Freude aufs Tänzelfest

In vielen Kaufbeurer Wohnungen hängen die Kostüme frisch gebügelt bereit für das große Ereignis an diesem Wochenende: Es ist endlich wieder Tänzelfest und das bedeutet, Spaß und Freude für jedes Alter. Geschichte hautnah mit ganz viel Vergnügen erleben. In diesem Jahr dreht sich das Fest um den Besuch von Kaiser Maximilian I. vor 500 Jahren in der Wertachstadt.

Kaiser Maximilian I. weilte nach seiner Krönung vor 500 Jahren zu einem Besuch in der Wertachstadt. Zudem wäre der Monarch in diesem Jahr 550 Jahre alt geworden. Diese beiden Gründe sind Anlass für den Tänzelfestverein, den Kaiser 2009 in den Mittelpunkt zu rücken. Um in Kaufbeuren angemessen logieren zu können, erwarb Maximilian I. im Jahr 1504 ein staatliches Gebäude am Markt. Heute steht an dieser Stelle die Dreifaltigkeitskirche. Den so genannten Markt benannte der Magistrat erst im Jahr 1900 in Kaiser-Max-Strasse um. Den Auftakt der diesjährigen Festtage bildet am Donnerstag, 16. Juli, ab 20 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der Kaiser-Max-Strasse. Die Eröffnungsfeier schließt sich daran gegen 20.30 Uhr an. In einer Spielszene vor dem Rathaus erleben die Zuschauer mit, wie sich die Ratsherren und edlen Leute auf das Fest zu Ehren des Kaisers vorbereiten. Die klamme Stadtkasse scheint zunächst ein würdiges Fest für das gekrönte Haupt zu verhindern. Finden die Kaufbeurer Bürger dennoch eine Möglichkeit, den Kaiser zu erfreuen? Lassen Sie sich überraschen. Zurück in die Vergangenheit, ab ins Mittelalter der ehemals freien Reichsstadt Buron, heißt es für die Besucher des Lagerlebens. In den rund 70 Lagern werden die Gäste mit Musik und Spielen oder Speis und Trank erfreut. Die Stadttore für das Lagerleben öffnen sich am Freitag, 17. Juli, um 19 Uhr und Samstag, 18. Juli, um 18 Uhr. Anlässlich des 20. Lagerlebens werden acht Gruppen ausgezeichnet, die bereits seit Beginn kontinuierlich mit einem eigenen Lager teilgenommen haben. Dazu zählt auch die Freiwillige Feuerwehr Kaufbeuren, die heuer mit einer Neuheit das Lagerleben bereichert. Auf dem Kirchplatz von St. Martin errichten sie eine „Mittelalterliche Badestube”. Wie es zu jener Zeit üblich war, dürfen die Herrschaften in einem großen Holzzuber Platz nehmen. Bis zu fünf Badegäste passen gleichzeitig hinein und werden auch noch standesgemäß bewirtet. Zum „Anbaden” hat die Freiwillige Feuerwehr Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse und Tänzelfestvereinsvorstand Horst Lauerwald am Freitagabend um 20 Uhr eingeladen. Der Festzug ist kompakt und wunderbar anschaulich eine schöne Zusammenfassung der Kaufbeurer Stadtgeschichte. Über 1600 Kinder, 33 Festwagen und über 150 Pferde machen den Festzug zu einem farbenfrohen Erlebnis. Fester Bestandteil sind dabei die „Salzburger Exulanten”, die im Jahr 1731 in die Wertachstadt kamen. Diese Gruppe wurde heuer von den fleissigen Schneiderinnen der Tänzelfestkammer neu eingekleidet. Die Termine für die Festumzüge gilt es vorzumerken: Sonntag, 19. Juli, und Montag, 20. Juli. Der Umzug beginnt um 14 Uhr. Jeweils bevor der Festumzug startet wird um 13.30 Uhr vor dem Rathaus mit einer Spielszene ein Besuch des Kaisers vom Mai 1497 dargestellt. Die Texte für die „Huldigung” und die „Ableistung des Treueeides” schrieb vor fünf Jahrzehnten Arthur Maximilian Miller. Mit neuen Inhalten und flüssigeren Dialogen aus der Feder von Jürgen Kraus werden 2009 erstmals neue Spielszenen aufgeführt. Die Kinderaktivitäten auf dem Hafenmarkt, die an die Handwerkskunst früherer Jahrhunderte erinnern, sind ebenfalls sehenswert. Die Stände auf dem Hafenmarkt haben geöffnet am Samstag, 18. Juli, von 10 bis 13 Uhr, Sonntag, 19. Juli, von 10 bis 12 Uhr und am Montag, 20. Juli, von 9 bis 12 Uhr.

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