Mit Umsatzeinbußen rechnen

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Es blieb nahezu alles beim alten. Die neue Vorstandschaft der Aktionsgemeinschaft Kaufbeuren. Hans Junginger (v. li.), Claudia Geyrhalter, Michael Sambeth, Martina Dropmann, Guido Zeller, Karin Wiedemann, Gert Friedrich, Stefan Geyrhalter und Simone Page. Das für „Aktionen“ zuständige Vorstandsmitglied Christian Starkmann fehlt auf dieser Aufnahme.

Kaufbeuren – Zwei Jahre lang dürfte es in Kaufbeurens Zentrum zu erheblichen Beeinträchtigungen infolge der geplanten Umbaumaßnahmen in der Fußgängerzone kommen. Für Kundschaft und Geschäftsleute mit Sicherheit eine alles andere als erfreuliche Tatsache, mit der man sich bereits im Vorfeld auseinander zusetzen hat. So auch bei der vor einigen Tagen im Hotel „Am Kamin“ stattgefundenen Mitgliederversammlung der Aktionsgemeinschaft Kaufbeuren (AK).

So dürfte – wie angekündigt – das Ausrollen eines „Roten Teppichs“ allein nicht ausreichen, um genügend Kunden in Kaufbeurens Innenstadt zu locken. Entsprechende Anreize sollen deshalb für vermehrten Kundenzuspruch sorgen, wenngleich nach Meinung von Guido Zeller der eine oder andere Geschäftsinhaber schon jetzt über eine Kostenreduzierung und eventuelle Kurzarbeit im Stillen nachdenke.

An die 30 Mitglieder waren der Einladung gefolgt und erhielten zunächst von Guido Zeller einen Rückblick auf Veranstaltungen im Jahr 2015 – angefangen beim Osternest bis zum Candle-Light-Shopping und dem Kaufbeurer Weihnachtszauber. Als großen Erfolg bezeichnete das Vorstandsmitglied die Aktionswoche „40 Jahre Fußgängerzone und 30 Jahre Passagen“, die so manchen Besucher zusätzlich nach Kaufbeuren gebracht hätten.

Hans Junginger, für die Finanzen zuständig, erläuterte anschließend die Zahlen der Buchhaltung. Kassenprüfer Anton Heider bestätigte die einwandfreie Führung der Bücher und schlug die Entlastung der gesamten Vorstandschaft vor. Diese wurde einstimmig erteilt. Eine moderate Erhöhung der Mitgliedsbeiträge wurde im Anschluss ebenfalls einstimmig gebilligt.

Auch die Neuwahlen der Vorstandschaft gingen schnell und reibungslos „über die Bühne“. Aus der bisherigen zehnköpfigen Vorstandsriege waren nur Axel Kraus und Martin Merk zur Wiederwahl nicht mehr angetreten. Dafür hatte man Karina Wiedemann (Löwenbeck) und Simone Page (Bücher Edele) in die Wahlliste aufgenommen. Den vorgeschlagenen Kandidaten wurde das uneingeschränkte Vertrauen ausgesprochen und so kann die Vorstandschaft der Aktionsgemeinschaft Kaufbeuren auch in den nächsten zwei Jahren nahezu unverändert weiter arbeiten.

Auch in diesem Jahr sollen die bisher so erfolgreichen Veranstaltungen weiterhin durchgeführt werden. Dabei wurde der inzwischen „Zweite Bürger-Brunch“, nach seiner erfolgreichen letztjährigen Premiere, besonders in den Mittelpunkt gestellt. Am 17. September soll diese Veranstaltung als eine Art Werbung für das geplante „Baustellen-Marketing-Konzept“ durchgeführt werden.

Damit war man bereits beim nächsten wichtigen Tagesordnungspunkt: „Informationen zur Neugestaltung der Fußgängerzone“. Baureferent Helge Carl erklärte in seinen Ausführungen wie der Baustellenablauf ungefähr aussehen soll. Demnach werden die Pläne und Entwürfe im Sommer dem Stadtrat und den entsprechenden Regierungsstellen vorgelegt und gleichzeitig die Fördergelder beantragt. Im Monat Juli will man dann den Bürgern auf etwa 30 Quadratmetern Fläche verschiedene Pflasterbeläge vorstellen, damit bereits im Vorfeld ein Urteil über die zu verarbeitenden Materialien getroffen werden könne. Schließlich möchte man hinsichtlich abgebrochener Absätze an Damenschuhen wegen eines mangelhaften Bodenbelags nicht noch einmal „Schiffbruch“ erleiden. 

Sofern alles planmäßig verlaufe, würden im kommenden Herbst die Ausschreibungen erfolgen. Voraussichtlicher Baubeginn wäre dann im Frühjahr 2017. Laut Helge Carl soll, mit Rücksicht auf die einzuhaltende Feuerschutzverordnung, in 30-Meter-Segmenten gearbeitet werden. Den genauen Organisationsplan über den Ablauf der Baustelle werde es aber erst Ende September dieses Jahres geben.

Projektleiter Daniel Abbenseth und Guido Zeller stellten dann das geplante „Baustellen-Marketing-Konzept“ vor und betonten, dass man alles tun werde, um die Kundschaft trotz – oder auch wegen – der Baustelle in die Kaufbeurer Innenstadt zu locken. Mit speziellen Veranstaltungen soll ein Besuch schmackhaft gemacht werden. Im Spätherbst soll allen betroffenen Händlern und Gewerbetreibenden ein detailliertes Konzept vorgestellt werden. Ähnlich wie bei der Weihnachtsbeleuchtung will man vonseiten der Aktionsgemeinschaft dafür einen Fonds schaffen. Schließlich werde jeder privat erbrachte Euro für das Projekt „Neugestaltung der Fußgängerzone“ durch die Stadt und den Staat verdoppelt. 

Grund genug, um die in Frage kommenden Kollegen in Einzelgesprächen zu motivieren und zur Teilnahme zu bewegen. Gleichzeitig müsse auch das Ganze in ein „positives Licht“ gestellt werden, so Abbenseth und Zeller. Obwohl man sich im Klaren darüber sei, dass den Geschäftsinhabern „schwierige Zeiten“ während der zweijährigen Bauzeit bevorstehen, müsse man zukunftsorientiert denken. Trotz zu erwartender finanzieller Einbußen während der Umbaumaßnahmen müsse stets das komplette Ganze gesehen werden, dass am Ende Kaufbeuren als Einkaufsstadt noch wesentlich attraktiver und einladender in Erscheinung treten werde.

von Klaus-Dieter Körber

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