FDP-Fraktion völlig überrascht

Die FDP-Fraktionsvorsitzende Angelika Zajicek traf der Weggang Wiedemanns völlig überraschend. Foto: Archiv

Stadtrat Uli Wiedemann wechselt von der FDP zur CSU. Damit haben nun die Christsozialen mit Oberbürgermeister Stefan Bosse die absolute Mehrheit im Stadtrat. Der Wechsel Wiedemanns traf die Kaufbeurer FDP völlig überraschend. Der KREISBOTE hat mit der FDP-Fraktionsvorsitzenden Angelika Zajicek über den schnellen Abgang und dessen Folgen für die FDP-Fraktion gesprochen.

Wie haben Sie vom Wechsel Wiedemann's zur CSU erfahren? Zajicek: „Ich wurde am Sonntag vom Fraktionsvorsitzenden der CSU Herrn Schönhaar informiert, dass Herr Wiedemann zur CSU wechselt. Es war Ihm wichtig mich darüber zu informieren, dass der Wechsel zur CSU nicht auf sein Betreiben zustande gekommen ist. Von Herrn Wiedemann wurde ich leider erst am nächsten Tag durch einen Brief informiert.“ Wie finden Sie persönlich und auch als Fraktionsvorsitzende der Kaufbeurer FDP die Art und Weise, wie sich Wiedemann von der FDP verabschiedet hat? Zajicek: „Ich bin schon etwas enttäuscht über die Art und Weise der Information. Ich stand während meines Urlaubs in Email-Kontakt mit Herrn Wiedemann, und ich denke, es wäre nur fair gewesen, mich vorab zu informieren. Hätte Herr Schönhaar mich vorab nicht benachrichtigt, dann hätte ich erst durch einen Anruf der Zeitung davon erfahren. Herr Wiedemann hat leider bis zum heutigen Tag kein persönliches Gespräch mit mir gesucht.“ Kennen Sie die genauen Gründe? Spielt eventuell das aktuelle bundesweite Stimmungstief der FDP dabei ein Rolle? Zajicek: „Ich konnte aus der schriftlichen Mitteilung über den Wechsel keine Gründe ersehen. Es liegt nach seinem Schreiben nicht in unserem persönlichen Miteinander, was ich auch bestätigen möchte. Herr Wiedemann sieht die Umsetzung seiner kommunalpolitischen Ideen in der CSU deutlich größer als in der FDP. Ich denke nicht, dass die Bundespolitik eine entscheidende Rolle gespielt hat.“ Glauben Sie, dass Wiedemann bei seiner Wahl 2008 bewusst die Bürger getäuscht hat, um unbedingt in den Stadtrat gewählt zu werden? Immerhin wollte er damals nach eigenem Bekunden unbedingt in das Gremium. Zajicek: „Die Bereitschaft für die Stadtratswahl 2008 für die FDP anzutreten entstand aus der Initiative von Charlotte Brendel. Ohne ihr Wirken wäre Herr Wiedemann wohl kaum zur Wahl angetreten. Von einer Täuschung kann nicht die Rede sein.“ Inwieweit trifft der Weggang die FDP-Fraktion? Wer wird die Aufgaben Wiedemanns übernehmen? Zajicek: „Herr Wiedemann wollte zu Beginn der Legislaturperiode möglichst wenige Ausschüsse besetzen, da er laut seinen Aussagen beruflich sehr angespannt ist. So übernahm er den Integrations- und den Verkehrsausschuss, die nur ein bis zwei Mal pro Jahr stattfinden. Diese beiden Ausschüsse werden wir uns aufteilen. Johannes Espermüller übernimmt den Verkehrsausschuss und ich den Integrationsausschuss. Ansonsten wird sich die FDP-Fraktion weiterhin mit vollem Einsatz für die Belange unserer Bürger und für die Stadt einsetzen.“ Vielen Dank für das Gespräch.

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