Kritik an Plänen für Landwirtschafts- und Technikerschule im Kreisausschuss

Grünes Zentrum unter der Lupe

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Viele Fragen und Verbesserungsvorschläge gab es im Kreisausschuss zum Bau der Landwirtschafts- und Technikerschule. Trotzdem stimmte das Gremium mit zwei Gegenstimmen der Weiterführung der aktuellen Planung zu. Bereits fertiggestellt ist auf dem Gelände die Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbandes Ostallgäu.

Landkreis/Kaufbeuren – Das Grüne Zentrum an der Kaufbeurer Moosmangstraße nimmt langsam Form an.

Im jüngsten Kreisausschuss wurde der aktuelle Stand der Baumaßnahme für Landwirtschafts- und Technikerschule vorgestellt. Der Ausschuss stimmte der Weiterführung mit zwei Gegenstimmen zu und nahm die erforderlichen Finanzmittel in Höhe von rund neun Millionen Euro in die Haushaltsplanung 2016 auf. Damit kostet der Neubau rund eine Million Euro mehr als ursprünglich geplant. Die höheren Kosten begründen sich laut dem Leiter des kommunalen Bauamts Thomas Stöckle vor allem in den hohen bautechnischen Anforderungen für die Großküchen und der Wäscherei (Mehrkosten für die höheren Anforderungen circa 600.000 Euro) und in der Geräteausstattung der Küchen- und Wäschereibereiche (Gesamtkosten circa 400.000 Euro). Außerdem seien aufgrund der Holzbauweise unter anderem zusätzliche Schalldämmmaßnahmen, eine Vielzahl an Konstruktionsdetails und sichtbare Holzelemente nötig. Auch Probleme mit dem Baugrund hätten sich ergeben.

Bei den Gesamtkosten geht der Landkreis derzeit von Zuschüssen in Höhe von etwa vier Millionen Euro von der Landesanstalt für Landwirtschaft aus. Der Eigenanteil des Landkreises beträgt momentan rund fünf Millionen Euro. „Die Kostensituation ist nicht perfekt. Aber wir bemühen uns, Kosten einzusparen und haben dazu unter anderem die Fläche reduziert“, erklärte ein Planer vom Architekturbüro Florian Nagler während der Sitzung. So ganz zufrieden waren einige der Ausschussmitglieder allerdings nicht. Clara Knestel (Grüne, Marktoberdorf) monierte das Heizkonzept. Sie fragte, ob nicht eine Wärmeversorgung ausschließlich mit Pellets sinnvoll sei. Bislang ist eine Kombination aus Pelletheizung und und zur Abdeckung der Spitzenlast ein Gastherme geplant. „Wir haben das Heizkonzept eingehend geprüft“, so Landrätin Maria Rita Zinnecker. Dieses könne zudem nachträglich ergänzt werden.

Brigitte Schröder (Günzach, FWO) regte an, dass die Stadt Kaufbeuren, die derzeit rund 1,5 Millionen Euro zum Bau des Grünen Zentrums beiträgt, sich an den höheren Kosten beteilige. Zinnecker erklärte jedoch, die Planungsansätze von Stadt und Landkreis seien „unabhängig voneinander“. Laut einem Stadtratsbeschluss von 2012 seien die 1,5 Millionen Euro der Höchstbetrag, den Kaufbeuren beisteuere. Auch Josef Schweinberger (Buchloe, CSU) forderte allerdings „neue Verhandlungen“ mit Kaufbeuren. „Wir sind bei diesem Projekt schließlich Partner“, argumentierte er. Maximilian Hartleitner (Buchloe, JO) schlug in dieselbe Kerbe. Auch 65.000 Euro, die für „Kunst am Bau“ in der Gesamtplanung stehen, fand er „unnötig“. Wolfgang Hannig (SPD; Marktober- dorf) wollte geprüft wissen, ob nicht ein zusätzlicher Dachvorstand in die weitere Planung integriert werden könne. „Das entspricht unserer regionalen Bauweise und wäre optisch sinnvoll“, so Marktoberdorfs 2. Bürgermeister. Zudem solle „der Begriff Ostallgäu, nicht nur Kaufbeuren, in der Namensbezeichnung der Schule stehen“. Roland Brunnhuber (Pfronten, ÖDP) erschien wiederum die geplante Großküche „zu überdimensioniert“. 

„Für die vergleichsweise hohe Bausumme von mittlerweile neun Millionen Euro bekommen wir hier nichts besonderes, sondern den üblichen Stand der Technik“, sagte er außerdem. Es gab allerdings auch positive Stimmen: Josef Rid (Buchloe, FWO) betonte, ihm gefalle die Planung „sehr gut“. Die Großküche sei für eine zukunftsfähige Ausbildung an der Schule „unbedingt nötig“. 

Auch Dr. Alois Kling (Pfronten, CSU) sagte: „Wir dürfen uns glücklich schätzen, dass das Grüne Zentrum sich in der Spur befindet“. Die Landrätin beendete schließlich die Diskussion mit den Worten: „Ich bin mir weiterhin sicher, dass das Grüne Zentrum insgesamt ein Vorzeigeobjekt wird“. Maximilian Hartleitner und Roland Brunnhuber wollten sich von der derzeitigen Planung allerdings nicht überzeugen lassen und stimmten dagegen. Beschlossen wurde, die Maßnahme „Kunst am Bau“ zu verschieben und einen Dachvorstand erneut zu prüfen. Die nächsten Planungsschritte sind nun die Erstellung der Entwurfs- und Genehmigungsplanung sowie der Kostenberechnung. Des Weiteren sieht der Zeitplan die Umsetzung der Ausführungsplanung bis zum Frühjahr 2016 sowie die parallele Erstellung der ersten Ausschreibungsunterlagen vor. 

Als Baubeginn ist Juli 2016 angestrebt. Wie in der Kooperationsvereinbarung zwischen Landkreis und Stadt vorgesehen, soll das Gebäude für die Landwirtschaftsschule und Technikerschule bis Juli 2018 fertiggestellt sein.

Von Michaela Frisch

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