Landkreis will neue Unterkunft errichten

Mehr Flüchtlinge

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So leben heute die 29 Asylbewerber in der Containersiedlung im Buchloer Gewerbegebiet. In der „Löwengrube“ soll ein „Apartmenthaus“ aus Holz entstehen, in dem dann Platz für 125 Flüchtlinge und Asylbewerber sein wird.

Jeder Ort, ob groß oder klein, soll entsprechend seiner Einwohnerzahl Flüchtlinge unterbringen. Man hat sich auf eine Quote von einem Prozent geeinigt, berichtete Bürgermeister Josef Schweinberger. Für Buchloe würde das bedeuten, dass bei rund 12500 Einwohnern 125 Asylbewerber unterzubringen sind. Gegenwärtig leben in der Stadt 47 Flüchtlinge, davon 29 in einer Containeranlage im Gewerbegebiet. 

Für Buchloes Stadtrat stand in der jüngsten Sitzung eine Grundsatzentscheidung über den Standort an. Die Verwaltung schlug den Stadträten vor, zwischen der „Löwengrube“ und der Kaufbeurer Straße nahe dem Wasserwerk eine entsprechende Grundstücksfläche bereit zu stellen. Bauherr wäre der Landkreis, der auf dem Grundstück ein Apartmenthaus in Fertigbauweise aus Holz bauen würde. Mit den Anwohnern sei noch nicht gesprochen worden. Dies werde aber sofort in die Wege geleitet, betonte der Bürgermeister. 

Verpflichtung zu helfen 

„Die Zeit drängt“, betonte der Rathauschef. Alleine letztes Wochenende seien 2900 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet worden. Er rechne damit, dass die bisherige Welle von Flüchtlingen in diesem Jahr erst der Anfang sei, sagte Schweinberger. Er wies erneut auf die menschliche und christliche Verpflichtung hin, zu helfen. Kritik an der gesamten europäischen Asylpolitik kam zunächst von Maximilian Hart- leitner (CSU). Konkret fragte der Stadtrat, warum man die Flüchtlinge nicht weiter im Gewerbegebiet unterbringen will. Dem Bürgermeister schien die Fläche für 125 Menschen zu klein. Grundsätzlich sagte er, Buchloe hätte zu wenig ausreichende Flächen.

„Wer hätte vor zweieinhalb Jahren, als die Container angeschafft wurden, jemals daran gedacht, dass sich die Flüchtlingszahlen derart steigen würden“, betonte Josef Schweinberger. Stadträtin Elfriede Klein (Grüne) betonte, sie sei nicht sehr glücklich, alle Flüchtlinge „ghettoartig“ in einem Haus unter zu bringen. Josef Schweinberger sagte, das sei kein Idealzustand. „Es geht aber nicht darum, was wir uns wünschen“. Jetzt müsse gehandelt werden. Für CSU-Fraktionschef Herbert Barthelmes ist das neue Konzept einer gerechteren Verteilung erfreulich. 

Er sieht aber die Gefahr, dass die ehrenamtlichen Helfer wegen der großen Zahl überfordert seien. Der Rathauschef gab ihm recht. „Die Grenze der Belastbarkeit ist erreicht“, sagte Schweinberger. Den ehrenamtlichen Helfern sprach der Bürgermeister ein großes Lob für ihr Engagement aus. Zukünftig soll nach seiner Kenntnis das Haus von Sozialarbeitern betreut werden. Auch habe der Landkreis zugesichert, einen Hausmeister zu stellen. Auf die Frage von Stadtrat Franz Lang (FWV), ob auch Familien in dem geplanten Apartmenthaus untergebracht werden könnten, sagte Josef Schweinberger, dies sei möglich. Die Bevölkerung in Buchloe sei gegenüber Flüchtlingen sehr offen, sagte Stadträtin Amely Beutlrock UBI). Buchloe werde das Problem gut meistern, versprach sie und fügte hinzu: „Wir schaffen das“. Mit zwei Gegenstimmung plädierte der Stadtrat für diesen neuen Standort. von Siegfried Spörer

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