Kaufbeurens Baureferatsleiter Helge Carl setzt auf Dialog mit Bürgern

Der Neue im Amt

+
Das „Forettle“ ist derzeit ein großes Thema für Helge Carl

Kaufbeuren – Der neue Mann an der Spitze des Kaufbeurer Baureferats ist Helge Carl. Seit Anfang September hat er sein Amt aufgenommen. Jetzt arbeitet er sich intensiv in die großen Projekte der Stadt ein. Carl kündigt an, primär auf den Dialog mit den Bürgern zu setzen.

Seit gut drei Wochen ist der neue Baureferatsleiter der Stadt Kaufbeuren, Helge Carl, im Amt. Seitdem arbeitet er sich intensiv in die anstehenden Projekt ein und führt vor allem Mitarbeitergespräche, „um seine Abteilung besser kennenzulernen“. Auch seine erste Bauausschusssitzung hat der neue Referatsleiter bereits absolviert. Keine gewöhnliche, denn immerhin ging es um die Entwicklung im „Forettle“. Wie berichtet, ringt die Politik hier um eine vernünftige Entscheidung. Im Redaktionsgespräch sprach Carl über seine anstehenden Aufgaben und zeigte auf, dass er in vielen Bereichen schon fest „im Stoff“ steht. 

Bereits einige Wochen vor seinem Dienstantritt war Carl mit seiner Familie nach Kaufbeuren gekommen, um sich einen Eindruck von der Stadt und ihrem Umland zu verschaffen. Inzwischen ist auch der Umzug von Wien in die Wertachstadt vollzogen. Familie Carl freut sich auf das, was sie hier erwartet. Aktuell führt der „Neue“ viele Gespräche mit den Mitarbeitern seines 140 Mann starken Referats, das aus sieben Abteilungen besteht. Dabei lässt er sich auch anstehende Projekte erklären und arbeitet sich dann nach eigenem Bekunden intensiv in die Materie ein. Seine erste Erkenntnis: „Das Aufgabenfeld eines Baureferenten ist breit und sehr komplex“. 

Carl selbst war vor seinem Dienstantritt in Kaufbeuren sechs Jahre als Projektmanager und Teamkoordinator für Bau- und Gebäudeinstandhaltung an der Technischen Universität Wien beschäftigt. Jetzt reizt ihn seine neue Aufgabe, denn es sei schon immer sein Wunsch gewesen, solch einen Posten zu bekleiden. Entsprechend motiviert will er sich den anstehenden Aufgaben stellen. So auch dem für Kaufbeuren großen Thema Fachmarktzentrum „Forettle“. Wie berichtet, stellte der Berliner Investor jüngst seine Pläne im Bauausschuss vor, die nicht bei jedem Ausschussmitglied auf positives Interesse gestoßen waren. Carl sieht das Areal „Forettle“ als einen „neuralgischen Punkt“ in der Stadt an, der entwickelt werden sollte. Dies könne aus seiner Sicht eben durch solch ein Fachmarktzentrum geschehen. Allerdings hänge dies von den genauen Plänen ab. Die jetzt vorgelegten seien eine „Grundlage und noch kein Ergebnis“. Dieses müsse erst gutachterlich erstellt werden. 

Sicher scheint aber für Carl schon jetzt, dass in Teilbereichen des Vorhabens noch Veränderungsbedarf besteht. Dazu zählt er das Thema Wegeverbindungen, beispielsweise die fußläufige Anbindung des Fachmarktzentrums zur Altstadt. Dabei sollte vor allem auf eine hohe gestalterische Qualität geachtet werden, „eine Basislösung wäre hier fehl am Platz“. Letztlich entscheiden müsse aber die Politik, so Carl. Auch Befürchtungen einiger Stadträte und Einzelhändler, dass das Fachmarktzentrum zu Leerständen in der Innenstadt führen könnte, findet Carl „verständlich“ und fordert daher einen Dialog zwischen allen Beteiligten: „Wir haben nichts zu verbergen und wollen alles transparent gestalten“. Zunächst müsse aber erst eine Arbeitsgrundlage geschaffen werden, über die es dann zu sprechen gilt.

Neuer Markt 

Auch Neugablonz hat der neue Referatsleiter bereits einen Besuch abgestattet. Den Umbau des Neuen Markts findet er „sehr gelungen“, jetzt gehe es darum, die noch ausstehenden Projekt weiter zu realisieren und „abzurunden“. Auch erteilte er kursierenden Gerüchten eine klare Absage, die behaupten, man müsse aus finanziellen Gründen die noch anstehenden Baumaßnahmen am Neuen Markt zeitlich nach hinten verschieben. Insbesondere der Defizitausgleich für das Kommunalunternehmen Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren solle den Kämmerer mächtig drücken, so die Befürchtungen. Carl selbst wollte dies nicht bestätigen, auch wenn er zugibt, dass die Finanzlage der Stadt „nicht einfach“ sei. Dass man die Weiterentwicklung „Neuer Markt“ aus besagten Gründen aufschieben wolle, sei ihm nicht bekannt. So würden jetzt auch Anträge für Zuschüsse aus Mitteln der Städtebauförderung gestellt. 

Eisstadion 

Eine weitere große Baustelle ist aktuell das Eisstadion. Hier läuft laut Carl alles nach Plan: „Der Termin für die Freigabe der Eis-Arena am 18. Oktober soll gehalten werden“. Um die Be- deutung des Stadions für die Kaufbeurer und den ESVK wissend, wird das Projekt „eng von der Bauverwaltung begleitet“. Carl machte aber nochmals deutlich, dass dieses Projekt eine „wahnsinnig komplexe Aufgabe“ sei. Ein Umbau im Bestand sei immer eine große Herausforderung und vor Überraschungen sei man nicht gefeit.

Konversion Fliegerhorst 

Auch in Sachen Architektenwettbewerb „EUROPAN“ (wir berichteten) kann Carl Neues berichten. So hatte am Montag eine örtliche Jury aus 23 Arbeiten vier ausgewählt, die jetzt einer nationalen Jury vorgestellt werden. Bis Ende des Jahres soll dann ein Gewinner ermittelt werden. Carl betonte aber, dass die Stadt Kaufbeuren nicht an einer Umsetzung des Sieger-Projektes gebunden ist, da es sich um einen Ideen- und keinen Realisierungswettbewerb handle. Über die Inhalte der vier ausgewählten Pro- jekte, die eine Ertüchtigung des Fliegerhorstes nach Abzug der Truppen zum Thema haben, durfte Carl nichts sagen, da es sich um ein anonymes Verfahren handle und die Inhalte erst nach der Bewertung durch die nationale Jury öffentlich gemacht würden. Unterm Strich freut sich Carl auf seine neue Aufgabe, auch wenn er weiß, dass die Außenwirkung seiner Abteilung immer im Fokus der Öffentlichkeit steht. Deshalb setzt er auf einen „regen Austausch“ mit den Bürgern. von Kai Lorenz

Meistgelesene Artikel

Bau der Fußgängerzone: Zuschlag erteilt

Kaufbeuren – Der Kaufbeurer Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung über die Vergabe der Bauarbeiten für die Kaufbeurer Fußgängerzone entschieden. Den …
Bau der Fußgängerzone: Zuschlag erteilt

Rauchzeichen bei der Feuerwehr

Mauerstetten – Es war ein denkbar knappes Ergebnis bei der ersten Sitzung des neuen Jahres im Mauerstettener Gemeinderat. Mit sieben zu sechs Stimmen …
Rauchzeichen bei der Feuerwehr

Kinotipp: "Hacksaw Ridge"

Um den Regie-Visionär Mel Gibson ist es in den letzten Jahren eher ruhig geworden. Trotzdem sind seine Meisterwerke „Braveheart“ und „Apocalypto“ …
Kinotipp: "Hacksaw Ridge"

Kommentare