Kontroverse Diskussion

Bildung besser koordinieren

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Um die Bildungslandschaft im Ostallgäu effektiver zu gestalten, Handlungsbedarfe zu erkennen und mögliche Doppelstrukturen zu verhindern, will der Landkreis jetzt einen Antrag beim Bund auf Förderung eines „Bildungsmonitorings” stellen.

Marktoberdorf – Bildung ist ein wichtiger Standortfaktor. Insoweit waren sich die Mitglieder des Kreisausschusses für Kultur, Bildung, Sport und Ehrenamt am vergangenen Freitag einig. Trotzdem gab es eine kontroverse Diskussion darüber, ob ein sogenanntes „Bildungsmonitoring“ im Landkreis eingerichtet werden soll.

Mit einer Gegenstimme stimmten die Räte schließlich jedoch zu. Gefördert wird das Monitoring zu 50 Prozent über Bundesmittel. 

Wie Dr. Barbara Rink von der Transferagentur Bayern ausführte, geht es beim Bildungsmonitoring darum, mittels Datenerhebungen vorhandene Angebote auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und Handlungsbedarfe zu identifizieren. 

So sollen Personal und Finanzen zielgenauer eingesetzt werden können. Das Förderprogramm des Bundes „Bildung integriert“ ermöglicht es seit einiger Zeit, dass Engagement in Sachen Bildung – auch im Ostallgäu – finanziell gefördert werden kann. „Sie entscheiden, was sie machen wollen, und wir von der Transferagentur können dabei helfen“, fasste Rink zusammen. 

Das Programm verlangt allerdings, dass zwei Personalstellen im Bereich Bildungsmanagement zusätzlich geschaffen werden. Eine dieser Stellen könne laut Dr. German Penzholz, Bildungskoordinator für den Landkreis, mit einer Stundenaufstockung geleistet werden, eine Stelle müsste komplett neu geschaffen werden. Penzholz plädierte für eine unbedingte Einführung des Bildungsmonitorings. 

Nicht alle Ausschussmitglieder wollten sich hiervon allerdings gleich überzeugen lassen. So sagte zwar Andreas Kaufmann (Roßhaupten, CSU), eine finanzielle Förderung sei „immer interessant“, Regina Renner (Marktoberdorf, SPD), hielt aber dagegen, der veranschlagte Förderzeitraum von drei Jahren sei „recht kurz“. Die neu geschaffene Stelle falle nach den drei Jahren eventuell wieder weg. Dies sei gut zu überlegen. 

Werner Moll (Bertoldshofen, FWO) mahnte, es blieben ja immer noch die Restkosten für den Landkreis. Man sei finanziell nicht „auf Rosen gebettet“ und solle sich deshalb „nicht zu viel ans Bein binden“. Man sei auf Landkreisebene gut aufgestellt, was Bildung angehe. Deshalb wollte er der Einführung des Bildungsmonitorings nicht zustimmen. 

Am Ende ließen sich die übrigen Räte jedoch von dem Argument überzeugen, dass bei Erfolg das Bildungsmonitoring möglicherweise weiter fortgesetzt werden kann. Landrätin Maria Rita Zinnecker führte zudem ins Feld, dass die Position des Bildungskoordinators, der bereits jetzt unbefristet mit einer 0,64-Stelle vom Landkreis finanziert wird, zum Bildungsmanager umgewandelt werden könne. 

Die zusätzliche 0,64-Stelle könne wiederum aus den Bundesfördermitteln finanziert werden. So entstünden dem Landkreis keine neuen Personalkosten. Es wurde mit einer Gegenstimme der Beschluss gefasst, den Förderantrag für das Programm „Bildung integriert“ beim Bundesministerium zu stellen.

von Michaela Frisch

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