Ein Feuerwerk aus Tanz, Gesang, Sketchen und Live-Musik

Aufbruch-Umbruch bespielt die Seebühne

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Ein großartiger Auftritt der Wertachgarde, hier die "Minis" (mittlere Größe).

Kaufbeuren – Wie ein roter Faden zog sich wieder das Thema „Festspielbühne am Bärensee“ durch das gesamte fast vierstündige Programm, mit dem Aufbruch-Umbruch am vorvergangenen Freitag seine fünf Vorstellungen der diesjährigen Faschingssaison startete.

Die Handlung geht davon aus, dass bereits Zuschauer den Saal füllen, obwohl die fiktive Seebühne noch gar nicht ganz fertig gestellt ist. Um diese Zuschauer nicht wieder wegschicken zu müssen, präsentiert ihnen Regisseur Sepp Eichhorn im Dialog mit „Intendant“ Achim Meirich und „Personalreferentin“ Biggi Salomon das „Casting“ für die am nächsten Tag geplante Premiere. Dabei wechseln sich „Tanz, Gesang, Sketche und Live Music mit der Radlerband“ in bunter Folge ab. 

Natürlich war die weiß-blaue Wertachgarde nebst „Minis“ und „Küken“ mit von der Partie und riss mit ihrem schwungvollen Auftritt das Publikum immer wieder zu begeistertem Applaus hin. 

Jürgen Richter umrahmte als grantelnd-räsonierender Seebühnen-Hausmeister und Biessenhofener Original etliche der Sketche mit seinen bauernschlauen allgäuerischen Kommentaren. Er teilte den Gästen mit, dass sie an diesem „Vorabend der Premiere alle total falsch“ seien, provozierte Oberbürgermeister Stefan Bosse: „Gell Bosse, du weisch es doch, Beira hot doch koi Zukunft it“ und stellte die Vermutung auf „...wenn dr V-Markt dr Butterpreis erhöha will, gibt’s au en Bürgerentscheid“. 

Als Gegengewicht zum Allgäuer Hausmeister fungierte Othmar Tabery als paurisch-allgäuerischer Werbeträger für Butterwischl – „woisch, Karle, de gudn Butterwischl“ – und Haluschkn – „woisch, Karle, de gudn Haluschkn“ – und kämpfte mit der Bestellung „bei en Louch“ in einem Fast-Food Drive-in. 

Dem Fünfknopfturm entstieg diesmal keine liebreizende Buronia, sondern Christa Becker-Hansen, „diplomierte Klofrau mit Schweigepflicht“, die in ihrer Eigenschaft als Mädchen für alles die Buronia zu vertreten hatte. Unter anderem beklagte sie am Beispiel Wolkenhaus, dass das „Gremium für Kunst im öffentlichen Raum nicht immer ein glückliches Händchen“ hat. 

Großartig war der Auftritt der furchterregenden Punk-Gruppe „Ultrafurz“ mit ihrem „Canibal-Rock“, deren Mitglieder sich im anschließenden Interview als schüchterne Sen- sibelchen outeten. Maria Schweiger dagegen gab sich als Professorin der Flatologie – der Lehre von den Darmwinden – in ihrem mit akustischen Beispielen ergänzten Vortrag ganz wissenschaftlich. 

Teils komische, teils mitreißende und teils sogar akrobatische Tanzeinlagen komplettierten das Programm. Sie kamen von der Männergarde „Buronia Dreamboys, die geilste Truppe westlich der Wertach“, von Chris Meirichs Dance Solution und von Anam Cara und veranlassten das Publikum immer wieder zum rhythmischen Mitklatschen. 

Nach insgesamt 23 Nummern, von denen hier nur einige genannt werden konnten, dankte schließlich ein fast voller Stadtsaal mit lang anhaltendem Beifall dem Aufbruch-Umbruch-Team für einen höchst gelungenen Abend und feierte auf der After-Show-Party noch lange weiter. von Ingrid Zasche

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