Große Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen des Marieninternats

"Miteinander leben lernen"

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Bischof Zdarsa segnete im Anschluss an den Festakt die neuen Räume.

Kaufbeuren – 50 Jahre „Zum Segen der Jugend“ – unter diesem Motto feierte das Internat St. Maria Kaufbeuren vergangene Woche seine Einweihungsfeier zur Beendigung der Generalsanierung des Internatsgebäudes mit einem feierlichen Rahmenprogramm.

Nach dem feierlich gestalteten Gottesdienst in der institutseigenen Kirche St. Maria mit Bischof Dr. Konrad Zdarsa waren die Gäste zum Festakt im Theatersaal der Marienschulen eingeladen. 

Den Auftakt dieses Festaktes übernahm die Bläserklasse mit „Kumbaya my Lord“. Generaloberin Sr. M. Regina Winter begrüßte die vielen Gäste und freute sich, dass das Fest auf den Tag genau auf das Goldene Jubiläum des Internats fiel. Am 21. März 1963, dem ursprünglichen Gedenktag des heiligen Benedikt, fiel der Beschluss zum Bau des Internats St. Maria. 

Nachdem die finanzielle Förderung zugesichert war, unter anderem auch durch den damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer, konnte das drei Millionen D-Mark teure Projekt begonnen werden und bereits 1964 eingeweiht werden, so die Schwester. Die Generaloberin bedankte sich bei Bischof Zdarsa für den Gottesdienst und allen, die zum Festakt und Neubau beigetragen haben. 

Direktor Ulrich Haaf bedankte sich bei den Franziskanerinnen, die mit ihrer Tätigkeit die Ganztagsschule bereicherten und zur Erziehung der Schülerinnen beitrügen. Durch die Betreuung am Nachmittag würden die Mädchen den wertschätzenden Umgang untereinander, orientiert an Jesus Christus, erfahren.

 „Bildung kennt keine Grenzen“, sagte Bürgermeister Gerhard Bucher und meinte damit, dass übergreifend über die Region Schülerinnen das Marieninternat besuchten. Schmun- zelnd merkte Bucher an, dass momentan nicht der richtige Zeitpunkt sei, einen Baum zur Einweihung zu pflanzen, betonte jedoch, dass dies im nächsten Jahr zur Pflanzzeit nachgeholt werde. 

Nach einer Mozartsonate hielt Rektor Pater Paulus Koci vom Kolleg St. Benedikt in Salzburg seinen Festvortrag „Miteinander leben lernen“. Er teilte seine Rede über die Verknüpfung von Lebenswelt und Lernwelt in drei Teile ein. Zunächst beschäftigte er sich mit dem Geist und mit der Institution Internat. Er sprach sich dafür aus, Kinder in ein Internat zu schicken, denn wenn die Bedingungen stimmten, werde den Kindern Großes getan. Er stütze seine Meinung auf ein Experiment aus dem Jahr 1991, bei dem 15.000 äthiopische Juden aus ärmlichen Verhältnissen nach Israel ausgeflogen wurden, wo die Kinder die Schule besuchen konnten. 65 Prozent der äthiopischen Schüler hätten die 12. Klasse absolvieren können, weil sie unter den richtigen Verhältnissen lernen durften. Es folgte der Körper, das Spezifische der Internatserziehung, wobei er veranschaulichte, dass die Mädchen im Internat nicht zuerst als Schülerinnen, sondern als Menschen gesehen und behandelt würden. Er verdeutlichte, dass das Leben im Internat einen Rahmen zwischen Ich und Du bilde. Zum Schluss seines Vortrags ging es um die Seele und um das Internat als Ort kirchlicher Sozialisation. Es sei gut für Kinder, sie der Kirche anzuvertrauen, denn „gemeinsame Rituale sichern das Überleben“, so Koci. Beten und Gottesdienste seien eine Bereicherung, denn der Mensch lebe nicht allein von Pisa. 

Der enge Zeitraum von etwas über einem Jahr machte das Vorhaben zu einer schwierigen Aufgabe, merkte der Architekt Dipl.-Ing. Klaus Appelt an, doch der volle Einsatz aller Beteiligter – auch samstags – habe die schnelle Generalsanierung möglich gemacht. Zudem sei erfreulicherweise der vorgegebene Kostenrahmen eingehalten worden, so Appelt. Der Schulchor sang nach einer eindrucksvollen Bilderpräsentation über die 180-jährige Geschichte der Schule zum Abschluss des Festaktes ein eigens für den Anlass von Chorleiterin Angela Mitchell getextetes Lied über das Leben am Internat St. Maria. 

Im Anschluss an den Festakt segnete Bischof Zdarsa die neuen Räume und die anwesenden Gäste waren anschließend zum gemeinsamen Mittagessen in die Mensa eingeladen. von Martina Staudinger

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