Wendepunkt erreicht

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Individuelle Ausstattung: Die Zimmer im Haus Schatzinsel sind ganz auf die Bedürfnisse der jeweiligen Bewohner zugeschnitten.

Dillishausen – Nach einigen Jahren harter Arbeit hat es der seit 2012 amtierende Vorstand geschafft, die Pflegeeinrichtung „Haus Schatzinsel“ mit dem gleichnamigen Trägerverein in eine tragfähige Zukunft zu führen. Dies wurde bei der kürzlich stattgefundenen Mitgliederversammlung des eingetragenen Vereins deutlich. „2016 ist das Jahr der Wende, wir kommen aus der Verlustzone raus“, sagte Finanzvorstand Ulrich Steinbrink. Insbesondere die nun abgeschlossenen Verhandlungen mit der Regierung von Schwaben (RegvSchw) hinsichtlich der Entgeltungspauschalen trügen dazu bei. Dies bestätigte auch Wirtschaftsprüfer Bernd Winkler aus München, der den Verein berät und zusätzlich eine Umschuldung des noch bestehenden Überbrückungskredites in ein längerfristiges Darlehen empfahl.

Die in der Vergangenheit aufgetauchten finanziellen Probleme hatten mehrere Gründe. Dazu gehörte der 2010 fast eine halbe Million Euro teurer als geplante Neubau ebenso wie die nicht angepassten Pflegevergütungen für Pauschalen und Wohnungen, deren Verhandlungen mit der RegvSchw sich seit Sommer 2014 hinzogen. Hinzu kamen Liquiditätsprobleme durch zum Teil wochenlang verzögerte Einzahlungen für Pflegefälle, denen jedoch Verpflichtungen in Form von Gehaltszahlungen gegenüberstanden.

"Gesunde Struktur"

„Nach zwei Jahren Verhandlungen über die Pflegevergütungen für das Wohnheim und die Kurzzeitpflege mit Unterstützung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes haben wir nunmehr eine gesunde Struktur“, stellte Steinbrink fest, der sich ausdrücklich für „das gute Verhandlungsklima“ beim Bezirk bedankte. Man sei dem Verein in vielen Punkten entgegengekommen und stehe nun besser da. Er stellte klar, dass das Vereinsvermögen in Form von Grund und Immobilien einen Wert von rund 4,6 Millionen Euro darstelle und dem eine Verschuldung von 770.000 Euro gegenüber stehe. „Die Verschuldung beträgt 20 Prozent unseres Vermögens“, so Steinbrink, „bei anderen Häusern ist das Verhältnis umgekehrt.“

Im Bereich Personal gab es laut Finanzvorstand ebenfalls Anpassungen. Allerdings ist der Personalschlüssel vom Bezirk in Abhängigkeit der Anzahl der Bewohner und deren Pflegestufen festgelegt. Alle Arbeitsverträge seien angepasst und die Bezahlung erfolge je nach Qualifikation und Aufgabe der Mitarbeiter nach dem aktuellen Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes. Früher habe der „Nasenfaktor“ gegolten.

Veränderungen

In einem ausführlichen Bericht beleuchteten die Kassenprüfer Johann Popfinger und Friedrich Mayer-Brauns das Wirtschaftsjahr 2014. Sie bemängelten unter anderem die hohen Anwalts- und Beratungskosten, die man aber den jetzigen Vorständen nicht anlasten könne. Alle Stichproben in den sechs jeweils mehrstündigen Prüfungen hätten keine Beanstandungen ergeben. Sie bescheinigten dem ehrenamtlichen Vorstand eine „hervorragende Arbeit“ und empfahlen die Entlastung, welche die Versammlung bei zwei Enthaltungen bestätigte. Der Vorstand erhielt auch den Auftrag, den Überbrückungskredit in Höhe von 200.000 Euro in ein langfristiges Darlehen mit niedrigeren Zinsen umzuwandeln. Beschlossen wurde nach einigen Änderungen einstimmig eine neue Satzung ab 1. Dezember 2016, welche unter anderem eine dreijährige Amtszeit für Vorstände vorsieht. Geplant ist auch, eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) zu gründen. Der bisherige Trägerverein hätte dann nur noch die Funktion eines Fördervereins. „Ich bin hochzufrieden“, sagte Steinbrink abschließend, der gleichzeitig ankündigte, bei den Neuwahlen im kommenden Dezember nicht mehr als Vorstandsmitglied, sondern lediglich beratend zur Verfügung zu stehen.

von Wolfgang Becker

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