Die Bedeutung wird steigen

"Mit Herzblut gekämpft"

+
Für Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger (am Rednerpult) war es ein großer Augenblick, auf den die Stadt lange gewartet hat: Die Einweihung des neuen Empfangsgebäudes am Bahnhof. Mit auf dem Foto: Bahn-Architekt Heiner Hühnerbein, Buchloes Stadtbaumeister Herbert Wagner und der in Pension gegangene Bahn-Projektleiter vor Ort, Bernd Huthuff.

Buchloe – Viele Buchloer sind am vergangenen Wochenende zu ihrem Bahnhof gekommen, um das neue städtebauliche Schmuckstück zu begutachten. Es war sicherlich auch dem Kaiserwetter geschuldet, dass das neue Empfangsgebäude im Licht der milden Oktobersonne einen besonderen Glanz annahm.

Zur Atmosphäre trug auch die Stadtkapelle bei, die mit ihren Stücken zum Träumen einlud. 

Während das Gebäude für Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger die Erfüllung eines Traumes war, sprach Bahnvertreter Günther Pichler von der DB Station & Service AG von einem Meilenstein. „Ich bin nicht sein Wahlkampfleiter, aber Josef Schweinberger hat um diesen Bahnhof mit seinem Herzblut gekämpft“, sagte der Regionalbereichsleiter Süd. 

Pichler erinnerte aber auch daran, dass der Rathauschef prominente Mitstreiterinnen hatte, quasi „Frauen-Power“ für den Buchloer Bahnhof. Damit meinte er die CSU-Landtagsabgeordnete Angelika Schorer und Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU), die früher selbst als Pendlerin den Buchloer Bahnhof genutzt hatte. 

Es oblag Bahn-Architekt Heiner Hühnerbein, eine traurige Nachricht zu überbringen. Im Alter von nur 51 Jahren sei, so sagte Hühnerbein, der Chefarchitekt der Bahn gestorben. Mark Ulrich habe viele Bahnhöfe gebaut, unter anderem auch den Buchloer. Mit einer Schweigeminute ehrten die Gäste den Architekten. Eine Gedenktafel am Bahnhof soll an ihn erinnern. 

Als Vertreter für das Bayerische Verkehrs- und Innenministerium überbrachte Hans-Peter Böhner aus München die besten Grüße von Joachim Hermann an die Gennach. Der Leiter der Verkehrsabteilung sagte vor den geladenen Gästen und Schaulustigen, nur mit attraktiven Bahnhöfen werde es gelingen, das Bahnfahren noch attraktiver zu machen. „Natürlich spielt auch Pünktlichkeit eine Rolle“, ergänze Böhner. 

Auch wenn der Bahnhof sehr eckig wirke, sei er für Buchloe doch eine runde Sache, scherzte der Chef der ministerialen Verkehrsabteilung an der Isar. Nach seiner Ansicht wird die Bedeutung des Buchloer Bahnhofs in Zukunft noch weiter steigen, wenn die Elektrifizierung der Strecke München – Buchloe – Lindau im Jahre 2020 abgeschlossen sei. 

Auf der anderen Hauptstrecke Augsburg – Buchloe – Memmingen habe die Einführung der Neigetechnik dafür gesorgt, dass die Fahrzeiten kürzer und somit attraktiver geworden seien. 

Ein gut gelaunter und leicht erkälteter Josef Schweinberger schloss die Rednerliste. Er ging auf die 168-jährige Geschichte des Buchloer Bahnhofs ein. Für Schweinberger war es ein besonderes Anliegen, noch einen Mann zu ehren, der vor Ort das Projekt zu Ende gebracht hat, um dann in Rente zu gehen. Mit einem Dankeschön und einem großen Delikatessenkorb durfte sich Bernd Huthuff später auf den Nachhauseweg machen.

Gottes Segen für das neue Empfangsgebäude erbat Stadtpfarrer Reinhold Lappat gemeinsam mit seinem evangelischen Kollegen Christian Fait.

von Siegfried Spörer

Meistgelesene Artikel

Nach dem Rechten sehen

Marktoberdorf – Eine ehrenamtliche Sicherheitswacht soll künftig in Marktoberdorf Polizei und Bürger unterstützen. Seit vergangener Woche liegt die …
Nach dem Rechten sehen

Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Buchloe – Die Stadt lässt sich ihre Kindergärten etwas kosten. Das bedeutet aber auch, dass Gebührenerhöhungen unumgänglich sind. Der Hauptausschuss …
Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Kaufbeuren – Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler und Kaufbeurer Stadtrat Bernhard Pohl hat sich für 2017 viel vorgenommen. Diesen Eindruck …
Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Kommentare