Polizei durchsucht die Forensik des Bezirkskrankenhauses nach Drogen

Drogenrazzia am BKH

+
Bei der Durchsuchung der Forensik am Mittwoch fand die Polizei Tütchen mit „Pulver“.

Kaufbeuren – Ein Großaufgebot der Polizei hat am frühen Mittwochmorgen die Forensische Klinik des Bezirkskrankenhauses (BKH) Kaufbeuren durchsucht.

Etwa 100 Beamte, darunter zahlreiche Kräfte der Bereitschaftspolizei, Diensthundeführer sowie Beamte der Polizeiinspektion Kaufbeuren waren im Einsatz. Beamte der Kripo standen zudem für die erforderliche Sachbearbeitung in Bereitschaft. 

Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden der Bezirkskliniken Schwaben, Thomas Düll, und des Ärztlichen Direktors der Forensik, Norbert Ormanns, seien zuletzt Drogen in die Maßregelvollzugseinrichtung eingeschleust worden. „Es gab vermehrt Auffälligkeiten in jüngster Zeit. Wir mussten reagieren“, sagte Ormanns. Die Polizei sei auf Bitten des BKH tätig geworden, bestätigt Christian Owsinski, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. 

Bei der Polizeiaktion, die um 6 Uhr begann, wurden Stationen und weitere Räumlichkeiten der Forensik des BKH durchsucht. Insgesamt waren 21 Räume betroffen, zu denen die derzeit 28 Patienten Zugang haben. Bei der Durchsuchung wurde neben einem versteckten Handy – auf der Station verboten – und einer SIM-Karte auch vier Tütchen mit einem noch nicht identifizierten Pulver, gefunden, bei dem der Verdacht auf Betäubungsmittel besteht. 

Die Polizei wird in den kommenden Tagen Ermittlungen zur Herkunft der sichergestellten Gegenstände durchführen. Dies könne laut Polizeihauptkommisar Christian Owsinski, Pressesprecher des Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, auch Wochen dauern. Bei dem Inhalt der Tütchen wird in einigen Tagen mit einem Ergebnis gerechnet. 

Bei der groß angelegten Durchsuchung habe es sich um eine „gemeinsam abgesprochene Aktion auf Grundlage des Strafvollzugsgesetzes gehandelt, die nicht zum ersten Mal stattfand“, wie Vorstandsvorsitzender Düll berichtet. Im Juli 2011 hatten Beamte schon einmal die Kaufbeurer Forensik durchforstet. Damals mussten im Nachgang fünf Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Verstöße nach dem Betäubungsmittelgesetz eingeleitet werden. Zudem wurden unter anderem eingeschmuggelte Handys sichergestellt. 

„Wir lassen absolut keine Toleranz in unseren Krankenhäusern zu, was Drogen betrifft“, so Düll. Die Aktion diene demnach auch der Abschreckung. Patienten werden in der forensischen Psychiatrie behandelt, weil aufgrund einer von ihnen begangenen Straftat die Unterbringung dort richterlich angeordnet worden ist. Viele der Patienten, die in der Kaufbeurer Forensik untergebracht sind, leiden unter einer Drogenabhängigkeit.

Meistgelesene Artikel

Beginn einer neuen Ära

Kaufbeuren – „Kooperation beruht auf Vertrauen und Verlässlichkeit.“ Mit diesen Worten charakterisierte Brigadegeneral Stefan Lüth als Vertreter der …
Beginn einer neuen Ära

Winterdienstpflichten betreffen alle

Buchloe – Sie haben gegenwärtig alle Hände voll zu tun – die Mitarbeiter des Buchloer Bauhofes. Das Tiefdruckgebiet „Dieter“ hat vorige Woche viel …
Winterdienstpflichten betreffen alle

Neuer Standort für Feuerwehr

Obergermaringen – Das geplante neue Feuerwehrhaus in Obergermaringen wird nun an einem neuen Standort errichtet.
Neuer Standort für Feuerwehr

Kommentare