Fendt gibt wieder Gas

Auf dem Fendt-Feldtag in Wadenbrunn bei Würzburg präsentierte vergangene Woche der Konzern AGCO/Fendt auch seine neuesten Entwicklungen im Bereich Erntetechnik. Mit neuen Mähdreschern und Häckslern will das Unternehmen seine Marktposition in diesem Bereich weiter ausbauen.

Mit einem gigantischen Programm und der Präsentation innovativer Neuheiten lockte der Ostallgäuer Traktorenhersteller AGCO/Fendt etwa 50000 Besucher zum „Fendt-Feldtag” nach Wadenbrunn in die Nähe von Würzburg. Da die Umsatzzahlen wieder ansteigen, nimmt der Konzern auch seine Investitionen an den beiden Standorten in Marktoberdorf und Asbach-Bäumenheim wieder auf.

Im Jahr 2009 setzte AGCO/Fendt 13647 Traktoren ab; im Vergleich zum Vorjahr, als im Rekordjahr 15428 Schlepper verkauft wurden, entspricht dies einem Rückgang um 11,5 Prozent. Der Umsatz wird mit 1,063 Milliarden Euro für 2009 beziffert. Der Auftragsrückgang und die dadurch verminderte Produktion wurde durch den Abbau von Überstunden, Urlaub und die Nutzung des Instruments der Kurzarbeit kompensiert. Seit Sommer 2010 läuft die Fertigung wieder im Normalbetrieb und die Geschäftsleitung rechnet mit einem Absatz von 12500 Traktoren in diesem Jahr. Der Exportanteil liegt im Regelfall bei etwa 60 Prozent, wobei 95 Prozent davon nach West- und Zentraleuropa geliefert werden. Die meisten Traktoren nehmen die Kunden in Frankreich ab. In Deutschland setzt sich Fendt insbesondere im professionellen Segment über 200 PS durch und erzielte einen Marktanteil von 34,3 Prozent. „Wenn die Preise für landwirtschaftliche Produkte langfristig auf diesem vernünftigen Niveau wie jetzt bleiben, wird die Bereitschaft der Landwirte für Investitionen wieder steigen”, kalkuliert Peter J. Paffen, Sprecher der Geschäftsführung AGCO/Fendt. Trotz des Umsatzrückgangs wurde weiterhin in Forschung und Entwicklung investiert; für 2010 werden in diesen Bereich 50 Millionen Euro fließen, insbesondere um das Thema Häcksler und die technische Umsetzung zur Einhaltung zukünftiger Abgasvorschriften voran zu treiben. Im Bereich Erntetechnik möchte AGCO/Fendt seine Marktposition deutlich ausbauen. Die neuesten Produkte dieser Palette, vom Mähdrescher bis zur Ballenpresse, wurden auf dem 9. Fendt-Feldtag in Wadenbrunn bei Würzburg präsentiert, darunter auch der beeindruckende Fendt-Feldhäcks- ler Katana 65 und der neue Hybrid-Hochleistungsmähdrescher 9470X. Rund 50000 Besucher, vorwiegend Landwirte und Lohnunternehmer aus dem kompletten süddeutschen Raum, überzeugten sich vor Ort von der Leistungsvielfalt des Unternehmens, das aktuell 3356 Mitarbeiter beschäftigt; 2461 davon sind im Marktoberdorfer Werk tätig. Pause sinnvoll genutzt Der Nachfragerückgang veranlasste die Geschäftsführung im vergangenen Jahr dazu, die Großinvestitionen in den Ausbau der Werke an den beiden Standorten in Marktoberdorf und Asbach-Bäumenheim zu stoppen. Ende Juni 2010 gab Martin Richenhagen, Präsident der AGCO Corporation, das Signal für die Fortsetzung. Die Pause hat das Unternehmen sinnvoll genutzt, um die Pläne für die Endmontage in Marktoberdorf grundlegend zu überarbeiten. Weg vom klassischen Montageband soll zukünftig ein Montagesystem mit lasergesteuerten Transportfahrzeugen realisiert werden. „Wir wollen damit in der Produktion flexibler werden sowie besser und schneller auf die Marktveränderungen reagieren können”, erläutert Paffen die Entscheidung. Die optimale Auslastung werde bei einer Jahresproduktion von 16000 Traktoren erreicht. Für die weiteren Bauabschnitte werden in den kommenden zwei Jahren rund 100 Millionen Euro investiert. Bis dahin sollen die neuen Endmontagen in Marktoberdorf und Asbach-Bäumenheim fertig sein. Derzeit laufen bereits die ersten Ausschreibungsverfahren für die Auftragsvergabe. „Noch in diesem Jahr werden die Bagger wieder anrollen”, kündigt Geschäftsführer Paffen an.

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