"Für die Zukunft gerüstet"

Ein nicht alltäglicher (Ein-) Blick in eine Kammer des neuen Trinkwasserbehälters in Ober- beuren: Im Vordergrund das Überlaufrohr, mit dem das einlaufende Wasser ins Wassernetz eingespeist wird. Foto: Becker

Nach rund einem Jahr Bauzeit wurde der neue Hochwasserbehälter oberhalb von Oberbeuren am vergangenen Freitag eingeweiht. Er löst damit den alten Behälter aus dem Jahr 1927 ab, der nicht mehr sanierungsfähig war und mit knapp 400 Kubikmeter Fassungsvermögen für heutige Ansprüche zu klein war. Der neue Behälter mit zwei Kammern hat insgesamt 800 Kubikmeter Volumen und rund 1,2 Millionen Euro gekostet. „Damit sind wir weiterhin für die Zukunft gerüstet und können die Bevölkerung im Stadtgebiet und darüber hinaus mit Trinkwasser versorgen“, so Fritz Baumann als Werksleiter des Wasserwerkes in seiner Ansprache vor Vertretern der Stadt, der Umlandgemeinden und zahlreich erschienenen Bürgern.

Mit der Inbetriebnahme des neuen Hochwasserbehälters hat die Stadt bei der Wasserversorgung einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Neben der Bevölkerung wird für das Gewerbe, die öffentlichen Einrichtungen und den Brandschutz Wasser in ausreichender Menge mit entsprechendem Druck und den geforderten Qualitätsanforderungen zur Verfügung gestellt. Doch auch die Umlandgemeinden profitieren bereits zum Teil jetzt oder in Zukunft davon, wie die Anwesenheit der Bürgermeister aus Friesenried, Bernhard Huber, Pforzen, Hermann Heiß, und Ludwig Landwehr aus Rieden zeigt. „Es ist ein guter Tag für uns in Kaufbeuren, in dem wir eine wichtige Wasserspeicherungsanlage ihrer Bestimmung übergeben“, so Oberbürgermeister Stefan Bosse in seinem Grußwort. Das Wasser käme zu Hause ganz selbstverständlich aus dem Wasserhahn, aber das sei alles nicht so selbstverständlich. „Bevor das Wasser daheim ankommt, haben sich viele Menschen Gedanken gemacht, ob alles richtig ist“, so der OB weiter. Bei der im Hintergrund laufenden Logistik werde gemessen, protokolliert und dokumentiert. Wie Geschäftsführer Johannes Abeltshauser vom planenden Ingenieurbüro aus Kempten erläuterte, seien 2.800 m³ Erde ausgehoben und neben 70 Tonnen Baustahl über 600 m³ Beton bewegt worden. Mit dieser Maßnahme habe die Stadt Weitsicht bewiesen. „Denn die Gesellschaft kann auf vieles verzichten, aber nicht auf hochwertiges Trinkwasser“, so die Worte des Planers. Ständige Überprüfung Der Behälter wird als einer von insgesamt neun Hochbehältern aus zehn Quellen des umliegenden Wasserschutzgebietes befüllt. Weitere vier Quellen und sieben aus Grundwasser gespeiste Tiefbrunnen stellen die gesamte Wassergewinnung mit 2,4 Millionen Kubikmeter Wasser über ein rund 222 Kilometer langes Leitungsnetz durch das Wasserwerk sicher. Wie Josef Waldmann als Technischer Leiter auf Nachfrage des Kreisboten erklärte, werden die Behälter zweimal im Jahr unter strengen Auflagen gereinigt und überprüft. Das von den Quellen eingespeiste Wasser wird zudem vor Eintritt in den Behälter mittels spezieller Sensoren überwacht und bei Abweichungen der Normwerte automatisch über Funk ein Alarm an einen der in 24stündiger Bereitschaft eingeteilten 21 Mitarbeiter des Wasserwerkes ausgelöst. Pastorin Britta Gamrath und Pfarrer Josef Meggle weihten den Behälter gemeinsam ein. Die Kinder der Waldgruppe des AWO-Kindergartens Oberbeu-ren unter Leitung von Gertraud Echter-Burkhardt gestal- teten die Feierstunde mit musikalischen Einlagen und verteilten an alle Besucher symbolisch selbst gebastelte „Wassertropfen“ mit der Aufschrift „Wasser ist Leben“.

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