Kreisbote sucht Ihre Anekdoten

Geschichte(n) des Jordanparks

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Der Jordanpark soll saniert werden. Zum 125-jährigen Jubiläum erscheint ein Sonderheft.

Kaufbeuren – 125 Jahre sind eine lange Zeit. Wenn der Jordanpark, der jetzt diesen Geburtstag feiern darf, sprechen könnte, welche Geschichten würde er uns erzählen? Einige davon werden in einem Sonderheft des Heimatvereins veröffentlicht, persönliche wie historische. Andere spannende Geschichten sind nur noch blasse Erinnerungen, oder vielleicht doch nicht?

In seinem Sonderheft zum Jordanpark informiert der Heimatverein Kaufbeuren aktuell über die Anfänge und die Entstehung des Jordanparks und bezieht Wünsche und Zukunftsperspektiven mit ein. Wie im Heft ausgeführt, begannen sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Stadtmagistrat Kaufbeuren, die Bürger und die Vereine der Stadt Gedanken über die Anlage eines öffentlichen Parks zu machen. 

Anstoß dazu lieferte der Umstand, dass Reisende mit dem Zug am Bahnhof ankamen und, statt auf Straßen, gerne die Abkürzung zur Innenstadt wählten. Diese führte allerdings durch „Feuchtwiesen”. Mitglieder des Garten- und Verschönerungsvereins, der 1878 gegrün- det worden war, regten die Anlage eines Parks an. Der Kaufbeurer Stadtpark entstand demnach als „ein stadtplanerisches Instrument, um die Reisenden, die am Bahnhof ankamen, freundlich zu stimmen und sie statt durch ein Sumpfgelände durch einen schönen Park in die Innenstadt zu lotsen”, wie es in der Veröffentlichung des Heimatvereins heißt. 

Von diesem Leitgedanken ausgehend soll auch die kommende Sanierung vonstatten gehen: Momentan bringen sich als Gruppen der Heimatverein, die Bürgerstiftung und der Gartenbauverein in die Gestaltung des „Bürgerparks” ein. 

Außerdem finden sich im Sonderheft Interviews, die nicht nur fachlich, sondern auch auf persönlicher Ebene geführt wurden. Erinnerungen von Menschen werden wach gerufen, für die der Park Bestandteil ihres Lebens war und ist. Diese heiteren, lustigen, bedrückenden oder auch ganz nüchternen Geschichten sind es allesamt wert, gelesen zu werden. 

Paula Bengeser, Jahrgang 1925, beispielsweise erinnert sich: „Der Pavillon da, die Säulen, die waren voll mit Monogrammen. Vor dem Krieg war ich zu klein, als dass ich einen Schwarm gehabt und mich da hineingraviert hätte, und nach dem Krieg war ich zu alt, aber die Säulen, die waren voller Monogramme, von oben bis unten, von allen Seiten. Ich weiß nicht, ob sie es noch sind, da haben sich ganz sicher viele junge Leute getroffen.” 

Verena Costian, 23, erzählt von einer Kindheitserinnerung: „Mit dem Kindergarten sind wir in den Park zum Spielen gegangen. Da steht auch noch der Baum, so eine ganz große Weide, auf jeden Fall ein Riesenbaum, der komplett hängt. Das war der ,Mädchenbaum’, da durften die Jungs nicht rein, die Jungs sind stattdessen auf den Spielplatz, und die Mädchen sind alle in diesen Baum reingehockt, und wenn die Jungs trotzdem gekommen sind, das ging gar nicht, das war der Mädchenbaum!” 

Haben auch Sie schöne, traurige oder einfach ganz besondere Momente im Jordanpark erlebt? Gibt es vielleicht Anekdoten von Ihrem ersten Kuss am Monopteros, Hochzeitsfotos im Park oder Erinnerungen an ein Spiel des ESVK, über das man sich danach im Jordanpark gefreut oder geärgert hat? Was verbinden Sie mit der Grünanlage im Herzen Kaufbeurens? Schreiben Sie uns Ihre Geschichte und senden Sie uns gerne auch Fotos an die E-Mailadresse redaktion-kf@kreisbote.de. Wir freuen uns, von Ihren Erlebnissen zu erfahren und ausgewählte Anekdoten im Kreisbote zu veröffentlichen!

von Martina Staudinger

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