Freundliche Übernahme

Bürgermeister Gerhard Bucher überreichte Wolfgang Gall ein kleines „Willkommensgeschenk“.

Sechs Jahre lang war OStD Georg Renner Schulleiter der Fachoberschule und Berufsoberschule (FOS/BOS) der Wertachstadt; nun hat er sein Amt offiziell an Nachfolger OStD Wolfgang Gall übergeben. Bei einer Feier in der Aula des Schulgebäudes blickten die Anwesenden auf eine harmonische Zeit mit Renner zurück und begrüßten den „Neuen“, Gall, in Kaufbeuren. Dieser hatte nach eigener Aussage bereits die letzten Wochen dazu genutzt, sich hier einzuleben. „Ich habe in Kaufbeuren gleich ein offenes und freundliches Willkommen erlebt und kann sagen, dass ich mich freue hier zu sein“, so der zukünftige Schulleiter.

Von einer „freundlichen Übernahme“ sprach Bürgermeister Gerhard Bucher mit einem Schmunzeln im Hinblick auf die Tatsache, dass sowohl der scheidende als auch der jetzige Direktor eine Verbindung zur Unterallgäuer Stadt Mindelheim haben – beide hatten in ihrer beruflichen Laufbahn einige Zeit dort verbracht. Für Renner gehe der Weg nun weite nach München an das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) erzählte Bucher. Nicht umsonst habe Renner in seiner Zeit an der Schule ein Qualitätsmanagement-System eingeführt. Ob Umbaumaßnahmen in der Verwaltung oder die unermüdliche Arbeit in Rahmen des Fördervereins der FOS/BOS, Renner sei für seine „hartnäckige und gleichzeitig freundschaftliche Art“ bekannt gewesen. Als Abschiedsgeschenk überreichte der Bürgermeister Renner ein Bild der Stadt Kaufbeuren als Andenken und begrüßte direkt in Anschluss Wolfgang Gall in seinem neuen Amt. Staatssekretär Franz Pschierer dankte in seiner darauffolgenden Ansprache Georg Renner für die „stets gute Zusammenarbeit“, der „Ton“ habe „immer gestimmt“. „Da ist jemand Schulleiter gewesen, der seine Führungsqualitäten bewiesen hat“, so Pschierer. Die Bedeutung einer guten Führung der FOS/BOS sei nicht zu unterschätzen, kämen doch heutzutage rund 42 Prozent aller Hochschulberechtigten nicht vom Gymnasium sondern von alternativen Schulformen wie eben den Fachober- und Berufsoberschulen. Theorie und Praxis seien hier ideal vernetzt. Pschierer nutzte zudem die Gelegenheit, eine Lanze für die bayerischen Schulformen zu brechen: „Wer behauptet, bei uns würden nach der vierten Klasse die Schüler ausgesondert und in starre Bahnen gelenkt, hat unrecht; die Abiturienten der Fachober- und Berufsoberschulen sind das beste Beispiel dafür!“ An Gall gerichtet, betonte er: „Sie werden das Werk sicher dementsprechend weiterführen, denn Sie besitzen die „drei K’s“: den Kompass wo es hingehen soll, die nötige Kompetenz und Kompromissbereitschaft.“ Die offizielle Amtseinführung nahm dann der Ministerialbeauftragte Konrad Maurer vor. Auch er lobte OStD Renner und wünschte Gall viel Glück und Erfolg. Renner erklärte in seiner eigenen Ansprache, er werde Kaufbeuren sicher „an dem einen oder anderen Tag vermissen“ und wolle auf jeden Fall zur Einweihung des baldigen Neubaus kommen. Die vergangenen sechs Jahre seien wohl einige der prägendsten seiner Berufslaufbahn gewesen. Einen großen Dank sprach er seinen ehemaligen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aus und überreichte den „Damen aus dem Sekretariat“ Blumen zu Abschied. Diese bedankten sich zusammen mit der Band „FOS/BOS Combo & Freunde“, die auch zwischen den Ansprachen mit Instrumentalstücken immer wieder für Auflockerung sorgte, mit einer musikalischen Einlage. Ein kleines Sprechstück zur Überraschung hatten die SMV (Schülermitverwaltung)-Vertreter Seraphina Schweiger und Stefan Roll zusammen mit Personalrat Karl Thimm und Elternbeirat Thomas Denninger vorbereitet. Gemeinsam anpacken Gall als zukünftiger Leiter der Institution sprach als Letzter. Er zeigte sich beeindruckt von der bisherigen Arbeit an der Schule; die vergangenen 40 Jahre seien „40 Jahre Erfolgsgeschichte“ gewesen. Die FOS und BOS böten jungen Menschen die Gelegenheit, Umwege im Bildungs-Lebenslauf zu machen, die manchmal „eben nötig seien“. Er sehe sich als zukünftiger Rektor dieser Schulform nicht als Konkurrent zu den Gymnasien. Auf die Erweiterung als Zeichen des positiven Wachstums freue er sich sehr: „Wenn wir alles gemeinsam angehen, werden wir den Übergang so angenehm wie möglich gestalten und nach der Erweiterung unsere Ziele verwirklichen können!“

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