Neugestaltung der Kaufbeurer Fußgängerzone - Auf das Pflaster kommt es an

Präferenzen bei Gestaltung

+
Als Vertreter der Landschaftsarchitekten realgrün stellte Wolf Auch (rechts) Stadtratsmitgliedern und interessierten Bürgern die verschiedenen Pflastermuster am Obstmarkt vor.

Kaufbeuren – Eine gute Nachricht vorweg: Die Bauarbeiten zur Neugestaltung der Fußgängerzone sollen nach derzeitiger Planung komplett im kommenden Jahr über die Bühne gehen. Laut Helge Carl, Baureferent der Stadt, bestünden gute Chancen, dies zu realisieren.

Mitte März wäre Baubeginn und Ende des Jahres solle die neue Fußgängerzone fertig sein, sagte er im jüngsten Bauausschuss am Mittwoch. Um dies zu erreichen müssen jedoch bestimmte Belagsmuster gewählt werden. Und obwohl der Ausschuss den Bericht der Verwaltung nur zur Kenntnis nahm, gibt es schon vor der Stadtratssitzung am 27. September gewisse Präferenzen bei der Gestaltung.

Wolf Auch vom realisierenden Büro realgrün Landschaftsarchitekten aus München stellte interessierten Bürgern und einigen Stadträten vor der Sitzung die Planung direkt am Obstmarkt vor. Dort liegen jetzt vier neue Muster für die Pflasterung aus, nachdem die gelben Steine im Stadtratsbeschluss vom Juli durchgefallen waren. Alle acht ausgelegten Steinmuster aus dem Bayerwald, die entweder eine gestockte, kugelgestrahlte oder geflammte Granitoberfläche aufweisen, vermitteln nur ein exemplarisches Bild, da das Projekt europaweit ausgeschrieben werden muss und sich ein alternativer Lieferant eines ähnlichen Materials durchsetzen könnte.

 Der Architekt wies am Obstmarkt und auch im Ausschuss darauf hin, dass nicht alle vorgestellten Steinmuster verfügbar sind. Sollte eines der Muster E, G (beide gestockt) oder I (geflammt) gewünscht sein, muss die Maßnahme auf eine Bauzeit von zwei Jahren ausgedehnt werden. Ganz klare Empfehlung der Planer ist das geflammte Muster K. „Das ist nicht zu homogen und steril“, so Auch. Allerdings fielen nach der Wahl dieses Materials Mehrkosten von rund 100.000 Euro an. Dennoch plädierte eine Mehrheit im Ausschuss bereits für Muster K, ohne jedoch darüber entscheiden zu dürfen. Alle Muster liegen noch bis zur Stadtratssitzung aus, in der dann über die Granitart entschieden wird.

Beleuchtung

In der Schmiedgasse sind noch bis zur Stadtratssitzung zwei verschiedene zur Auswahl stehende Leuchtentypen an Hausmauern angebracht. Ziel der Beleuchtung ist, nur die Straßenoberflächen zu beleuchten und Fehlstrahlungen an die Fassaden zu minimieren. Dies erfülle der Leuchtentyp Tegernsee besser als Typ Residenza. Erstere zeichnet sich durch eine blendfreie Optik und der Verwendung von LED aus. Außerdem würden 16 Lampen weniger gebraucht, was auch hinsichtlich einer Kostenersparnis zu bedenken wäre. Auch der Bauhof präferiere diese Wahl, sagte der Architekt.

Am Obstmarkt kann man sich auch ein Bild von den geplanten Abfallbehältern samt Aschenbechern machen. Hier regte Ernst Schönhaar im Ausschuss eine Mülltrennung an, was laut Carl aber bedeute, dass mehr Abfallbehälter aufgestellt werden müssten. „In Anbetracht der enge des Raumes“ hielt er es für keine gute Idee. Es stelle sich die grundsätzliche Frage nach Mülltrennung im öffentlichen Raum, die nicht unter diesen Tagesordnungspunkt falle. Ebenfalls angedacht ist ein Trinkbrunnen auf dem Obstmarkt, nachdem das Wolkenhaus an einen neuen Platz versetzt werden wird. Der Trinkbrunnen wird aus Granit gefertigt und sich in drei Ebenen gliedern, damit auch Kinder hinkommen und – etwas tiefer – Hunde daraus trinken können. Bei der Möblierung schlagen die Planer vor, Bänke mit seitlichen Stahlwangen und zu zwei Dritteln Rückenlehnen zu verwenden.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder, die Lichtschachtabdeckungen „stöckelschuhgerecht“, also enger, zu gestalten. Dort solle aber nicht das Stadtwappen abgebildet werden, sondern eher auf den Kanaldeckeln. Dies wäre aber laut Carl kostenintensiver, da die Stadt der betreffenden Firm mehr Kanaldeckel abnehmen müsste, als gebraucht würden.

Die Entwässerung in der Schmiedgasse und am Salzmarkt wird über eine mittige Rinne als Granitformstein erfolgen. Die Seitengassen werden über Pflasterrinnen entwässert.

Da der Bericht der Verwaltung und des Architekten nur zur Kenntnisnahme diente, wird erst in der kommenden Stadtratssitzung endgültig über die Planung entschieden. Oberbürgermeister Stefan Bosse fasste am Ende der Vorstellung zusammen, dass sich der Ausschuss einig sei, dass für das Pflaster die Musterfläche K und die Leuchte Tegernsee verwendet würde. Außerdem präferiere man, das Stadtwappen auf Kanaldeckeln zu platzieren. Das alles diene als Orientierung für den Stadtrat in seiner Sitzung am 27. September. Bis dahin besteht die Gelegenheit, sich bei unterschiedlichen Tageszeiten und Witterungen ein Bild der Materialien zu machen.

von Martina Staudinger

Meistgelesene Artikel

Wohin mit den Abgabehunden?

Landkreis/Beckstetten – Das Tierheim Beckstetten des Tierschutzvereins Kaufbeuren und Umgebung e. V. kommt nicht zur Ruhe. Neben …
Wohin mit den Abgabehunden?

"Wir sind die Coolsten"

Stefanie Kloß (*1984) gründete 1998 ihre erste Band, aus der einige Jahre später SILBERMOND hervorging. Seit mehr als 12 Jahren rockt sie gemeinsam …
"Wir sind die Coolsten"

KU braucht neuen Klinik-Chef

Kaufbeuren/Ostallgäu – Dr. Philipp Ostwald, Chef der Ostallgäuer Krankenhäuser, wird seinen Vertrag mit dem Kommunalunternehmen (KU) nicht …
KU braucht neuen Klinik-Chef

Kommentare