Öffnung Fußgängerzone: Entscheidung vertagt

Neue Erkenntnisse

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„Keinen zieht’s zum Stadtbummel rein“, so Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell: Die wenig einladend wirkende Georg-Fischer-Straße wird derzeit von den meisten Passanten gemieden.

Marktoberdorf – Die Entscheidung über eine mögliche Öffnung der Fußgängerzone in Marktoberdorf, um die Georg-Fischer-Straße Ost zu beleben, ist nochmals vertagt worden.

Nachdem Gespräche mit den Gewerbetreibenden vor Ort neue Erkenntnisse geliefert hatten, hat sich der Stadtrat dazu entschlossen, weitere Entwicklungen abzuwarten. Erst danach soll eine endgültige Entscheidung über die Verkehrsführung durch die Georg-Fischer-Straße Ost fallen. 

Nachdem bereits eine alternative Möglichkeit der Öffnung des Bereichs im Gespräch war (wir berichteten), lieferte der Austausch mit den Betroffenen „für uns relativ überraschende Ergebnisse“, so Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell. 

Aus den Reihen der Gewerbetreibenden kam ein weiterer Vorschlag über eine mögliche alternative Verkehrsführung im betroffenen Bereich, der unter anderem eine Einfahrt über die VR-Bank und die Ausfahrt aus der Georg-Fischer-Straße Ost auf die Eberle-Kögl-Straße vorsieht. Diese Anregung soll vor allem in Verbindung mit dem Antrag auf eine Tempo-30-Zone in der Eberle-Kögl-Straße auf Höhe von Kindergarten und Grundschule überprüft werden. 

Des Weiteren hatten die Gewerbetreibenden auf Probleme mit dem Lkw-Lieferverkehr hingewiesen. Demnach seien vor allem größere Lkws gezwungen, rückwärts in die Georg-Fischer-Straße einzufahren, um die Geschäfte beliefern zu können. Zudem solle das geplante Bauvorhaben der Firma Höbel am Stadtplatz berücksichtigt werden. 

Der Investor befinde sich derzeit laut Dr. Hell „in der Feinplanung“; die konkrete Nutzung stehe jedoch noch nicht endgültig fest. Auch diese Entscheidung des Investors wolle man abwarten. „Im Falle einer Außenbewirtung“ mache eine Öffnung laut Hell beispielsweise wenig Sinn. 

Weder Entscheidungen der Stadt noch Änderungen in der Verkehrsführung seien als Einzelmaßnahmen jedoch „das Seligmachende“, gab Hell zu bedenken. Aus diesem Grund entschloss sich der Marktoberdorfer Stadtrat, den Beschluss über die künftige Verkehrsführung zu vertagen, bis weitere Rahmenbedingungen geklärt sind. Im Rahmen einer Initiative sollen nun auch die betroffenen Immobilienbesitzer und die anliegenden Gewerbetreibenden der Georg-Fischer-Straße Ost mit ins Boot geholt werden. 

Wer sich laut Aussage Hells über „Leerstand beschwere“, der müsse sich auch fragen „Was biete ich?“. Von Seiten der Stadt wäre eine Auseinandersetzung der Anlieger mit „ihrer“ Straße wünschenswert; vor allem, was die optische Gestaltung einiger Im- mobilien betrifft. Eine Stadt beleben könnten ohnehin „weder der Bürgermeister noch der Stadtrat“, sondern letztendlich nur die Geschäftsleute“ selbst, so das Resümee von Stadtrat Peter Fendt (Bayernpartei). von Sabrina Hartmann

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