Freude ist groß über Entscheidung des Bundesministeriums der Verteidigung

Deutsche Flugsicherung übernimmt 2017 Ausbildung am Fliegerhorst Kaufbeuren

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Ab 2017 wird die Deutsche Flugsicherung GmbH am Fliegerhorst die Ausbildung für die Bundeswehr sowie für den zivilen Bereich übernehmen.

Kaufbeuren – Es war eine gute Nachricht, die am Montagabend die politischen Mandatsträger in Kaufbeuren aus München erreichte. Denn die Durchführung der Flugsicherungsausbildung wird auch zukünftig in Kaufbeuren erfolgen. 

Zwar nicht mehr durch die Bundeswehr, aber im Rahmen einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (ÖPP) durch die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS). 

Diese sehnlichst erwartete Entscheidung verkündete Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Montagabend bei einem Besuch in München. Die DSF soll ab 2017 ihre Arbeit am Fliegerhorst aufnehmen und darf auch zivile Personen ausbilden. 

Oberst Dr. Volker Pötzsch, Kommandeur der Abteilung Süd des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe am Fliegerhorst in Kaufbeuren, sagte gegenüber dem Kreisboten in einer ersten Stellungnahme: „Wir freuen uns über die Entscheidung; denn sie bietet uns nun Planungssicherheit. Mit voller Energie werden wir die Umsetzung sicherstellen und die Ausbildung in gewohnt hoher Qualität weiter gewährleisten.“ 

Aber auch quer durch alle Fraktionen wurde in Kaufbeuren diese Entscheidung positiv aufgenommen. So begrüßte Kaufbeurens OB Stefan Bosse die Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums zum Erhalt der militärischen Flugsicherungsausbildung in Kaufbeuren. „Ich freue mich außerordentlich über diese Nachricht. Sie ist das Ergebnis von jahrelangen Bemühungen.“ 

Allen voran dankte Bosse der Staatsregierung, „die Wort gehalten und Kaufbeuren unterstützt hat“. So habe sich unter anderem Ministerpräsident Horst Seehofer persönlich für das Vorhaben eingesetzt, ebenso Staatskanzleiminister Dr. Marcel Huber sowie sein Vorgänger Thomas Kreuzer. 

Bosses Dank galt auch dem Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke sowie Bernhard Pohl, Mitglied des Bayerischen Landtags, „der den Fokus auf die Flugsicherung gelenkt hat“. 

Der Erhalt der Flugsicherungsausbildung in Kaufbeuren biete aus Bosses Sicht der Stadt eine großartige Zukunftsperspektive in einem spannenden Technologiebereich. „Hier kann ein Nukleus für weitere Ansiedlungen entstehen. Denkbar wäre etwa, dass sich die Ausbildung eines Tages auch auf den zivilen Sektor erstreckt“, so der Rathauschef. Die Entscheidung sei ein weiterer wichtiger Baustein in der Konversion des Fliegerhorst-Geländes. „Wir dürfen bei aller Freude aber nicht vergessen, dass die Konversion eine gewaltige Aufgabe bleibt, bei der wir auch weiter auf Unterstützung angewiesen sind“, so Bosse abschließend. 

Auch für den Landtagsabgeordneten der Freien Wähler, Bernhard Pohl, habe sich „ein langer und schwieriger Kampf hat ausgezahlt“. Schon lang vor der heißen Phase der Standortentscheidung hätten er und seine Fraktionskollegen die Idee einer zivil-militärischen Kooperation im Bereich der Flugsicherung geboren. „Wir haben auf das richtige Pferd gesetzt und somit einen wichtigen Teil der Bundeswehrausbildung für Kaufbeuren retten können“, so Pohl. 

Die Fluglotsenausbildung soll nun aus Pohls Sicht, auch über den militärischen Bereich hinaus, ein technologischer Ankerpunkt für die gewerbliche Wirtschaft werden. „Hier können wir unsere technologische Kompetenz ausbauen und unsere Produkte auf dem Weltmarkt anbieten“, freut sich der stellvertretender Vorsitzender der Freie Wähler Landtagsfraktion. 

Auch sein Stadtrats-Fraktionskollege Richard Drexl fordert, die aus dieser Entscheidung resultierenden Chancen entschlossen wahrzunehmen: „Wenn es gelingt, mit der in Kaufbeuren vorhandenen Expertise der Flugsicherung neue Geschäftsfelder zu eröffnen, könnte Kaufbeuren zum Markenzeichen technisch anspruchsvoller Ausbildungsangebote im Bereich der Luftfahrt werden.“ Dies könne auch ein entscheidendes Argument für hochqualifizierte Industrieansiedlungen sein. 

Pohl mahnt indes, bei den Bemühungen um die Zukunftssicherung Kaufbeurens nicht nachzulassen. „Wir haben jetzt einen ganz wichtigen Etappensieg errungen. Wir müssen aber auch in vielen anderen Bereichen noch entscheidend vorankommen, um Kaufbeuren die dynamische Entwicklung zurückzugeben, die es Jahrzehnte nach dem Krieg hatte. Kaufbeuren ist ein starker und innovativer Standort mit vielen herausragenden Köpfen. Wir haben ein weit überdurchschnittliches Potenzial. Das können wir entscheidend stärken, indem wir einen der Erfolgsfaktoren der Stadt, die Bundeswehr, wenigstens in Teilbereichen erhalten.“

Von Kai Lorenz

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