Buroniaball der Kunstreiter im Stadtsaal begeistert Publikum

Eine rauschende Ballnacht

+
Aufmarsch der Kunstreiter-Senatoren, flankiert durch den „Adel vom Burgenstadel“, Prinzessin Verena I. und Prinz Thomas III. mit Gefolge: Zunftmeisterin Carolin Schmid, Elferrat und Prinzengarde.

Kaufbeuren – Rund 300 Gäste in großer Abendgarderobe füllten vergangene Woche den Stadtsaal, um sich beim Buroniaball, Kaufbeurens einzigem Schwarz-Weiß-Ball, unterhalten zu lassen und unermüdlich zu tanzen.

Wie im vergangenen Jahr bot die als „Showband 2010“ ausgezeichnete und den Buroniaball-Stammgästen auch schon vom 145-jährigen Jubiläum der Kunstreiter 2011 bekannte Joe Williams Band bis in die frühen Morgenstunden Tanzmusik der Spitzenklasse und eine mitreißende Show. 

Während Kunstreiter-Hofmarschall Günter Alt die Gäste zum „Buroniaball 2014“ begrüßt hatte, um, wie er sagte, „zu testen, ob sie aufpassen“, war Schirmherr OB Stefan Bosse mit seinem Grußwort bereits im Jahr 2016 angelangt. Ein OB müsse schließlich immer ein bisschen seiner Zeit voraus sein. Spontanen Applaus erhielt er für seine augenzwinkernde Bemerkung – noch vor dem Bürgerentscheid: „Alle Damen sehen so gut aus, dass sie einen Preis als Kaufbeurens Shopping Queen verdient hätten. Und sie brauchen absolut kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ihr Kleid vielleicht 500 Euro gekostet hat, schließlich sind die Herren ja drauf und dran, sich am Sonntag ein Eisstadion für 20 Millionen zu leisten...“. 

Nach dem Grußwort von Günther „Güschi“ Seydel, diesmal in seiner Eigenschaft als Vertreter der Bayerisch-Schwäbischen Fastnachtsvereine (BSF) und als Ehrenvorsitzender von Aufbruch-Umbruch, eröffneten er und seine Frau Elvira sowie OB Bosse und seine Begleiterin Katja Brauner den Ball offiziell mit einem Wiener Walzer. 

Eine ganz andere Art von Tanz präsentierte die Prinzengarde der Fastnachtszunft Burgenstadel (FZB) Pforzen e. V. im Gefolge ihrer Lieblichkeit, Prinzessin Verena I. und seiner Tollität Prinz Thomas III: Die Garde warf die Beine wie im Moulin Rouge und riss den Saal zu Beifallstürmen hin. Die FZB, die 2014 noch rotgolden gewandet aufgetreten war, erschien heuer ganz neu eingekleidet in den Gründungsfarben Grün und Weiß. Auch diesmal verlieh das Prinzenpaar, „echter Adel vom Burgenstadel“, wieder einen „Buckelschärrer (Rückenkratzer)“, ein Abbild ihres Prinzenszepters, und zwar an den Kunstreiter-Ehrenpräsidenten Wolfgang Noack. Diese Ehrung nahm in Noacks Abwesenheit stellvertretend Vizepräsident Heinz Spöcker, natürlich, wie es sich gehört, auf Knien, entgegen.

 Das absolute Highlight etwas später am Abend war der Auftritt der Kunstturner des TSV Wiggensbach, die teilweise Bundes- und Landesligaformat aufweisen. Sie hatten sich 1985 zu der Showturngruppe „Crazy Turnados“ zusammengeschlossen und demonstrieren seitdem, dass die Turnkunst auch einen hohen Unterhaltungswert besitzt. Mit einem extra entwickelten neuen Turngerät, dem „Crazy-Wheel“, einem überdimensioniertes Rhönrad, dass sich in zwei Hälften zerlegen lässt, und mit einem Mini-Trampolin straften sie die Schwerkraft Lügen oder starteten als menschliche Raupe über die ganze Länge des Stadtsaals einen unwiderstehlichen Angriff auf die Lachmuskeln. 

Ein eigentlich erwartetes Highlight musste das Ballpublikum allerdings entbehren: Edmund Stoiber alias Präsident Wolfgang Krebs hatte sich entschuldigen lassen wegen einer Veranstaltung in München, der er sich nicht entziehen konnte. Aber zur 150-Jahrfeier am 9. Januar 2016 werde er ganz bestimmt dabei sein. Das Jubiläumsprogramm steht jetzt natürlich noch nicht fest, aber „es sollen auf jeden Fall a paar Knaller nei“, so Vizepräsident Heinz Spöcker. Daher gilt ab sofort für die Kunstreiter das Motto: Nach dem Ball ist vor dem Ball... 

von Ingrid Zasche

Meistgelesene Artikel

Buntes Treiben beim Buronia-Gala-Ball

Kaufbeuren – Rund 240 festlich gewandete Ballgäste hatten sich am vergangenen Samstag im Stadtsaal eingefunden, um am 151. Buronia-Gala-Ball der …
Buntes Treiben beim Buronia-Gala-Ball

Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Buchloe – Die Stadt lässt sich ihre Kindergärten etwas kosten. Das bedeutet aber auch, dass Gebührenerhöhungen unumgänglich sind. Der Hauptausschuss …
Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Kaufbeuren – Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler und Kaufbeurer Stadtrat Bernhard Pohl hat sich für 2017 viel vorgenommen. Diesen Eindruck …
Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Kommentare