Hart oder weich?

Seine Tage sind bald gezählt: Aber der weithin sichtbare Wasserturm bleibt auch nach seiner Außerdienststellung stehen.

Die Frage nach der Qualität des täglich benötigten Trinkwassers stellt sich in unserer Region kaum. Denn die ist anerkannterweise sehr gut und gibt keinen Grund zur Beanstandung. Einziger Wermutstropfen: Der Kalziumgehalt weist Spitzenwerte auf und macht manchem Haushalt zu schaffen. Die Anschaffung einer Wasserenthärtungsanlage (WEA) wird daher schon lange diskutiert. Im Rahmen weiterer Investitionen für die Wasserversorgung hatte der Werkausschuss über diese Maßnahme zu entscheiden – und überlässt dies nun den Bürgern!

Seit 2009 denkt die Stadt über eine zentrale Wasserenthärtungsanlage nach. Nachdem bereits große Teile der Wasserversorgung in den letzten Jahren erneuert worden waren und nun auch in neue Trinkwasserbehälter investiert werden muss, lag der Vorschlag für die Anschaffung einer zentralen Wasserenthärtungsanlage auf dem Tisch des Werkausschusses. Doch nach ablehnenden Stellungnahmen eines Großbetriebes und der dem Bayerischen Bauernverband angehörenden örtlichen Landwirte lehnte der Ausschuss eine Entscheidung ab. Statt dessen sprach er sich für die zeitnahe Durchführung eines Ratsbegehren aus, mit dem Ziel, einen Bürgerentscheid zur Errichtung einer zentralen Wasserenthärtungsanlage für die Stadt Buchloe herbeizuführen. Es wurde jedoch ausdrücklich festgelegt, dass ausführliche und umfassende Bürgerinformationen über etwa 1,6 Millionen teure Anschaffung vor- ausgehen sollen. Die Landwirte betrachten eine solche Anlage als Luxus und bezweifeln nicht nur den ökologischen Wert, sondern befürchten eher Nachteile für Mensch und Tier. Zentralisierung Unstrittig und ohne große Diskussion wurden zwei neue Edelstahlbehälter mit elektronischer Druckregelanlage und insgesamt 3.000 Kubikmeter Fassungsvermögen befürwortet, da der Wasserturm zukünftig nicht mehr ausreicht. Dringenden Handlungsbedarf sah das Gremium auch in der Zusammenführung der bisher dislozierten Einrichtungen des Wasserwerks in einem neuen Betriebsgebäude. Die Kosten für diese beiden Maßnahmen belaufen sich derzeit auf rund 3.1 Millionen Euro. Gut zwei Drittel aller frühestens 2015 anfallenden Kosten sollen nach jetzigem Stand dann als Umlage, der Rest über die Gebühren finanziert werden. Defizit geringer Der im Werkausschuss behandelte Jahresabschluss 2010 für das Wasserwerk brachte zwar ein Defizit von rund 128.000 Euro, war aber laut Georg Haider unter anderem durch die hohen Investitionen in neue Versorgungsleitungen, Hausanschlüsse und Aufforstungen bedingt. Doch gab es auch Positives zu berichten: Der Verlust mit 18.000 Kubikmeter Wasser im Jahre 2011 ist deutlich unter den Wert des Vorjahres mit 51.000 Kubikmeter gesunken.

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