Das 13. Festival der Vielfalt bot in 27 Veranstaltungen gelebte Integration

Begegnungen ohne Grenzen

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Tanz und Gesang – der Rote Sarafan bot gemeinsam mit befreundeten Künstlern im Stadtsaal Kaufbeuren ein farbenprächtiges Programm im Rahmen des Festivals der Vielfalt.

Kaufbeuren – Viele Flüchtlinge sind in den letzten Jahren bei uns angekommen. Unbestritten hat dies Veränderungen mit sich gebracht: politische, gesellschaftliche und auch für jeden Einzelnen.

Dabei reichen die Reaktionen von vorbildlichem Engagement, über Unsicherheit bis hin zu Vorurteilen und Ängsten. Diesen Resonanzen nimmt sich das Kaufbeurer Festival der Vielfalt an, in dem es versucht, zwischen Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen Brücken zu schaffen. So ist kürzlich das diesjährige Festival unter seinem Motto „Vielfalt als Chance“ zu Ende gegangen und hat in seiner 13. Auflage einmal mehr Raum für Begegnungen geboten.

„Als wir 2004 mit der Interkulturellen Woche, dem Vorläufer des heutigen Festivals, gestartet sind, war es noch völlig neu, ein Festival mit solch einem Thema zu begehen“, blickt Alfred Riermeier, Leiter des Jugend- und Familienreferates der Stadt Kaufbeuren, zurück. „Doch die weltweiten Veränderungen zeigen die Wichtigkeit der Veranstaltungen, welche sich intensiv mit Integration und Mitmenschlichkeit beschäftigen.“

So freut sich Riermeier, dass das Festival auch in diesem Jahr wieder aus unterschiedlichsten Angeboten für jedes Interesse und alle Altersgruppen zusammengesetzt war: „Die große Resonanz hat gezeigt, dass dieses Konzept richtig gewählt ist. Wir sind mit dem Verlauf äußerst zufrieden und blicken stolz auf ein erneut erfolgreiches Festival zurück.“ Dankbar ist Riermeier den Einzelveranstaltern, die das Ganze mit ihrem großen Engagement erst möglich machen würden. So standen sehr erfolgreiche Großveranstaltungen im reizvollen Wechsel mit kleinen, nicht minder spannenden Programmpunkten. Der Auftakt des Festivals mit dem Titel „Alle anders – Alle gleich?!“ wies humorvoll auf, dass Integration beileibe kein trockenes Thema sein muss. Neben interessantem Expertenwissen, ausgetauscht in einer Podiumsdiskussion ließ der Comedian Simon Pearce Einblicke in seinen Alltag als „Schwarzer“ in Bayern zu.

Gleich am Folgetag kamen dann insbesondere die jungen Festivalbesucher und Familien beim Spielen ohne Grenzen auf ihre Kosten. Unter dem Motto „Alle in Bewegung – Miteinander geht’s besser“ fand ein buntes Spiel und Sportangebot für alle statt. „Diese Aktion hat definitiv Wiederholungsbedarf“, resümiert Theresa Eberle, Leiterin der hinter dem Festival stehenden städtischen Abteilung Kaufbeuren-aktiv begeistert. „Wirklich alle der zahlreichen Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Kulturen waren miteinander in Bewegung, haben zusammen gespielt und getanzt. Hier konnte man direkt sehen wie gelebte Integration aussieht.“

Auch bei vielen Veranstaltungen der Folgetage zog sich die praktische, im Alltag lebbare Integration als roter Faden hindurch: so gab ein Vortrag praktische Hilfen zum „zweisprachigen Aufwachsen“ von Kindern und bei einer Refugees Party feierten einheimische Jugendliche und Flüchtlinge fröhlich miteinander. Im Kindergarten Sonneneck erkundeten die Kleinen welche populären Kinderspiele in vielen Kulturen bekannt sind und in der Fun Factory brachte eine Teezeremonie den Besuchern russische Traditionen näher. Beim internationalen Frauenfrühstück gab es Gelegenheit zum näheren Kennenlernen und Austausch. Dies gelang auch hervorragend bei dem Angebot der „Begegnung in Kirche und Moschee“. Hier zeigten und erklärten sich muslimische und christliche Jugendliche gegenseitig ihren Glauben.

Ein großes musikalisches Wochenende mit dem Titel „Kaufbeuren lädt Freunde ein“ bot zudem der Rote Sarafan im Stadtsaal: vom international besetzten Konzert und einer Tanzaufführung der Basel Dance Academy bis hin zum Galakonzert. Insgesamt 27 Programmpunkte waren in den elf Festivaltagen für die Besucher geboten.

„Die gut besuchten Veranstaltungen zeigen uns, dass viele Menschen großes Interesse am Thema Integration haben und gerne die Gelegenheit nutzen in andere Kulturen hinein zu schnuppern“, zeigt sich Theresa Eberle erfreut. Das beweise wie wertvoll das Festival, gerade in der heutigen Zeit ist. „Wir haben in den Jahren gelernt, dass sich die Erfolge der Integrationsarbeit nicht von heute auf morgen zeigen. Man muss sich dem Thema behutsam, mit Geduld und viel praktischer Arbeit annähern. Und in diesem Sinne werden wir gerne weitermachen und im kommenden Jahr das 14. Festival der Vielfalt feiern.“

Auch über das Ende des Festivals hinaus sind im Internet unter www.kaufbeuren-aktiv.de/festival viele Informationen, Berichte und Fotos zu finden. Ebenso eine Gesamtübersicht aller stattgefundenen Veranstaltungen. Das Festival wird vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ sowie vom Integrationsbeirat der Stadt Kaufbeuren gefördert.

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