Stadträte äußern Zweifel am Bauprojekt "Fachmarktzentrum Forettle" – Investor erklärt: "Alles läuft nach Plan"

"Wir arbeiten mit Hochdruck"

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Auf dem Areal des "Forettle" will der Berliner Investor Dr. Aldinger & Fischer ein großes Fachmarktzentrum errichten. Spatenstich könnte noch heuer sein.

Kaufbeuren/Berlin – Die Diskussionen um das geplante Fachmarkzentrum am "Forettle" mitten in Kaufbeuren sind aufs Neue entbrannt. "Es geht nichts voran", bemängeln unter anderem die Freien Wähler und fordern einen Sachstandsbericht. Der Investor wiederum kann die ganze Aufregung nicht nachvollziehen.

Das Vorhaben des Berliner Investors Dr. Henrik Aldinger, im Kaufbeurer „Forettle“ ein Fachmarktzentrum zu errichten, wurde bereits im Juli 2012 heiß im Stadtrat diskutiert. Letztlich hat das Gremium einstimmig beschlossen, dem Investor eine seinem Vorhaben entsprechende Planung zu signalisieren, die baurechtlich die Umsetzung des Vorhabens gestattet. Seitdem macht sich jedoch bei einigen Stadträten Unruhe breit: Sind doch seit dem auf Drängen des Investors eilig gefassten Beschluss einige Monate vergangen, ohne dass es nach außen sichtbare Fortschritte gibt. Grund genug für Stadtrat Walter Folter, die Stadtverwaltung in einem Antrag seiner Gruppierung aufzufordern, einen detaillierten Bericht über den aktuellen Sachstand zu erarbeiten. Denn aus Folters Sicht wäre es nicht hinnehmbar, „sich dem Investor gegenüber auf Jahre hinaus zu binden, ohne dass die damals zugrunde gelegten Planungen sicher realisiert werden“. Auf Nachfrage des Kreisboten beruhigte jedoch Jochen Ehlers, Projektleiter bei der Unternehmensgruppe Dr. Aldinger & Fischer: „Es läuft alles nach Plan“. 

Wie die Freien Wähler betonen, handle es sich beim Forettle um Filetgrundstücke innerhalb der Kernstadt, deren Beplanung besondere Sorgfalt benötige. Hier sei auch im Hinblick auf das Gesamtbild der Stadt eine stärkere Einflussnahme des Stadtrats als politischem Gremium erforderlich. „Insbesondere aber sollten wir es uns aber nicht leisten, die Grundstücke planerisch auf viele Jahre für einen Investor zu reservieren, ohne sicher zu wissen, ob die damals vorgestellten Pläne auch in absehbarer Zeit realisiert werden“, erklärte Folter in dem Antrag. Die Freien Wähler bitten daher „um einen detaillierten Sachstandsbericht und dann um eine ergebnisoffene Diskussion, die gegebenenfalls auch dazu führen kann, die im Sommer 2012 gefassten Beschlüsse auf der jetzigen Entscheidungsgrundlage weiterzuentwickeln“. 

Planungen laufen 

Wie berichtet, plant das Berliner Unternehmen Dr. Aldinger & Fischer, im Forettle ein Fachmarktzentrum mit rund 9.000 Quadratmetern Verkaufsfläche zu errichten. Hierfür hatte der Stadtrat im Juli 2012 grünes Licht gegeben, die Pläne weiter voranzutreiben. Zwischenzeitlich wurden die ursprünglichen Pläne leicht abgespeckt. Von Verzögerungen bei den Planungen könne aber keine Rede sein, so Projektleiter Ehlers auf Anfrage: „Wir sind aktiv und mit Hochdruck mit dem sogenannten Baugenehmigungsverfahren beschäftigt und arbeiten diesbezüglich natürlich eng mit der Verwaltung in Kaufbeuren zusammen“. Dazu gehöre unter anderem die Erarbeitung eines Bebauungsplans, der dann nach Abschluss des Verfahrens dem Stadtrat vorgelegt werde. „Ich kann verstehen, dass es für die Bürger und die Menschen, die nicht direkt mit dem Projekt und den Abläufen befasst sind, so aussieht, als passiere nichts. Das ist aber definitiv nicht der Fall“, erklärter Ehlers. 

Auch die Stadtratsmitglieder seien – trotz ihrer „Nähe“ zum Rathaus – natürlich nicht in die Detailabstimmung zwischen Unternehmen und Verwaltung involviert – „das ist auch gar nicht üblich und würde zudem den Rahmen sprengen“, erklärte der Projektsleiter mit Blick auf den Antrag der Freien Wähler. Die Politik sei aus Ehlers Sicht dann wieder für die „große Linie“ zuständig, wenn das Ergebnis, also der Bebauungs- plan, zur Abstimmung vorgelegt wird. „Es ist klar, dass so mancher am liebsten morgen die Bagger anrollen lassen würde, aber so schnell geht es leider nicht“, sagte der Projektleiter. 

Baubeginn Ende 2013? 

Wie zügig das Projekt voran geht, liege allerdings nicht nur am Berliner Investor, sondern es gebe zum Beispiel vorgeschriebene Fristen, die eingehalten werden müssen. Zudem, so Ehlers gegenüber dem Kreisboten, laufen derzeit die Verhandlungen mit möglichen Mietern. Mit Rewe gebe es bereits einen Vertrag, „für die anderen Mietverhältnisse stehen wir mit Interessenten in den Endverhandlungen“. „Panik“ sei somit fehl am Platz – „Wir als Investor führen das Projekt ganz normal und mit unverändert großer Zuversicht weiter“, resümiert der Projektleiter und fügt hinzu: „Wenn alles wie vorgesehen läuft, findet die Beschlussfassung des Stadtrats über unsere Pläne im Sommer dieses Jahres statt“. Dann erfolge der „Billigungs- und Auslegungsbeschluss“, soll heißen, es werden die Pläne öffentlich ausgelegt, und je nachdem wie viele Einsprüche oder ähnliche verzögernde Faktoren eintreten, könnte schon Ende dieses Jahres mit dem Bau begonnen werden. „Es dauert nach der Entscheidung des Stadtrats aber auf jeden Fall mindestens ein paar Monate“, so Ehlers abschließend. von Kai Lorenz und Michaela Frisch

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