Totengedenken

Gedenken und Mahnung

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Volkstrauertag: Gedenken an die Opfer von Kriegen, Flucht und Vertreibung.

Kaufbeuren – Auch in diesem Jahr gab es anlässlich des Volkstrauertages eine zentrale Gedenkveranstaltung der Stadt Kaufbeuren an der Kirche St. Dominikus. In seiner Ansprache ging Oberbürgermeister Stefan Bosse in der Rückschau auf die Schrecken des Zweiten Weltkrieges ein, stellte aber auch die Frage nach dem ‚Warum?‘ und ob eine Wiederholung der Geschichte womöglich bereits begonnen habe.

„Wer beginnt, über die Leugnung von Realität, die offene Verbreitung von Halbwahrheiten und Lügen sowie die Ausrufung postfaktischer Zeiten die Geschichte zu ignorieren, der läuft Gefahr, die Geschichte noch einmal erleben zu müssen“, warnte der OB. Die „schreckliche Fratze des Terrorismus“ dürfe nicht zu unüberlegten Reaktionen und schon gar nicht zu hemmungslosem Hass oder gar Gewalt führen. Uns zeichne aus, dass wir all denen weiter Schutz gewähren, die gerade vor diesem Terror geflohen seien. Oberst Dr. Volker Pötzsch vom Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe Abteilung Süd bezeichnete es als „unser aller Auftrag, jenen mit Worten und Gebeten eine Stimme zu verleihen, die keine Stimme mehr besitzen“. 

Das Thema „Flucht und Vertreibung“ sei über lange Zeit für uns Bestandteil der Geschichtsbücher gewesen. Heute werde dieses Thema mit Bildern wieder aktuell vor unsere Augen geführt, die sich von denen der Vergangenheit kaum unterschieden. Im letzten Jahr seien weltweit 65 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus verschiedensten Gründen registriert worden, die leider allzu oft dabei ihr Leben verloren hätten. „Der Volkstrauertag mahnt uns, sich den Ursachen entgegen zu stellen und die Folgen zu bekämpfen“, so der Kommandeur. Er betonte, dass die Wehrhaftigkeit der Gesellschaft auch darin bestehe, dass die Bundeswehr als letztes Mittel dazu diene, neue Opfer zu verhindern.

Im Anschluss an das Totengedenken sprachen die Vertreter der Kaufbeurer Religionen gemeinsame Fürbitten für den Frieden in der Welt. Traditionell nahmen ein Ehrenzug der Bundeswehr und Fahnenabordnungen verschiedener Vereine sowie die Stadtkapelle Kaufbeuren an der Veranstaltung teil und sorgten für einen würdigen Rahmen.

von Wolfgang Becker

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