Neuer Kindergarten im Süden geplant

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Der fast 120 Jahre alte Kindergarten in der Ludwigsstraße wird wegen zu hoher Sanierungskosten nach Fertigstellung des neuen Kindergartens in Buchloe Süd abgerissen.

Buchloe – Seit den Einweihungsfeierlichkeiten für den neuen Kindergarten „Storchenkinder“ sind gerade einmal ein paar Tage vergangen, da muss Buchloes Stadtrat schon den Neubau des nächsten Kindergartens beschließen.

Der soll im Bereich der letzten Häuserzeile der Lindenberger Straße nahe der Autobahn und der Gennach entstehen. Dort ist auch ein neues Wohngebiet in Planung. Buchloes Stadtrat gab zunächst grünes Licht für eine entsprechende Änderung des Baubauungsplanes Buchloe Süd IV und für die Änderung des Flächennutzungsplanes.

In einen eigenen Tagesordnungspunkt ging es dann konkret um die Bedarfsfeststellung und die Billigung der bisherigen Planung. Bürgermeister Josef Schweinberger wies zunächst darauf hin, dass die Stadt weiterhin ein begehrter Wohnort im weiteren Umfeld von München sei, was nicht zuletzt der guten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und der Autobahnverbindung geschuldet sei. Darüber hinaus wurden eine Reihe von Wohneinheiten in der Augsburger Straße und Zeppelinstraße fertiggestellt. Weitere Wohnungen, beispielsweise in der Mindelheimer Straße, seinen im Bau oder in Planung. Dazu käme noch die Verdichtung der Innenstadt und das geplante Wohngebiet in Buchloe Süd.

Der Stadtrat hatte bereits im Februar dieses Jahres grundsätzlich beschlossen, aufgrund der Anmeldungszahlen für das Betreuungsjahr 2016/2017 die Kindertagesstätte im Süden zu planen. In dem Neubau sollen zwei Kindergartengruppen und drei Krippengruppen untergebracht werden. Mit der Planung ist das Architekturbüro Degle & Degle aus Königsbrunn beauftragt.

Mit Fertigstellung des Neubaus soll ein anderer Kindergarten geschlossen werden. Wie bereits mehrfach berichtet, ist der Franziskus Kindergarten in der Ludwigstraße erheblich in die Jahre gekommen. Genaugenommen stammt das Gebäude aus dem Jahr 1898. Es war der erste Kindergarten in Buchloe, damals nannte man es noch „Kinderbewahranstalt“. Eine Sanierung ist unwirtschaftlich, da die Sanierungskosten circa 83 Prozent der Kosten für einen Neubau betragen würden.

Das Haus wird abgerissen, betonte Josef Schweinberger. Das Grundstück bleibe aber ein Kindergartengrundstück und werde nicht andersweitig genutzt oder verkauft.

Von den bislang drei bestehenden Kindergartengruppen im Franziskus Kindergarten werden zwei Gruppen in dem neuen Kindergarten untergebracht und die Kinder der dritten Gruppe auf die bestehenden Kindertageseinrichtungen in Buchloe aufgeteilt.

Insbesondere im Kinderkrippenbereich wird es eng. Josef Schweinberger begründete dies mit der Tatsache, dass Eltern zunehmend das Angebot der Krippenbetreuung nutzen würden. Lag die Betreuungsquote bei ein- und zweijährigen Kindern vor zwei Jahren noch bei 35 Prozent, seien es heute schon bei knapp 50 Prozent. „Der Bedarf wird weiter steigen“, prognostizierte des Rathauschef. „Und wir sind wegen des im Oktober ergangenen Urteils des Bundesgerichtshofes gehalten, weitere Krippenplätze vorzuhalten“. Ein Anstieg der Betreuungsquote um zehn Prozent, bedeute für Buchloe 20 zusätzliche Krippenplätze.

Derzeit stehen nach Angaben der Verwaltung 110 Krippenplätze für ein- und zweijährige Kinder zur Verfügung. 98 Plätze sind belegt.

Bei der Bedarfsermittlung zum Kindergarten „Storchenkinder“ sei man davon ausgegangen, dass die hier entstehenden Betreuungsplätze für längere Zeit ausreichend seien.

„Wir sind bei der Schaffung von Kindergartenplätzen immer der Entwicklung hinterhergelaufen“, meinte ein nachdenklicher Bürgermeister. „Wir sind halt eine Zuzugsregion“. Das gleiche Problem haben nach Aussagen des Rathauschefs auch die Nachbargemeinden, die zur VG Buchloe gehören, schon zu spüren gekommen. Waal und Lamerdingen seien voll belegt und werden wohl oder übel auch neu bauen müssen. Größere Kindergärten mit mehr als fünf Gruppen hält der Bürgermeister nicht für sinnvoll.

Josef Rid (FWV) sieht die Entwicklung positiv. Er freue sich über den Nachwuchs und über jeden neuen Kindergarten, den Buchloe neu baut.

Der Stadtrat billigte die vorgestellte Planung für die neue Kindertagesstätte Buchloe Süd mit zwei Kindergartengruppen und drei Krippengruppen mit insgesamt 36 Krippenplätzen. Gleichzeitig stellte der Stadtrat fest, dass eine Sanierung des Franziskus-Kindergartens wegen der hohen Sanierungskosten nicht wirtschaftlich ist. Das Gremium sieht auch weiterhin einen hohen Bedarf an Kinderkrippenplätzen.

von Siegfried Spörer

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