Hegeschau des Jagdvereins KF: "Verbiss" weiterhin ein Problem

Jäger ziehen Bilanz

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Die Hege- und Naturschutzschau des „Jagdschutz – und Jägervereins Kaufbeuren e.V.“ fand auch in diesem Jahr wieder große Beachtung.

Oberostendorf/Kaufbeuren – Die traditionelle Hege- und Naturschutzschau des „Jagdschutz- und Jägervereins Kaufbeuren e.V.“ fand in diesem Jahr bei frühlingshaftem Wetter in Oberostendorf statt.

Auf der großen Bühne des Vereinsheimes am Sportplatz informierte die Jägerschaft über alle Themen rund um die Jagd und stellte die Gehörne der letzten Jagdsaison aus. 

Stefan Schopf, der 1.Vorsitzende des JJV Kaufbeuren konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen, unter ihnen Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke und Landtagsabgeordnete Angelika Schorer. Von der Stadt Kaufbeuren kam Bürgermeister Gerhard Bucher als Vertreter. Forstdirektor Robert Berchtold vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vertrat seinen Amtschef Dr. Paul Dosch. Oberostendorfs Bürgermeiser Helmut Holzheu nutzte die Gelegenheit, seine Gemeinde der versammelten Jägerschaft vorzustellen. 

Traditionell wurde die Hege- und Naturschutzschau durch die Jagdhornbläser des Jagdschutz- und Jägervereins Kaufbeuren unter der Leitung von Viktor Jakesch eröffnet. Fritz Obermaier, Jagdberater für das nördliche Ostallgäu, gab einen Rückblick über das vergangene Jagdjahr. Im Frühjahr sei zügig mit der Bejagung vom Rehwild begonnen worden. Allerdings bedeute die oftmals intensive Bewirtschaftung vom Grünland eine große Gefahr für die Rehkitze und andere Jungtiere. 

Obermaier wies darauf hin, dass Tierkadaver im Futter die Krankheit Botulismus verursachen, was immer mehr ein Thema werde. (Der Kreisbote hatte im vergangenen Jahr über einen Jagdpächter berichtet, der in Absprache mit den Landwirten Grünflächen vor dem Mähen mit freiwilligen Helfern abgesucht und somit viele Rehkitze vor einem grausamen Tod durch die Mähmaschinen gerettet hatte. Solche Kadaver sind zudem verantwortlich, wenn der Botulismus-Erreger in Tierfuttermittel gelangt). 

Statistik der Jagd 

Insgesamt wurden laut der Statistik im nördlichen Ostallgäu diesmal 1501 Stück Rehwild erlegt, der Abschuss wurde damit zu rund 91 Prozent erfüllt. 53 Hasen, 165 Füchse, 65 Dachse, 67 Stück Schwarzwild und 21 Marder wurden im nördlichen Ostallgäu erjagt. Die sogenannte „Federwildstrecke“, überwiegend Stockenten, weist eine sinkende Tendenz auf. 

Dominik Petzka von der unteren Jagdbehörde der Stadt Kaufbeuren stellte die Abschusszahlen im Bereich der Stadt Kaufbeuren vor. Insgesamt wurden 147 Stück Rehwild erlegt, davon 41 Böcke, 52 Geissen/Schmalrehe und 38 Kitze. Der Abschuss wurde damit zu 89 Prozent erfüllt. 

Der Anteil an Fallwild, also Wild, das nicht durch ordnungsgemäße Jagd sondern zum Beispiel durch Altersschwäche oder Autounfälle zu Tode gekommen ist, sei im Bereich der Stadt höher als im Landkreis. Zusätzlich wurden vier Hasen, 33 Füchse, zwei Dachse, acht Stockenten, ein Stück Schwarzwild und vier Rabenkrähen erlegt. Aus der Sicht der Stadt sei es eher ein ruhiges Jagdjahr gewesen. 

Großes Problem Verbiss 

Schwerpunktthema war in diesem Jahr ein Vortrag von Dieter Immekus aus Maierhöfen über die Verbissproblematik. Verbiss meint die Schäden an Pflanzen durch das Wild. Der Fachmann stellte in seinem Vortrag die unterschiedlichen Verbisszeichen und deren Verursacher vor. Grund für Verbiss ist demnach vor allem die Nahrungssuche durch verschiedene Tierarten. 

Manche Schädigungen an Pflanzen gaukeln dem Betrachter jedoch auch einen Wildverbiss vor, obwohl sie andere Ursachen haben können wie zum Beispiel Schneebruch. Verbiss könne daher durch Augenschein nur schwer zugeordnet werden. Schlussendliche Sicherheit gebe es nur durch eine DNA-Analyse, so Immekus. Ein Nachweis gelinge aber nur bis maximal acht Tage nach der Probenentnahme. 

Vereinsehrungen 

In seiner Funktion als 1. Vorsitzender konnte Stefan Schopf abschließend noch die Vereinsehrungen vornehmen. Vereinsehrenzeichen in Bronze gingen an Ilse Deiffel aus Kaufbeuren, Klaus Lang aus Honsolgen, Jürgen Lutzenberger aus Egelhofen, Bernd und Gudrun Semin von der Hegegemeinschaft Buchloe und Bruno Dangel sowie Dominik Petzka von der unteren Jagdbehörde der Stadt Kaufbeuren. 

Das Vereinsehrenzeichen in Silber wurde an Ralf Kinkel von der unteren Jagdbehörde des Landkreises und an Josef Koch aus Pforzen verliehen. Eine besondere Ehre wurde Walter Heil aus Kaufbeuren für seine langjährige Vereinstätigkeit im Bereich des Jagdhornblasens und im Bereich der Jagdkultur zuteil. Er wurde mit dem Eichenkranz in Silber vom Bayerischen Jagdverband ausgezeichnet.

von Siegfried Spörer

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