Kinokritik: "Ice Age – Kollision voraus!"

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Scrat hat alles im Griff.

Die ersten vier „Ice Age”-Filme (2002, 2006, 2009, 2012) lockten mit ihren farbenfrohen Geschichten des Riesenfaultiers Sid und seinen Freunden Mammut Manni und Säbelzahntiger Diego, eine breite Fangemeinde ins Kino. Mit „Ice Age – Kollision voraus!“ bringen die Macher nun den fünften und gleichzeitig vermutlich letzten Teil der Dinosaurierreihe ins Kino. Natürlich ist auch diesmal Rattenhörchen Scrat wieder mit von der Partie und sorgt für ordentlich Chaos in dem fröhlich-bunten Animationsfilm.

Inhalt

Scrat ist wieder einmal auf der Jagd nach einer schwer zu erhaschenden Nuss. Versehentlich findet das Rattenhörnchen dabei ein ausrangiertes Raumschiff, das sich in Nullkommanichts aktivieren lässt. Völlig planlos katapultiert sich Scrat ins Universum, wo durch sein unvorsichtiges Verhalten eine Kettenreaktion komischer Ereignisse ausgelöst wird. 

Zur gleichen Zeit versucht sich Mammut Manni auf der Erde mit seinem zukünftigen Schwiegersohn anzufreunden. Nur schwer kann das Mammut den Gedanken ertragen, dass seine geliebte Tochter Peaches bald das Heim verlassen wird. In all seinem Frust vergisst er sogar den eigenen Hochzeitstag, was seine Frau Ellie schmerzt. Derweil macht sich Säbelzahntiger Diego ernsthafte Gedanken über die Familiengründung und Faultier Sid ist auf der Suche nach einer Partnerin fürs Leben. Doch als ein Meteoritenschauer vom Weltall auf die Erde stürzt, haben die Tiere ein weitaus größeres Problem. Sie müssen sich schleunigst in Sicherheit bringen. Hilfe bekommen sie dabei vom Dinosaurierflüsterer Buck.

Rezension

Der erneut von den Blue Sky Studios produzierte und von 20th Century Fox vertriebene Animationsfilm ist eine lohnenswerte Unterhaltung für junge und ältere Kinobesucher. Auch wenn die Geschichte etwas holprig daher kommt und die neu eingeführten Charaktere im ersten Moment nicht so recht zu den bekannten Figuren passen mögen, macht der Film Spaß. Rattenhörnchen Scrat ist wie immer der Running-Gag des Films. Völlig unkontrolliert landet der Nager, auf der Jagd nach einer begehrten Nuss, im Chaos. Dass er damit das Geschehen der gesamten Welt beeinflusst, war schon in den vier Vorfilmen der Fall. Der grobe Verlauf der Geschichte wiederholt sich demnach, auch wenn sich die gesamte Handlung nicht komplett erahnen lässt. Am Rande werden ausreichend Gags geboten, um sich zu amüsieren.

Immer wieder wechselt der Fokus zwischen Scrats Erlebnissen und der Geschehnisse der Herde, was den Erzählfluss zwar kurzfristig unterbricht, jedoch nicht allzu störend erscheint. Im Vordergrund der zugegeben dünnen Dramaturgie stehen die Figuren, die der Kinogemeinde im Laufe der Jahre ans Herz gewachsen sind. Sid, Manni und Diego sind schon seit geraumer Zeit nicht mehr alleine. Auch ihre Familien halten her, um die plastisch animierten Welten in beeindruckendem 3D zu beleben. 

Sowohl bei den Kulissen, als auch bei den Figuren, wird die Animationskunst groß geschrieben. Die Tiere sind dermaßen klar und sauber animiert, dass man stets das Gefühl hat, sie streicheln zu können. Die unterschiedlichen Fellarten erwecken allesamt einen extrem flauschigen Anschein, während die diabolischen Flugtiere mit schillernden Federn und schuppigen Schnäbeln ausgestattet sind. 

Nachdem bereits im vierten Film die Kontinentalverschiebung systematisch erläutert wurde, versuchen sich nun die Macher mit der Erklärung der Urknalltheorie. Dabei werden sämtliche, erdachte Figuren zusammengebracht, wodurch jede Ecke der Leinwand ausgefüllt wird. Überall lassen sich amüsante Charaktere entdecken, die ihren ganz eigenen Charme besitzen. Weniger stimmig werden die idealisierten Werte der Familie in den Vordergrund gerückt, was in einigen Szenen zu aufgesetzt wirkt. Die Tiere werden in jenen Momenten wieder vermenschlichst, was diesmal jedoch für einen etwas faden Beigeschmack sorgt.

Die Helden des Films sind wieder einmal Scrat und Sid, die beide in der deutschen Version von Otto Waalkes gesprochen werden. Aber auch Sids Oma ist erneut mit von der Partie und verteilt sarkastische Kommentare. Aus ihrem zahnlosen Mundwerk purzeln nicht nur allerhand flotte Sprüche, sondern auch einige schräge Ansichten und Beleidigungen, die auch einmal unterhalb der Gürtellinie landen. „Ice Age – Kollision voraus!“ bringt noch einmal die beliebten Uhrzeitgiganten auf der Kinoleinwand zusammen. Trotz einiger Ermüdungserscheinungen in der Handlung kann man sich auch mit dem fünften Teil der Reihe herrlich amüsieren und gemeinsamen mit dem Nachwuchs seinen Spaß haben.

von Sandy Kolbuch

Zum Film:

Originaltitel: Ice Age: Collision Course

Land: USA

FSK: 0

Regisseur: Galen T. Chu, Mike Thurmeier

Sprecher: Otto Waalkes, Thomas Nero Wolff, Thomas Fritsch, Daniela Hoffmann, Michael Iwannek, Ranja Bonalana, Ann-Kathrin Brömmel u.a

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