Grüne üben Kritik am Zick-Zack-Kurs

Auf dem Dach des neuen innovativen Büro- und Schulungsgebäudes Ludwig Hartmann (v.li), Thomas Gehring, Theresa Schopper, Hubert Endhardt und Willi Bihler

Mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung in Sachen Energie- politik tourt die Fraktion der Grünen jetzt schon im dritten Jahr durch Bayern. Als letzte Station der diesjährigen energiepolitischen Rundreise haben sich die Grünen das Allgäu herausgesucht. Auch hier erwarteten sich die Landespolitiker neue Erkenntnisse zum Thema Forschung und Entwicklung in Sachen umweltfreundlicher Energieerzeu- gung. Vergangene Woche stand das Solarzentrum Allgäu als Entwicklungs- und Fertigungsstandort für innovative Solarsysteme auf der Tagesordnung.

Erst in jüngster Vergangenheit hatte das Biessenhofener Familienunternehmen große Summen in die Erweiterung ihrer Entwicklungs- und Produktionsstätte investiert. Kaum fertig gestellt, überraschte die Bundesregierung mit einer unerwartet hohen Absenkung der Einspeisevergütung, die erst nach monatelangem hin und her Kraft trat. Beeinflusst durch die im vergangenen Jahr installierte große Fotovoltaikleistung und die damit einhergehende steigende Belastung der Stromverbraucher war es aus Sicht der Verantwortlichen wohl angezeigt gewesen, hier die Notbremse zu ziehen, um ein weiters, durch die Einspeisevergütung verursachtes rasches Ansteigen der Strompreise zu verhindern. Naturgemäß stieß die „unverhältnismäßig starke Kürzung“ bei den Grünen auf wenig Gegenliebe. Als besonders negativ aber wurde in diesem Zusammenhang die fehlende Berechenbarkeit politischen Handelns eingestuft. Theresa Schopper (MdL), die Landesvorsitzende der Grünen, forderte deshalb Planungssicherheit sowohl für den Investor, als auch für das Fotovoltaik produzierende Gewerbe. Auch Willi Bihler, der Eigentümer des Solarzentrums Allgäu wurde durch diesen energiepolitischen Richtungswechsel überrascht und musste seine Belegschaft, um auf den Auftragsrückgang zu reagieren, von 100 auf 80 Mitarbeiter reduzieren. Monatelang, so Bihler, schwebten die Kunden im luftleeren Raum, was zu einer extrem hohen Stornorate für bereits bestellte Fotovoltaikanlagen geführt habe. Nun hoffe er, dass sich die Lage nach der Ferienzeit im Herbst dieses Jahres konsolidieren werde. „Für meine Firma, die sich vom Anlagenmontagebetrieb zum Solarmodulhersteller entwickelt hat, bleibt zu hoffen, dass die durch die Politik vorgenommenen kleinen Nachbesserungen ausreichen werden, dass die Attraktivität für die Installation von Neuanlagen erhalten bleibt“, so Bihler. Zur Zeit produziert das Unternehmen in seiner hochmodernen robotergesteuerten Ferti- gungsstraße 30 Fotovoltaikmodule pro Stunde. Sollten sich hinreichend viele Kunden für die etwa zehn Prozent teureren Module „Made im Allgäu“ entscheiden, sei eine Ausweitung der Produktion bis auf 20 Megawatt pro Jahr denkbar. Besonders stolz zeigte sich Bihler bei der Führung auf die im eigenen Haus entwickelten Kombimodule PV-Therm. Für die Vereinigung von Solarthermie und Fotovoltaik in einem Modul wurde er mit dem Bundespreis 2008 für hervorragende innovatorische Leistungen im Handwerk ausgezeichnet. Diese Module, die auch auf der hauseigenen Fertigungsanlage produziert werden, können im Zusammenwirken mit einer Wärmepumpe die Beheizung von Schwimmbädern oder auch von neu erbauten Passivhäusern übernehmen. Der für die Wärmepumpe benötigte Strom wird dabei durch die gleichen Module erzeugt.

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