Jahrespressekonferenz: Fendt will heuer rund 18.000 Einheiten produzieren

Optimistisch in die Zukunft

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Bei Fendt ist man stolz auf den „Großen“: Das Forschungsobjekt „X-Concept“, hier mit Düngerstreuer, wird vorgestellt.

Marktoberdorf – Einen neuen Rekord hinsichtlich der Produktionsszahlen erwartet man im Hause Agco/Fendt für das laufende Jahr 2013: 18.000 Traktoren sollen vom Band des neuen Werks laufen. Diese Effektivität lässt Fendt konkurrenzfähig sein – sorgt aber auch dafür, dass weniger Mitarbeiter benötigt werden. 

Kaum eine Branche gibt es heutzutage, die sich nicht fragt, ob es ihr Produkt in 20, 30 oder 50 Jahren überhaupt noch geben wird. Auf eines können die derzeit rund sieben Milliarden Erdenbürger aber sicher auch in Zukunft nicht verzichten: Nahrung. Und die gibt es nicht ohne Landwirtschaftstechnik. Keine Überraschung war somit der Optimismus, den die Fendt-Vorstände auf der Jahrespressekonferenz des Unternehmens vor wenigen Tagen versprühten. Und auch die nüchternen zahlen belegen: Die Marke Fendt ist – als sogenannte „Premium-Marke“ innerhalb des US-amerikanischen Agco-Konzerns – weiter auf dem Vormarsch. 18.000 Fahrzeuge will Fendt im aktuellen Jahr erstmals absetzen, mittelfristiges Ziel sind 20.000 Einheiten pro Jahr. 

„Nach den aktuellen Ergebnissen von Umfragen in der Landwirtschaft und in der Landtechnikindustrie befinden wir uns in einem gesunden Umfeld mit guten bis sehr guten Perspektiven in einer längerfristigen Betrachtung“, zeigte sich der Vorsitzende der Agco/Fendt Geschäftsführung Peter-Josef Paffen überzeugt von einer dauerhaft positiven Geschäftsentwicklung – auch wenn es in Deutschland, Europa und weltweit aufgrund von Dürre, Unwetter, Hochwasser oder ungünstigem Witterungsverlauf immer wieder extreme Auswirkungen auf einzelne Betriebe und Regionen geben werde. 

Rekordjahr 2013 erwartet 

Wie Paffen ausführte, blieben Produktion und Absatz von Fendt Traktoren im Jahr 2012 mit 14.588 Einheiten in etwa auf Vorjahresniveau. „Die Märkte im In- und Ausland waren durchaus für einen höheren Absatz bereit. Allein der etwas langsamere als geplante Hochlauf der neuen Endmontage Ende letzten Jahres hat dazu geführt, dass wir die prognostizierten höheren Stückzahlen nicht erreichen konnten“. Einige Kunden hätten so etwas länger auf ihre Lieferung warten müssen – die Rückstände seien aber pünktlich noch vor dem Betriebsurlaub im August 2013 abgearbeitet worden, stellte der Vorstand klar. „Noch wichtiger als höhere Stückzahlen“ sei bei dem völlig neuen System ohnehin der professionelle und disziplinierte Anlauf der neuen Endmontage samt den Logistikabläufen gewesen. „So konnten wir mit einem relativ komfortablen Auftragsbestand ins neue Jahr wechseln. Mittlerweile befinden wir uns im normalen Ablauf einer auftragsbezogenen Produktion mit einer Lieferzeit zwischen zwei und drei Monaten. Die Planzahl für das Jahr 2013 liegt bei einem Absatz von rund 18.000 Fendt Traktoren. Das wird ein neuer Rekord”, so Paffen weiter. In Zahlen bedeute dies einen Umsatz zwischen 1,6 und zwei Milliarden Euro, so der Vorstand auf Nachfrage. 

Investitionen rückläufig 

Bei den Investitionen will Agco/Fendt sich nach den Großinvestitionen der vergangenen sechs Jahre (Höhepunkt: 106 Millionen Euro in 2011) nun wieder etwas zurücknehmen. Geplant sind in 2013 rund 83 Millionen Euro. Aktuelle Schwerpunkte seien die Modernisierung, Erneuerung und Erweite- rung der Fendt-Standorte Marktoberdorf, Asbach-Bäumenheim und Hohenmölsen mit Abschlussmaßnahmen im Bereich Produktion „Fendt ahead²“, der Erweiterung des Kundenzentrums Fendt Forum und weiteren Modernisierungsmaßnahmen in allen Unternehmensbereichen und Standorten. Kräftig investiert wurde in den letzten Jahren vor allem in die Bereiche Forschung und Entwicklung. Unter anderem konnte auch das vor gut einem Jahr fertig gestellte neue Gebäude für diesen Bereich mit 120 zusätzlichen Arbeitsplätzen zügig besetzt werden. Seit 2001 mit 17 Millionen Euro sind die Ausgaben in Forschung und Entwicklung stetig angestiegen – auf stolze 55 Millionen in 2012 und 62 Millionen in 2013. Im kommenden Jahr will das Unternehmen sogar 70 Millionen in Projekte wie „Fendt X Concept“ stecken. 

Dem erhofften kommerziellen Erfolg mit neuen Entwicklungen greift auf der diesjährigen „Agritechnica“ bereits ein Ereignis voraus: Für ein neu entwickeltes Hydraulik-Kupplungssystem“ erhält Fendt auf der diesjährigen Messe eine Silbermedaille. 

Reduzierte Belegschaft 

Hinsichtlich der Belegschaftsstärke verkündete Paffen, man nähere sich „Schritt für Schritt der geplanten optimalen Mitarbeiterzahl an“. Für die Beschäftigten ist das nicht unbedingt eine gute Nachricht, denn sie bedeutet, dass die geplanten Ergebnisse im neuen Werk mit weniger Mitarbeitern als bisher erzielt werden können. Nachdem im „Ausnahmejahr“ 2012 die Anzahl der Beschäftigten nochmal kräftig angestiegen war, ging sie Mitte dieses Jahres 2013 um 147 auf insgesamt 4.018 zurück. An den Standorten Hohenmölsen und Feucht waren es 26 mehr und in Marktoberdorf und Asbach-Bäumenheim insgesamt 173 weniger. Auf Nachfrage während der Konferenz erklärte Paffen, bei dem verkündeten Stellenabbau seien Leiharbeiter nicht mit eingerechnet, die Reduzierungen bezögen sich auf die Stammbelegschaft. Aber, so der Vorstand: „Wenn der Aufschwung so weiter geht, werden wir auch wieder neue Stellen schaffen!“ von Michaela Frisch

Marktanteile und -entwicklung im Ausland

• In Frankreich, einem der stärksten europäischen Traktorenmärkte, sei Fendt stark vertreten und könne bis Jahresende erstmals einen zweistelligen Marktanteil erreichen. 

• In Großbritannien, Spanien und Österreich ist die Lage für Agrartechnik schwierig. Es sei aber wieder Aufwind zu spüren. 

• Die zentraleuropäischen Märkte sind nach wie vor stärkeren Schwankungen ausgesetzt. 

• In der Region Osteuropa war die Ukraine für Fendt der stabilste Markt in den letzten Jahren. Mit vier zusätzlichen Fendt-Importeuren wird eine weiterhin positive Entwicklung erwartet. 

• In Russland hat Agco/Fendt ein neues Joint Venture. 

• In USA und Kanada wird das Vertriebsnetz weiter ausgebaut und langsam eine bessere Marktpositionierung erwartet – auch durch eine eigene US-Ausstattung bei 700/800 Vario und 900 Vario. 

• Die Region „APAC“ (Asien-Pazifik) entwickelt sich laut Fendt positiv. Man sei in Australien, Neuseeland, Japan und Korea aktiv und steigere die Stückzahlen und Marktanteile kontinuierlich.

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