Ab 11. August im Kino

Kinokritik: "Jason Bourne"

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Jason Bourne (Matt Damon) macht sich wieder bereit für den Kampf.

Ab dem 11. August ist mit „Jason Bourne“ Matt Damon wieder als die tödlichste Waffe der CIA auf der Leinwand zu sehen. Nach einer kleinen Pause (da war doch was: Jeremy Renner als Action-Ersatz im vierten Film der Reihe) können sich Fans weltweit auf den Original-Bourne freuen, nachdem es 2010 wegen künstlerischen Differenzen zu keiner Einigung kam und Regisseur Paul Greengrass und Matt Damon sich von dem Projekt zurückzogen.

Etwas Ähnliches gab es unter „Agenten“ schon einmal, 1969 durfte George Lazenby in nur einem Film den James Bond mimen, bevor Sean Connery in „Diamantenfieber“ zwei Jahre später zurückkam. Lazenby war gut – aber nicht gut genug.

In der Welt der Action-Choreographie, Verfolgungsjagden und verschachtelter Wendungen haben die Bourne-Filme mit ihrer innovativen Struktur und den Geschichten einen neuen Standard für ein ganzes Genre gesetzt. Seit fast zehn Jahren hat sich das Publikum von Greengrass und Damon gewünscht, dass sie sich für ein weiteres Kapitel der Reihe erneut zusammen tun, das zu gleichen Teilen aus Intellekt, Spionage und Action besteht.

Inhalt

Es ist fast zwei Jahrzehnte her, dass sich ein junger Soldat freiwillig zu einer experimentellen Sonderkampfeinheit meldete, nachdem er erfahren hatte, dass Terroristen seinen Vater getötet hatten. Man versprach ihm, dass er seine Familie und sein Land ehren könne, wenn er seinen beeindruckenden Intellekt, seine überragende Körperlichkeit und seine Fähigkeiten sich an jede Art äußerer Umstände anzupassen über das menschlich Vorstellbare weiter entwickeln würde. Doch das war alles bloß eine Lüge.

Jason Bourne weiß nun, wer er wirklich ist, dennoch bleibt er nach den letzten Ereignissen heimatlos und weiß nicht mehr, wem er seinen Glauben schenken soll. Nur seine frühere Kollegin Nicky (Julia Stiles) versucht hinter die Fassaden zu blicken und erfährt die wahren Hintergründe für die Existenz der Waffe „Jason Bourne“. Doch ihre Handlungen scheuchen nicht nur Bourne aus der Dunkelheit, auch der Geheimdienst mit CIA-Direktor Robert Dewey (Tommy Lee Jones) und Viral-Expertin Heather Lee (Alicia Vikander) haben seine Fährte wieder aufgenommen.

Rezension

Anschnallen, festhalten – Matt Damon ist nicht zu bremsen. Von der ersten Sekunde an zieht die Fortsetzung alle bewährten Register und bedient sich der typischen Bourne-Zutaten für einen gefährlichen Action-Cocktail. Die Stakkato-Musik im Hintergrund, die immer wieder eng und wackelig angelegte Kameraführung durch enge Gassen, Straßen und Häuser zwingt den Zuschauer in ein Korsett der Spannung, die kaum locker lässt. Die gesamte Authentizität erwächst aus den Kulissen und Statisten, die in absolut genialer Weise die Story unterstützen.

Einen Höhepunkt dieser Koordination findet man gleich zu Beginn: Während sich Jason Bourne in Athen auf der Flucht zu Fuß und auf einem Motorrad vor der CIA befindet, tobt eine gewaltige Protestbewegung zwischen Griechen und den staatlichen Einheiten, welche fast Bürgerkriegs-Ausmaße annehmen und die ganze Choreographie zu einem Meisterwerk der Action-Kunst erheben. Die eigentliche Geschichte ist schnell erzählt. Bourne flüchtet – Bourne macht Jagd, das kennt man und liebt man an diesem Charakter zwischen Verrat und Verschwörung. Matt Damon scheint dabei in bester Form zu sein, dagegen wirkt sein allererster Auftritt vor beinahe zwanzig Jahren eher zahm. Einen weiteren Höhepunkt liefert die Verfolgungsjagd in Las Vegas – hier soll nicht mehr verraten werden.

Wie bei James Bond, braucht es aber einen erstklassigen Gegner, damit die Emotionen der Zuschauer wirklich voll mitfiebern. Das gelingt gleich mit zwei großen Kalibern. Wer könnte besser Ränke schmieden als Tommy Lee Jones und welcher Darsteller vereint besser die Mischung aus eindringlichem Charakter und athletischer Präsenz als der Franzose Vincent Cassel. Damit hat Bourne alle Hände voll zu tun – und wer weiß – vielleicht reicht ein fünfter Teil gar nicht.

von Michael Denks


Zum Film:

Originaltitel: Jason Bourne

Land: USA

FSK: 16

Regisseur: Paul Greengrass

Darsteller: Matt Damon, Tommy Lee Jones, Alicia Vikander u.a.


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