Falsche Fährten und richtige Förderung

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Dustin Loose (2. v. li.) holte kürzlich den „Blasi“ ab. Es gratulierten OB Stefan Bosse (li.), Franz Endhardt von der Sparkasse Kaufbeuren (Mitte), sowie die filmzeit-Organisatoren Roman Harasymiw und Birgit Kern-Harasymiw.

Kaufbeuren – Falsche Fährten, überraschende Wendungen und subtile Spannung – für seinen Kurzfilm „Erledigung einer Sache“ bekam Dustin Loose kürzlich im Kaufbeurer Rathaus den „Blasi“ überreicht. Der Hauptpreis des hiesigen Filmfestivals „filmzeit“ ist in der deutschen Filmemacher-Szene mittlerweile schon recht bekannt und begehrt, wie Loose erklärte.

Zur Sprache kam in der Ansprache von filmzeit-Mitorganisatorin Birgit Kern-Harasymiw aber auch der Umstand, dass die „filmzeit“ dringend auf zusätzliche Förderung von Seiten der Stadt angewiesen ist. Denn die hauptsächlich ehrenamtlichen Mitarbeiter können das Festival nicht mehr allein stemmen.

„Ein Kurzfilm, der auf allen Ebenen, sei es Regie, Drehbuch, Kamera und Schauspielführung überzeugt, eine reife Leistung, die als derart überzeugendes Gesamtpaket selten in Hochschulfilmen zu finden ist“, so lautete die Begründung der diesjährigen „filmzeit“-Jury zum Siegerfilm „Erledigung einer Sache“. Dustin Loose hatte sich für seine Diplom-Arbeit an der Filmakademie Baden-Württemberg an einer Geschichte des internationalen Bestseller-Autors Hakan Nesser orientiert und das Werk in Kooperation mit SWR/arte realisiert.

Loose hatte im September dafür bereits in Los Angeles den Nachwuchs-Oscar in Silber bekommen. Dass nun auch der „Blasi“ folgte, freut Loose nach eigener Aussage: „Das Kaufbeu­rer Filmfestival hat einen ganz besonderen Charme, das hat sich auch in der Szene bereits herumgesprochen“, so der Preisträger, der beim eigentlichen filmzeit-Abschluss 2015 im Oktober nicht persönlich anwesend sein konnte und sich die Trophäe deshalb nun nachträglich abholte.

Oberbürgermeister Stefan Bosse gratulierte persönlich. Er selbst sei „Fan des Films“, seit er ihn zum ersten Mal gesehen habe. „Ein Familienschicksal so atmosphärisch dicht und in so kurzer Zeit derart berührend darzustellen – das kann nur Film“, sagte er. Birgit Kern-Harasymiw als Angehörige des „filmzeit“-Organisationsteams richtete anlässlich der Preisverleihung erneut die Bitte an die Stadt, die jährliche Veranstaltung künftig mehr zu unterstützen. „Wir haben großen Erfolg mit der Filmzeit und bringen damit auch Kaufbeuren einen guten Ruf – national und international. Gleichzeitig sei das Team hauptsächlich ehrenamtlich tätig, „nur rund 20 Prozent unserer Arbeit wird bezahlt“, so Kern-Harasymiw.

Siegfried Knaak, Wirtschaftsreferent im Rathaus, erklärte dazu im Nachgespräch, es sei durchaus Ziel der Stadt und aller Beteiligten, das Festival auf „solide und zukunftsfähige Beine“ zu stellen. Die „filmzeit“ sei einer der kulturellen Leuchttürme der Stadt. Trotzdem könnten nicht alle Wünsche erfüllt werden. „Es muss geklärt werden, was kann weiter ehrenamtlich geschehen und was mit bezahlten Leuten“, so Knaak. In den nächsten drei bis vier Monaten soll das Thema in die Haushaltsberatungen im Stadtrat einfließen.

von Michaela Frisch

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