"Verträge sind einzuhalten"

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Als Dackelzüchter liegt Kaltentals Bürgermeister Manfred Hauser das Wohl der Tiere durchaus am Herzen.

Kaltental – Seit der jüngsten Gemeinderatssitzung hat das Thema große Wellen geschlagen: Die Marktgemeinde Kaltental und einige andere Gemeinden stellen die Zahlungen an den Tierschutzverein Kaufbeuren ein. Grund sind die fehlenden Berichte über Fundtiere und Finanzen des Tierheims Beckstetten.

Mit dem neuen Vorsitzenden Stefan Mitscherling sollte alles besser werden. Bei einer Besprechung im Landratsamt wurde damals beschlossen, den bestehenden Beitrag von 30 Cent pro Einwohner im Jahr zu verdoppeln. Der Beschluss war gefasst worden, nachdem Mitscherling deutlich gemacht hatte, dass der bestehende Zuschuss nicht mehr ausreichen würde. Vor allem die nördlichen Gemeinden des Landkreises Ostallgäu sollten den Tierschutzverein Kaufbeuren und Umgebung unterstützen. Im Gegenzug dazu verpflichtete sich das Tierheim Beckstetten zur Aufnahme von Fundtieren und regelmäßigen Berichtserstattungen. Zum 1. Januar 2015 wurde dann der Vertrag wirksam.

Seitdem hielt sich die Gemeinde Kaltental daran und überwies regelmäßig den zu zahlenden Betrag. Auf Wunsch des Tierheims sogar monatlich, obwohl dies einen deutlich höheren Verwaltungsaufwand bedeutete. Von Seiten des Tierschutzvereins blieb aber jeglicher Bericht aus. Erste Gemeinde, die dann ihre Unterstützung verweigerte, war Mauerstetten (wir berichteten). „Die Vergangenheit des Vereins macht natürlich hellhörig. Im Marktgemeinderat ist immer wieder nachgefragt worden“, sagt Kaltentals Bürgermeister Manfred Hauser. Auf Nachfrage habe das Tierheim vertröstet. Die Berichte seien unterwegs. Das sei inzwischen über drei Monate her.

Was Bürgermeister und Marktgemeinderat letztendlich stutzig gemacht habe, sei die Tatsache, dass Mauerstetten den Bericht schon bekommen habe. Aus Sicht von Hauser sei es kein Aufwand, allen Gemeinden gleichzeitig die Zahlen offenzulegen. Schließlich seien die Zahl der Fundtiere der einzelnen Gemeinden kein Geheimnis und die Verwendung des Geldes von allgemeinem Interesse. 

In der vorletzten Marktgemeinderatssitzung hatte ein Mitglied beantragt, die Problematik in die Tagesordnung der nächsten Versammlung mit aufzunehmen. Hier sei dann deutlich geworden, dass für alle das Wohl der Tiere auf keinen Fall vernachlässigt werden dürfe. Auch die Höhe der Pauschale sei vollkommen in Ordnung. Als Vertragspartner sollte sich nur auch der Tierschutzverein an die Abmachungen halten. „Als eingetragener Verein ist man dazu verpflichtet, in Mitgliederversammlungen regelmäßig über die Lage des Vereins zu berichten. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass dies vom Tierschutzverein Kaufbeu­ren erfüllt worden wäre“, betont Hauser. 

Auch kritisiert der Bürgermeister, dass Mitscherling die Missstände immer noch auf seinen Vorgänger schiebt. Dies sei vielleicht vor drei Jahren berechtigt gewesen, jetzt läge aber die Verantwortung beim neuen Vorstand. Zudem bezweifelt Hauser, dass der Vorsitzende die Renovierungsarbeiten alleine durchführen müsse. Durch einen Brief erhofft sich jetzt die Marktgemeinde eine Stellungnahme des Tierheims Beckstetten. Hauser stellte deutlich klar: „Uns geht es nicht darum, ob jetzt ein oder fünf Fundtiere abgegeben wurden. Als Gemeinde ist es uns wichtig, dass alles mit rechten Dingen zugeht.“

Mitscherling war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

von Agnes Reißner

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