Glückwünsche für Engagement

In feierlicher Atmosphäre überreichte Autor Dr. Karl Pörnbacher sein jüngst erschienenes Werk über die Klostergeschichte unter anderem an Oberbürgermeister Stefan Bosse und Generaloberin Schwester Regina Winter. Foto: Frisch

Eine „Goldschmiede, in der Gott seine Schmuckstücke formt“ nannte Prälat Dr. Bertram Meier poetisch das Kaufbeurer Crescentia-Kloster im Rahmen eines Festakts im Stadtsaal. Die Feier am Samstag Abend läutete, zusammen mit dem Musikanten-Treffen am Obstmarkt einen Tag zuvor, das Glaubensfest 2011 ein. Über 400 Gäste aus Politik, Geistlichkeit und Gesellschaft waren im Stadtsaal erschienen, um dem Kloster zu seinem 750-jährigen Jubiläum die Ehre zu erweisen sowie der Heiligsprechung der Crescentia zu gedenken, die sich heuer zum zehnten Mal jährt.

„Es stört mich nicht, dass Kaufbeuren nicht Altötting mit seinen Massen an Pilgern ist“, so der Prälat weiter. Im Gegenteil habe das Crescentia-Kloster ganz eigene Qualitäten. Widerstandskraft, Heiligkeit und Spiritualität zeichneten die Franziskanerinnen-Gemeinschaft hier in der Stadt aus. Dies zeige sich in der wechselvollen Historie der Institution, die im 13. Jahrhundert als „Kloster im Mayerhof“ zum ersten Mal erwähnt wird. „Ob das sich ständig wandelnde Bild des Glaubens im Mittelalter, die Säkularisation oder die NS-Zeit, die Klostergemeinschaft hat sich niemals unterkriegen lassen“, bemerkte Meier. Daraus entstehe aber auch die hohe Aufgabe, das Kloster weiterhin als „heiligen Ort“ zu bewahren. Auch Generaloberin Schwester Regina Winter betonte in ihrer Begrüßungsansprache, das Kloster habe in seinem langen Bestehen gute und schlechte Zeiten erlebt. Im Zentrum hätten aber stets der Glaube, das Gebet und die Nächstenliebe gestanden. Eine „religiöse Erneuerung“ und einen „erstarkten Glauben“ in der Gesellschaft wünscht sich Schwester Regina für die Zukunft. Oberbürgermeister Stefan Bosse blickte in eine positive Zukunft für das Kloster. Es sei eine Tatsache, dass viele Menschen in der heutigen Zeit „Spiritualität wieder für sich entdeckten“. Das Crescentia-Kloster sei für die Stadt Kaufbeuren ein Zentrum der Ruhe und des Heils. Den Fokus auf die Lehrtätigkeit der Schwestern legte die bayerische Justizministerin Dr. Beate Merk. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts unterrichten die Franziskaner-Nonnen Kaufbeurer Mädchen. „Ganz im Sinne von Crescentia“ sei das Ziel der Marienschulen, die Mädchen zu einem selbständigen Leben hinzuführen. Eine ausführliche Chronik des Klosterlebens mit all seinen großen und kleinen Geschichten und hochwertigen Farbabbildungen hat Dr. Karl Pörnbacher verfasst. Er hielt die Festansprache und stellte bei dieser Gelegenheit den frisch erschienenen Band „Auf dem Weg zu Gott und den Menschen“ vor. Die grüne Farbe des Einbands habe eine besondere Bedeutung, so Pörnbacher, der in seiner Rede bereits eine spannende Vorschau auf die geschichtlichen Themen des Buches bot: „Grün ist die Farbe des Vertrauens und der Zuversicht, die ich in die Zukunft des Crescentia-Klosters habe“. Alle Ehrengäste erhielten ein Exemplar und trugen sich zum Abschluss in das „Goldene Buch“ der Stadt ein. Für alle, die nicht mit auf der Bühne sein konnten, fand im Anschluss an die Veranstaltung ein Buchverkauf im Außenbereich statt. Erschienen ist das Buch im Kunstverlag Josef Fink.

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