"Internet ist Chefsache"

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Lindenbergs Feuerwehr hat eine neue Führungsriege. Sebastian Schweighofer (li.). ist neuer Kommandant und löst Herbert Rehle ab, der seit 1998 die Geschicke der Feuerwehr geleitet hat. Florian Mayr (re.) ist stellvertretender Kommandant. Sein Vorgänger war Markus Strodel.

Lindenberg – Bei der Freiwilligen Feuerwehr des Buchloer Ortsteiles Lindenberg hat es einen Führungswechsel gegeben. Neuer Kommandant ist Sebastian Schweighofer. Er löst Herbert Rehle ab, der seit 1998 die Geschicke der Lindenberger Feuerwehr geleitet hatte. Als neuen stellvertretenden Kommandanten wählten die Feuerwehrkameraden auf der gleichen Sitzung Florian Mayr. Er löst Markus Strodel ab, der den Posten seit 2005 innehatte.

Der Kreisbrandrat hat der Bestellung von Schweighofer und Florian Mayr bereits zugestimmt. Beide müssen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben noch den Lehrgang „Leiter einer Feuerwehr“ an der Staatlichen Feuerwehrschule innerhalb eines Jahres nachweisen. Auch der Stadtrat stimmte in der jüngsten Sitzung den Ernennungen einstimmig zu. 

Sebastian Schweighofer und Florian Mayr übernehmen von ihren Vorgängern ein bestelltes Haus. Dafür dankte der neue Kommandant dem alten. Zum Abschied und als kleines Dankeschön gab es auf der Jahreshauptversammlung Krüge als Geschenke. Unter Leitung von Herbert Rehle konnte vor zehn Jahren das Feuerwehrhaus gebaut werden, das Löschfahrzeug wurde schon 1998 beschafft, entspricht aber den Anforderungen. Die 30 aktiven Feuerwehrleute haben neue Schutzanzüge erhalten. Für Sebastian Schweighofer ist es wichtig, die Begeisterung für das Ehrenamt Feuerwehrmann und Feuerwehrfrau aufrecht zu halten. Dazu gehört natürlich eine Stärkung der Jugendarbeit. Auch neu zugezogene Mitbürger sollen für das Ehrenamt begeistert werden. 

Da die Lindenberger Feuerwehr eher eine kleine Wehr ist und keine Einsätze auf der nahegelegenen Autobahn oder auf Bundesstraßen leisten muss, ist die Belastung im Vergleich zur Buchloer Wehr geringer. 22 Einsätze wurden im Jahr 2015 verzeichnet. Am 19. Januar wurden Sebastian Schweighofer und Florian Mayr gewählt. Ihren ersten gemeinsamen Einsatz hatten beide bereits einige Tage später. Durch einen Sturm waren ein Baugerüst und der Hausgiebel auf ein Nachbargebäude gestürzt. 

Von den Familien geprägt 

Sebastian Schweighofer ist 31 Jahre alt und seit 1999 bei der Feuerwehr. Der gelernte Industriemechaniker, der bei der Firma Grob arbeitet, kam durch gelebte Familientradition zur Freiwilligen Feuerwehr. Der Vater und der Onkel seien Feuerwehrleute gewesen, erzählte er unserer Zeitung bei einem Gespräch. Seinen Gruppenführerlehrgang machte Schweighofer bereits 2009. Jugendwart ist er seit 2013. Schweighofer ist auch Gerätewart. Er gehörte dem Vorstand des Feuerwehrvereins mit seinen 207 Mitgliedern bis zu seiner Wahl als Kommandant an. 

Eine ähnliche Laufbahn hat auch Florian Mayr hinter sich. Auch in seiner Familie hatte das Ehrenamt eines Feuerwehrmannes Tradition. Aufgewachsen ist Mayr in Holzhausen, wo er im Jahr 2000 in die Jugendfeuerwehr eintrat. Seit 2014 gehört er den Floriansjüngern in Lindenberg an. Florian Mayr, der 30 Jahre alt ist, hat den Gruppenführerlehrgang in Geretsried im Jahr 2006 absolviert. Dieser Lehrgang ist Voraussetzung für weitere Beförderungen. 

Bei beiden steht noch der Lehrgang eines „Leiters der Feuerwehr“ an. In diesem viertägigen Lehrgang geht es weniger um einsatztaktische Grundlagen. Die werden schon in den Gruppenführerlehrgängen vermittelt. „Es ist ein trockener Lehrgangsstoff“, sagte Schweighofer unserer Zeitung. Ziel des Lehrganges ist es, dass die Teilnehmer die Feuerwehr nicht nur im Einsatz, sondern auch in organisatorischer und verwaltungsmäßiger Hinsicht führen können. „Wie beantrage ich Feuerwehrmittel im Haushalt“ oder „wie beurteile ich die Kameraden“ sind beliebte Themenbereiche. Aber auch die Erstellung von Dienstplänen, der Versicherungsschutz, Personalführung, das Berichtswesen oder die Ausbildung stehen im Lehrplan. Breiten Raum nehmen auch die Rechtsfragen ein. 

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Öffentlichkeitsarbeit. Sebastian Schweighofer kümmert sich beispielsweise schon heute um die Pflege der Internetseiten, Chefsache sozusagen. Zu den schönen Terminen gehört für ihn die Kontaktpflege mit dem örtlichen Kindergarten. Die Kids sind oft über den Besuch bei der Wehr so begeistert, dass sie sich gleich für einen weiteren Besuch anmelden möchten. Zur Führung gehört auch eine „Löschübung“ mit dem Wasserschlauch oder eine Fahrt mit dem Feuerwehrauto – natürlich auch mit Blaulicht und Sirene. Auch das ist ein Stück Nachwuchswerbung, resümiert Sebastian Schweighofer. 

Bei der jüngsten Hauptversammlung wurden nicht nur der Kommandant und sein Stellvertreter für die kommenden sechs Jahre neu gewählt. Auch der Vorstand des Feuerwehrvereins stand zur Wahl an. Neuer 1. Vorstand ist Markus Reichle, der zuvor dem Vorstand als Schriftführer angehörte. 2. Vorstand wurde Markus Wachter, zuvor Beisitzer. Thomas Gehrle tauschte seinen 2. Vorstand gegen den Schriftführer ein. Alte und neue Kassenwartin ist Verena Strodel. Zum Jugendvertreter wurde Dominic Sommer gewählt. Christoph März, zuvor als Jugendvertreter im Vorstand, wurde zum Beisitzer gewählt. Als Beisitzer bleiben Daniel März und Simon Lutzenberger weiterhin im Amt. 

Eine Einladung über denKreisbote an die Lindenberger gab es auch. „Ich würde mich freuen, wenn interessierte Mitbürger am 14. März um 19.30 Uhr zu einer unserer Übungen kommen würden“, sagte Schweighofer.

von Siegfried Spörer

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