Geplante Sanierung ist Schwerpunktthema bei AK-Versammlung

"Auch künftig das Zentrum der Stadt"

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Für AK-Vorstand Guido Zeller (rechts) ist die Sanierung der Fußgängerzone eine „wichtige und sinnvolle Maßnahme“.

Kaufbeuren – Auch wenn der Blick in die Zukunft der innerstädtischen Einzelhändler angesichts der geplanten Sanierung nicht gerade rosig ist: Mit eindeutigem Votum stehen sie hinter dieser Maßnahme. Dies zeigte sich auch auf der jährlichen Mitgliederversammlung der Aktionsgemeinschaft Kaufbeuren e. V. (AK) in der vergangenen Woche. Vorstandsmitglied Stefan Geyrhalter formulierte mit seinen Gedanken zur „Fußgängerzone 2.0“ allerdings auch viele Fragen und lieferte Denkanstöße für das Planungsverfahren. 

Vorstand Guido Zeller begrüßte die anwesenden Mitglieder und Gäste, darunter Bürgermeister Gerhard Bucher und mehrere Stadträte. Er verwies auf die in dieser Woche laufenden Aktionen zum 40-jährigen Bestehen der Fußgängerzone und der vor 30 Jahren eröffneten Passage (wir berichteten). Das Programm hat nach den Worten von Zeller Symbolcharakter: Es solle die Sanierung „quasi einläuten“ und der Bevölkerung die Bedeutung klar machen. „Wir wollen die Lust wecken, durch Verbesserung der Aufenthaltsqualität in die Innenstadt zu kommen“, so das AK-Mitglied. Er betonte, die Sanierung sei trotz aller Einschnitte eine wichtige und sinnvolle Maßnahme, die von der AK flankierend begleitet und unterstützt werde. 

Strukturwandel 

Zunächst ging Stefan Geyrhalter in seinem Vortrag auf die Veränderungen der Kaufbeurer Fußgängerzone ein. Sie sei in die Jahre gekommen, viele inhabergeführte Läden und wichtige Ankerbetriebe wären verschwunden. 

Leerstände nicht nur in Nebenlagen und sinkende Passanten-Frequenz seien Zeichen eines Strukturwandels des innerstädtischen Einzelhandels – nicht nur im Kaufbeurer Zentrum, sondern deutschlandweit. Die Passanten von heute widmeten ihre Aufmerksamkeit mehr dem Smartphone als dem Schaufenster. Städtischer Lifestyle präsentiere sich in sogenannten „Malls“ und „Outlet-Citys“. 

„Mit der 40-Jahr-Feier beginnt die Planung zur Erneuerung der guten Stube Kaufbeurens – ein gewaltiges Projekt für unsere Altstadt, dessen Notwendigkeit wohl niemand infrage stellt“, so Geyrhalter. 

Fragen und Antworten 

Doch Fragen stellten sich mit der Erneuerung der als „Hardware“ bezeichneten Bereiche wie beispielsweise Bodenbelag, Sitzgelegenheiten oder Beleuchtung dennoch. „Ist die Fußgängerzone als Rückgrat des innerstädtischen Einzelhandels überhaupt noch zeitgemäß? Welche Rolle spielt künftig der Handel in der Innenstadt? Schafft die Altstadt den Sprung in die digitale Welt? Können wir die Fußgängerzone neu programmieren? Gibt es die Fußgängerzone 2.0?“, fragte Geyrhalter. 

Es gehe um langfristige Strategien für die Fußgängerzone, um ein Innenstadt-Entwicklungskonzept, um emotionale Botschaften, um eine Gebrauchsanweisung für die Fußgängerzone. Das wäre nach seinen Worten die „Software“ für die Einkaufsmeile. Hier gebe es viele Ansatzpunkte: Bauamt, Planer und Handwerker müssten für einen zügigen Umbau sorgen und Immobilienbesitzer in neue Flächen- und Mietmodelle investieren. Freies „WLAN“ für alle sei Voraussetzung für die Digitalisierung des lokalen Handels, denn „online“- und „offline“-Handel verschmelze immer mehr. An- passungen aufgrund neuer Anforderungen im Bereich Denkmalschutz und Baurecht, Wer- beanlagen- und Sondernutzungssatzungen seien ebenso erforderlich wie die Fixierung auf ein verbindliches lnnenstadt-Konzept. 

Alle betroffen 

Weil das Thema die ganze Altstadt betreffe, sei es auch eine Aufgabe der AK. Während der Umbauphase werde die AK auch besondere Baustellen-Aktionen für die Kunden organisieren. Und mit Abschluss der Bauarbeiten werde das Thema noch lange nicht erledigt sein, erklärte Geyrhalter. Doch die AK sei nur ein kleiner Teil dieses Projekts. Nur wenn alle Akteure ihre Aufgaben erfüllten und zusammenarbeiteten, werde das Projekt ein Erfolg. „Die historische Innenstadt soll auch künftig das wirtschaftliche, kulturelle und soziale Zentrum unserer Stadt sein“, so der abschließende Wunsch von Geyrhalter. Weitere Themen waren eine Rückschau 2014 und ein Ausblick 2015 auf die Aktionen der AK durch Vorstand Hans Junginger. Dabei ging er unter anderem auf die neuerdings in den „Markttagen“ zusammengeführten früheren Frühjahrs- und Kunsthandwerkermärkte ebenso ein wie auf die Kosten im Zusammenhang mit dem Weihnachtsmarkt. von Wolfgang Becker

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