Neue Nachbarn in der Gemeinde Biessenhofen

Neue Asylbewerber: Die Biessenhofener sind bereit

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Nachdem sich die ersten fünf Asylbewerber bei der Verwaltung angemeldet und das Geld, das ihnen für Mai noch zusteht, erhalten hatten, machten sich zwei von ihnen bereits in der hauseigenen Küche nützlich.

Biessenhofen – 20 neue Nachbarn haben die Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft Biessenhofen seit dieser Woche. Die Männer zwischen 25 und etwa 35 Jahren kommen aus Syrien, Pakistan, Afghanistan und dem Kosovo und bitten in dem Ort um Asyl.

Am Dienstag und Donnerstag kamen die Asylbewerber in der Gemeinde an und bewohnen nun das frisch sanierte Haus in unmittelbarer Nachbarschaft zur Gemeindeverwaltung. „Zum Glück hatten wir etwas Vorlaufzeit, um uns auf die Asylsuchenden vorzubereiten und ihnen eine geeignete Unterkunft zu bieten”, erzählte Biessenhofens Bürgermeister Wolfgang Eurisch dem Kreisboten

Etwa dreieinhalb Wochen bevor der erste Bus am Dienstagvormittag mit fünf Asylbewerbern aus Sonthofen kommend anrückte, habe man erfahren, dass man insgesamt 20 Männern ein neues Zuhause auf Zeit in Biessenhofen bieten müsse. 

Zunächst habe man „in den ersten Stunden intern” darüber informiert und Telefonate mit anderen Orten geführt, die bereits Flüchtlinge aufgenommen haben. Man sei auch „ziemlich schnell nach außen” gegangen, habe E-Mails an die Gemeinderäte versandt und die Männer aus Südosteuropa und Asien schließlich im Gemeindeblatt angekündigt. 

Biessenhofener sind vorbereitet 

Bei der Bürgerversammlung am Mittwoch letzter Woche wurde diese Thematik zum Leitthema, wegen dem sich wohl rund 150 Biessenhofener einfanden und sich von Ralf Kinkel, dem verantwortlichen Abteilungsleiter im Landratsamt, über Asylrecht informieren ließen. Am Montag gab es dann bereits ein Treffen mit rund 40 Interessierten, die einen Arbeitskreis (AK) Asyl ins Leben riefen. Christian Habel, Gemeinderat und Vorsitzender des Pfarrgemeinderats in Biessenhofen, hat den Abend organisiert. 

Alle Mitglieder dieses neuen AK möchten den Asylbewerbern nun ehrenamtlich unter die Arme greifen. In erster Linie kümmere man sich um Kleidung für die Asylbewerber, so Eurisch. Man wolle den 20 Männern auch bald Fahrräder zur Verfügung stellen, damit sie mobil sind. Neben Sachspenden wie Fahrräder und Kleidung brauche man laut Habel auch finanzielle Unterstützung, wofür bald ein Konto eingerichtet werde. 

Am Mittwochabend fand ein Dorfrundgang durch Biessenhofen statt – die „Neuen” in der Gemeinde sollen sich schließlich auskennen. Bei diesem Spaziergang über eineinviertel Stunden liefen die Asylbewerber zusammen mit ein paar Gemeindemitgliedern „markante Punkte an”, wie beispielsweise die Kirche, so Habel. Man wolle den Männern unseren „Kulturkreis näher bringen”. Zudem werde es zeitnah erste vom AK organisierte Sprachkurse geben. 

Das Haus an der Füssener Straße wurde vor Kurzem von privater Hand gekauft und saniert, Wände wurden eingezogen und die Zimmer möbliert und ausgestattet. Die Asylbewerber leben in einem modernen Haus mit einigen Mehrbettzimmern, einer Küche, Bad und Flur mit Aufenthaltscharakter, wo sie auch fernsehen können. Laut Eurisch „könnte es sein, dass bis Ende des Jahres 35 Asylbewerber” in dem Haus untergebracht werden.

von Martina Staudinger

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