Landkreis bei den Kfz-Regionalklassen ganz vorne mit dabei

Teures Ostallgäu

Landkreis/Kaufbeuren – Laut der aktuellen Regionalstatistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gibt es in der Kfz-Haftpflichtversicherung bundesweit nur wenige Veränderungen. Das gilt auch für den Landkreis Ostallgäu und die kreisfreie Stadt Kaufbeuren. Für die Menschen von Füssen bis Buchloe heißt das im Klartext: Sie zahlen weiter mit am meisten fürs Autofahren.

Das Ostallgäu liegt bei der neu heruasgegebenen Einstufung der Regionalklassen bei der Teil- und der Vollkaskoversicherung an der Spitze, Kaufbeuren auf Platz 8 beziehungsweise Platz 6. Das Ostallgäu ist bei der Teilkaskoversicherung somit die einzige Region, die aktuell in der Regionalklasse 15 eingestuft ist (Höchste mögliche Klasse: 16). Kaufbeuren liegt in Regionalklasse 12. Bei der Vollkasko bietet sich ein für die Ostallgäuer ähnliches Bild. Hier liegen sie in Regionalklasse 9 (höchste mögliche Klasse) ebenfalls ganz vorne. In der gleichen Klasse, aber fünf Plätze weiter unten findet sich Kaufbeuren. Bei der Kfz-Haftpflichtversicherung ohne Kasko- Schutz liegt dagegen Kempten hinter Augsburg recht weit vorne (höchste Regionalklasse 12). 

Eine gute Nachricht gibt es allerdings: Die Regionalklasse ist nur ein Parameter bei der Berechnung der Prämienhöhe. Daneben spielen dort auch andere Daten wie das Alter des Fahrers oder die Anzahl der unfallfrei gefahrenen Jahre eine Rolle. Doch eine „teure“ Regionalklasse lässt in den meisten Fällen die Versicherungsprämie doch in die Höhe schnellen. Hintergrund für die Einstufung in eine hohe Regionalklasse sind besonders hohe Schadenssummen bei Unfällen, die durch Fahrzeuge verursacht wurden, die in der jeweiligen Region angemeldet sind. 

„Die jeweilige Regionalklasse wird vom Fahrverhalten der Autofahrer des Zulassungsbezirks beeinflusst“, heißt es von Seiten der GDV. Einzelne Unfallschwerpunkte – im Ostallgäu und Kaufbeuren wird in diesem Zusam- menhang meist die B12 genannt – können die Gesamtstatistik dabei überdurchschnittlich nach oben treiben. Auch andere Schadensereignisse wie Wildunfälle, Hagel oder Unwetter spielen eine Rolle. Die GDV bezieht bei ihren Berechnungen zudem stets die vergangenen fünf Jahre mit ein, das heißt, kurzfristige Entschärfungen von Stellen mit besonders vielen Unfällen machen sich im Zweifelsfall erst Jahre später in der Regionalkassen-Einstufung bemerkbar. Ermittelt wird ein sogenannter „Indexwert“, auf dem wiederum die Einteilung in die Regionalklassen basiert. Der Bundesdurchschnitt liegt hier bei 100. 

Beim oben genannten Spitzenplatz des Ostallgäus in der Teilkaskoversicherung liegt dieser Index mit rund 217 zum Beispiel über doppelt so hoch wie der Durchschnittswert (Vergleich: günstigste Region Münster/ Westfalen mit rund 58). Nicht zu verwechseln ist die Schadensbilanz der GDV mit der polizeilichen Unfallstatistik: Hier spielt nicht das kennzeichen des Unfallautos eine Rolle, sondern die grundsätzliche Häufigkeit beziehungsweise Schwere von Unfällen in einem bestimmten Gebiet. von Michaela Frisch

Rubriklistenbild: © Erich Kasten/pixelio.de

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