Kunst im Kreisel

+
Die im Sparkassen-Foyer ausgestellten Glasstelen-Entwürfe.

Kaufbeuren-Neugablonz – Pläne zur Gestaltung des 1990 entstandenen Neugablonzer Kreisverkehrs, der „Haustüre“ von Neugablonz, an der von Süden her alle Besucher willkommen geheißen werden, gab es eigentlich schon von Anfang an. Die Pläne scheiterten jedoch bisher vor allem am chronischen Geldmangel der Stadt.

Derzeit steht ein Apfelbaum inmitten der fünf Blumenbeete und Fahnenstangen. Der Apfelbaum ist zwar das Wappenzeichen von Alt- und Neugablonz, aber offenbar behagt dem Baum der Platz mit all den Autoabgasen nicht, denn er mag die ebenfalls zum Wappen gehörenden Früchte einfach nicht produzieren.

Nun haben zum 70. Geburtstag von Neugablonz Vorstandsmitglied Charlotte Brendel vom Stadtmarketing Kaufbeuren und Sylwia Pohl vom Quartiersmanagement Neugablonz gemeinsam mit der Neugablonzer Fachschule für Glas und Schmuck einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Das Stadtmarketing wolle, so Vorstandsmitglied Ulrich Kraus, ein deutlicheres Zeichen für die Bereicherung von Kaufbeuren durch den Stadtteil Neugablonz setzen und darüber hinaus nicht wieder renommierte Künstler bevorzugen, sondern der Jugend eine Chance geben.

OB Stefan Bosse hält nach den bisherigen vergeblichen Anläufen den jetzigen Ansatz für sehr Erfolg versprechend und lobte das „NGO-Engagement (NGO – non Government Organization = zivilgesellschaftlich)“, während Bertram Knitl (seit März 2016 Schulleiter der Staatlichen Berufschulen Kaufbeurens) sich fragte „was schenkt man einem Stadtteil zum Geburtstag?“ Schmuck werde immer gern genommen, er sei schön, dauerhaft und erinnere lange an den Geber. Und die Glas- und Schmuckfachschule sei geradezu prädestiniert zum Erstellen eines Schmuckstücks für den Stadtteil.

Stellvertretend für alle Wettbewerbs-Teilnehmer berichtete Fachschülerin Stephanie Breuer von dem großen Elan, mit dem man sich – außerhalb des Unterrichts – der Herausforderung gestellt habe, etwas zu schaffen, das ins Stadtbild passt und gleichzeitig die Persönlichkeit des Künstlers ausdrückt. „Wir haben viel Spaß und Freude gehabt und hoffen, dass ein Objekt so gut gefällt, dass es künftig Alt- und Neugablonz repräsentieren darf.“

Das Ergebnis des Wettbewerbs kann noch bis Ende Juli im Foyer der Sparkassengeschäftsstelle am Neuen Markt angesehen werden: Die Modelle der von der 2. Klasse für Glas- und Porzellanmalerei entworfenen Glas-Stelen stehen dort leibhaftig, die Entwürfe der Gold- und Silberschmiede sind aus Platzgründen nur in einer der drei Powerpoint-Präsentationen zu sehen. Je nach Zeit des Betrachters in Kurzform, etwas erweitert mit Bild der jeweiligen Künstler und ganz ausführlich auf dem dritten Bildschirm. Die Original-Entwürfe befinden sich in der Fachschule.

Am 12. Juli wird eine siebenköpfige Fachjury die drei ersten Plätze ermitteln, danach besteht für die Bürger die Möglichkeit, per Internet ihren Favoriten für einen Publikumspreis zu benennen. Schließlich entscheidet der Stadtrat über die Umsetzung. Die Jury ist um ihre Aufgabe nicht zu beneiden, sind doch die 30 eingereichten Entwürfe so vielfältig und unterschiedlich und jeder besonders in Material und Idee, dass eine endgültige Entscheidung schwer fallen dürfte.

Daher wurde bereits bei der Eröffnung der Wettbewerbs-Ausstellung der Wunsch im Publikum laut, die nicht prämierten Werke nach und nach im übrigen Neugablonz und/oder in einem Skulpturengarten rund um die Fachschule aufzustellen. „UND in Kaufbeuren“, ergänzte Kraus, „hier gibt‘s keine Grenzen!“ Unternehmerin Daniela Singer, die gerade den Vorplatz ihrer Firma umgestalten lässt, hat bereits die Absicht geäußert, eines der Werke hierfür zu erwerben. Allgemein konnte man sich durchaus einen Besucherstrom vorstellen, der künftig extra wegen dieser Skulpturen nach Neugablonz reisen würde.

von Ingrid Zasche

Meistgelesene Artikel

Sauerei am Fieselstadion

Kaufbeuren – Der Fieselplatz in Neugablonz, Austragungsstätte unzähliger und hitziger Partien, rückt Jahr für Jahr nach Beendigung des offiziellen …
Sauerei am Fieselstadion

Bürgermeister wartet auf Anruf

Buchloe – Noch wartet Bürgermeister Josef Schweinberger auf den Anruf für eine Terminvereinbarung mit dem Vorstand des Gewerbevereins. In der …
Bürgermeister wartet auf Anruf

Neugablonz-Geschichte ganz privat

Kaufbeuren-Neugablonz – Gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten kam dieser Tage bei der Leutelt Gesellschaft noch schnell ein weiteres Highlight zum …
Neugablonz-Geschichte ganz privat

Kommentare