Hannah Herzsprung und Elyas M´Barek im exklusiven Interview zu "Traumfrauen"

Die Suche nach der Liebe

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Ob Hannah Herzsprung im Film Elyas M'Bareks Traumfrau spielt?

Die Liebe ist nicht immer leicht zu finden. Jeder ist auf der Suche nach dem Traummann oder der Traumfrau. Anika Decker hilft in ihrem Regiedebüt Traumfrauen der Liebe auf die Sprünge. Kreisboten-Mitarbeiterin Sandy Kolbuch traf die Hauptdarsteller Hannah Herzsprung und Elyas M’Barek am 4. Februar in Berlin und sprach mit ihnen über die Traumfrauen.

Gibt es Traumfrauen? 

Herzsprung: „Das liegt im Auge des Betrachters. Entweder man meint, man hat eine und merkt beim Treffen, dass sie doch nicht die Traumfrau ist, weil es menschlich nicht funktioniert. Oder man begegnet jemanden, der dann zur Traumfrau wird, weil es menschlich funktioniert.” 

Elyas, haben Sie sich wie der Hahn im Korb gefühlt? 

M’Barek: „Nicht ganz, es waren ja auch eine Menge anderer Männer am Set: Kameraleute, Tonmeister... Ich habe mich dennoch sehr wohl gefühlt.” 

Auch, wenn Sie diesmal keine Hauptrolle hatten? 

M’Barek: „Das war absolut okay für mich. Ich fand es ganz schön, mich in ein Ensemble einfügen und einen Supporting Act spielen zu dürfen. Für mich stand eher das Drehbuch im Vordergrund. Ich wollte unbedingt beim Regiedebüt meiner guten Freundin Anika Decker dabei sein.” 

Wie war denn die Zusammenarbeit mit Anika Decker als Regisseurin? 

Herzsprung: „Anika war bereits als Drehbuchautorin sehr engagiert und hat die Castings und Drehs begleitet. Sie ist sehr interessiert und eine großartige Beobachterin, was man auch ihren Büchern entnimmt. Sie war sehr souverän und sehr gut vorbereitet. Es ist ein Geschenk, wenn man dem Drehbuchautor und Regisseur beim Dreh so nahe ist.” 

M’Barek: „Ich glaube, dass ein Mann den Film auf diese Weise gar nicht hätte umsetzen können. Es ist ein Film, der hinter die Kulissen der Frauenwelt blickt und Dinge zeigt, die man als Mann gar nicht kennt. Es werden Dinge ausgesprochen, die Frauen normalerweise nur unter sich besprechen. Daher war es sehr wichtig, dass eine Frau den Film inszeniert hat.” 

Wie war der Dreh? 

Herzsprung: „Sehr harmonisch. Man kann die Sets immer nicht miteinander vergleichen, weil jedes Projekt anders ist. Es ist jedes Mal was Neues. Im Fall von Traumfrauen, war es ein großartiger und wunderschöner Dreh in Berlin und wir hatten sehr viel Spaß.” 

Wie sahen die Proben aus? 

Herzsprung: „Wir haben im Vorfeld mit allen Schauspielern zusammen das Drehbuch gelesen. Anschließend haben wir einzeln in den jeweiligen Konstellationen die Szenen geprobt.” 

Können Sie sich mit Ihrer Rolle identifizieren? 

Herzsprung: „Als ich das Drehbuch das erste Mal gelesen habe, wollte ich die Rolle unbedingt spielen. Dann war ich aber beim Casting so aufgeregt und hatte ein Blackout - scheiß Prüfungsangst. Leni, meine Rolle redet sehr viel und plötzlich war der ganze Text weg. Elyas hat mich aber gerettet und ist mit mir kurz rausgegangen. Dann war ich natürlich noch aufgeregter und es ging gar nichts mehr (lacht). Als ich die Rolle bekommen habe, hat mich das sehr gefreut. Ich rede nicht ganz soviel wie Leni, bin aber ebenso romantisch veranlagt, wenn auch realistischer.” 

Welche Situationen fanden Sie spannend? 

M’Barek: „Zum Beispiel zu gucken, wie Frauen über Männer sprechen. Die Trennungsszenen sind schon sehr interessant.” 

Sind Sie jetzt zum Frauenversteher geworden? 

M’Barek: „Nein, auf keinen Fall (grinst). Es ist ja nach wie vor ein Film. Aber es war sehr unterhaltsam.” 

Gibt es Parallelen bei dem Verhalten von Mann und Frau während des Liebeskummers? 

M’Barek: „Nein, das glaube ich nicht. Männer und Frauen gehen schon anderes damit um. Männer, die sich erst von ihrer Freundin trennen und sie dann Monate später zurück haben wollen, gibt es aber bestimmt in Wirklichkeit auch.” 

Nach welchen Kriterien wählen Sie ihre Projekte aus? 

M’Barek: „In erster Linie nach dem Drehbuch. Nach dem Lesen kann ich mir entweder vorstellen, dass ich den Film sehen möchte oder halt nicht. Wenn ich beim Lesen schon aussteige, macht es keinen Sinn.” 

Was zeichnet für Sie Freundschaft aus? 

M’Barek: „Freundschaft bedeutet für mich, dass man sich fallen lassen und auf den anderen Verlass kann. Gegenseitiger Beistand in guten und schlechten Zeiten ist ebenso wichtig.” 

Herzsprung: „Wenn Freunde einen wirklich kennen, wissen sie auch, wie sie mit einem in den unterschiedlichen Situationen umgehen müssen.” 

Ist der momentane Erfolg mitunter belastend? 

M’Barek: „Nein, ganz im Gegenteil. Momentan finde ich es sehr schön und genieße es. Ich habe ja auch andere Zeiten hinter mir. Ich freue mich über die Möglichkeiten, die ich habe. Bald drehe ich auch die Fortsetzung zu Fack Ju Göthe und dann gucke ich mal, was danach kommt. Vielleicht drehe ich dann nur noch Schwarzweißfilme oder werde U-Bahn-Fahrer.” 

Vielen Dank!

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