"Getreide steht gut da"

Eine Bauernregel besagt „Gibt's im Juni Donnerwetter, wird g'wiss das Getreide fetter“. Auf ein „fettes Getreide“, sprich eine gute Ernte, und somit in den kommenden Wochen „warm und feuchtes“ Wetter, hoffen Franz Wörle vom Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung (LKP) zusammen mit der Vorstandschaft des Ostallgäuer Bayerischen Bauernverbandes (BBV) und Claudia Schatz, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Kaufbeuren. Ganz genau schauten Schatz und Wörle deshalb vergangene Woche in Dillishausen bei einer Flurbegehung hin.

Exemplarisch wurden die Felder von Artur Schuster, Landwirt aus Dillishausen, buchstäblich unter die Lupe genommen. Blätter wurden dabei auf Hagelschäden oder Schädlingsbefall untersucht. Es ging um die Fruchtfolge, Düngemittel, Sortenwahl, Pflanzenanbau und Produktionstechnik. Beispielhaft war die Begehung für die gemeinsame Arbeit des AELF zusammen mit dem LKP. Sinn und Zweck des Zusammentreffens war ebenfalls, um zu sehen, was „der Stand der Dinge“ bei der heurigen Ernte ist, wie beispielsweise die Preisentwicklung aussieht, betont Kreisobmann Josef Nadler. Dass nicht nur die Produktionskosten gedeckelt werden können, „sondern das auch was übrig bleibt“, darauf hofft Nadler dabei besonders. „Bis jetzt sieht es gut aus“ für eine gute Ernte 2009, meint Schatz. Doch es dürfte zu „keinen Wetterkapriolen“ kommen, betont Wörle, denn „zu viel Feuchtigkeit und das Getreide kann nur noch für Tierfutter“ hergenommen werden. Während es vergangenes Jahr einfach „sehr, sehr trocken“ gewesen sei, wie Nadler sich erinnert, „steht das Getreide heuer gut da“, versichert Schatz. Zwar sei es im Randstreifen des Ostallgäus bei Großkitzighofen zu leichten Hagelschäden gekommen, doch der restliche Landkreis sei größtenteils verschont geblieben. Dass die Schädlinge immer mehr werden, sehen nicht nur die Landwirte, sondern auch Schatz und Wörle mit Sorge. Ursache sei das Klima, so Schatz. Nicht nur Läuse, sondern auch das Getreidehähnchen und der Rapsglanzkäfer bereiten den Landwirten Schwierigkeiten. Viele Mittel gegen den Rapsglanzkäfer, die früher gut gewirkt haben, wirken teils nur noch zu zehn Prozent, sagt Wörle bei der Begehung. Landwirte, die an einer genauen Begehung mit zahlreichen Tipps zusammen mit anderen Landwirten und Experten interessiert sind, können sich beim AELF auf www.aelf-kf.bayern.de oder beim LKP auf www.er-schw.de erkundigen.

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