, die Bauten von Polizei und Behördenzentrum oberhalb der Hangkante des Jordanparks auf Stadtebene anzuordnen. Das Polizeigebäude läge am Eingangsbereich des Jordanparks und das Behördenzentrum befände sich zum Park orientiert. Der Mühlbach bekäme eine seitliche Promenade. „Die Gebäude werden zur rahmengebenden Struktur des Parks, stärken den Straßenraum und eröffnen für den Jordanpark eine vielfältige, ganzjährige, gastronomische Nutzung“, heißt es in der Bewertung der Planer.

Variante D „Stadtregal“ unterscheidet sich in einem Merkmal besonders von den drei anderen Vorschlägen: Während die Gebäude bei den Alternativen A bis C in Nachbarschaft liegen, schlägt das Büro für Variante D vor, dass das Behördenzentrum gegenüber des Bahnhofs gebaut würde. Dadurch erhalte der Park einen weiteren, prägnanten Zugang im Süden. „Einzig die abgeschiedene, städtebaulich etwas zufällige, wenngleich für die Erschließung optimale Lage schwächt diesen neuen Baustein im Jordanpark“, bewerten die Planer. Das Polizeigebäude entspricht den Planungen der Variante C.

Stadtplaner Manfred Pfefferle betonte, dass die Polizei für einen Standort an der Hauptstraße plädiere, um besser wahrgenommen zu werden. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten hat das Planungsbüro anhand von Bewertungskriterien analysiert. Betrachtet man die „Städtebauliche Qualität“, so punktet dort Variante C, gefolgt von D. Letztere bekommt unter dem Stichwort „Standortqualität Gebäude“ die meisten Pluspunkte. Bezüglich Denkmalschutz/Parkpflegewerk/Freizeit- und Naherholungskonzept räumt hingegen Variante C erneut ab. Punkte gibt es besonders für angedachte Spielplätze, Gastronomie und eine Kneippanlage. Variante B („Punkte“) schneidet in puncto Anbindung am besten ab. Am wenigsten greift Variante A („Solitär“) in den Gebäude-, Wasser- und Parkbestand ein. Der Verlauf des Jordanbachs müsste bei allen Vieren geändert werden – bei den Alternativen Konglomerat und Stadtregal jedoch stärker, als bei den anderen beiden. Die Kosten für den Parkumbau wären bei Variante C am höchsten, wenngleich die Planer noch keine Zahlen nennen. Ein Wermutstropfen: Die Wasserwacht, die momentan in der Johannes-Haag-Straße 4 beheimatet ist, muss umziehen, wenn eine der beiden favorisierten Varianten C und D gewählt wird. „Dafür müssen wir einen Ersatz bieten“, so Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU).

"Im Umgriff"

Robert Klauer (KI) sprach sich für die Varianten A und B aus, weil er darin die größte Verbindung zu Innenstadt sieht. Ralf Baur von der SPD sprach erneut das Gerangel um die Definition des Standorts für die geplanten Gebäude an. Wie mehrfach berichtet, gab es unter den Stadtratsmitgliedern in früheren Sitzungen Diskussionen darüber, ob nur der Bereich des alten Eisstadions gemeint sei oder das Areal darüber hinaus. Ende Juni lautete die Lösung: im Umgriff des Geländes des bisherigen Eisstadions/Jordanparks. „Der ein oder andere sieht jetzt, warum wir vehement gefordert haben, das gesamte Areal zu betrachten“, sagte Baur. Bosse argumentierte wieder einmal, dass nichts anderes von Anfang an kommuniziert worden sei und bekam Unterstützung von Baureferent Helge Carl.

Baur konstatierte, dass die Varianten C und D „Kaufbeuren voran bringen“. Ähnlicher Meinung waren auch Dr. Thomas Jahn (CSU) und Ulrike Seifert (Grüne). „Variante D wertet den Bahnhof auf“, sagte Seifert. Durch die Variante D gewinne man ein neues Grundstück, was eine städtebauliche Aufwertung zufolge habe, so Jahn. „Das lenkt vom hässlichen Bahnhofsgebäude ab“. Er plädierte ferner dafür, die Nachnutzung des Bereichs des alten Eisstadions offen zu lassen. Die baurechtliche Erschließbarkeit des alten Stadions müsse gewährleistet bleiben, ergänzte Bosse. Um diesen Punkt wurde dann auch der Beschlussvorschlag ergänzt. Die Bauausschussmitglieder empfahlen dem Plenum abschließend einstimmig, die Verwaltung zu beauftragen, auf Basis der Variante D und ersatzweise Variante C,, die weiteren Grundstücksverhandlungen für die Neubauten der Polizeistation und des Behördenzentrums zu führen. Die Grünen und die SPD stimmten gegen den Punkt der Erschließbarkeit.

Von Martina Staudinger

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