Bürgermeister und Kreistags-Grüne zur Zukunft des Krankenhaus-Areals

Offener Schlagabtausch

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Um das Areal des ehemaligen Marktoberdorfer Krankenhauses ist jetzt ein offener Schlagabtausch zwischen Bürgermeister und Kreistags-Grünen entbrannt.

Marktoberdorf – Eigentlich liegen sie in ihren Ansichten zur Zukunft des Klinikareals nicht weit auseinander, dennoch liefern sich die Grünen-Kreisräte Hubert Endhardt und Dr. Rudolf Sprich einen offenen Schlagabtausch mit Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell.

Vor dem Hintergrund, dass es wohl keine medizinische Folgenutzung des Klinikums geben wird, forderten Endhardt und Sprich die Stadt in einem offenen Brief auf, die „Chance zur städtebaulichen Neuordnung“ nicht zu vergeben und Einfluss auf eine sozial geprägte Ausweisung des Gebiets zu nehmen (wir berichteten). 

Hell antwortet darauf mit Verweis auf die vergangene Stadtratssitzung, dass die Stadt beabsichtige, auf dem 55.000 Quadratmeter großen Terrain „maßvoll verdichteten Wohnraum, eine Kindertagesstätte und andere soziale Nutzungen anzustreben“. Allerdings, so betont das Stadtoberhaupt in seinem Schreiben, „ohne Luftschlösser, im Rahmen des realistisch Sinnvollen, des Finanzierbaren und mit konkreten Investoren“. 

Verkaufspreis unter Druck? 

Die Grünen-Kreisräte stören sich nun wohl vor allem daran, dass sich die Stadt in einem öffentlichen Beschluss vom 20. März ein Vorkaufsrecht am Krankenhausareal sicherte. Das geht aus einem Antwortschreiben hervor, das Anfang dieser Woche Bürgermeister Dr. Hell zuging und dem Kreisboten vorliegt. 

Die Vorkaufsrechtssatzung der Stadt Marktoberdorf erschwere nun, nach Ansicht beider Kreisräte, die Chance auf eine Weiterentwicklung des Standorts. Vorhandene Investoren würden durch die Vorkaufsrechtssatzung irritiert und durch die Planungshoheit der Stadt verunsichert. 

Wie bereits aus der letzten Sitzung des Verwaltungsrats bekannt wurde, haben drei Bieter ihr ernsthaftes Interesse am Gelände des vor rund drei Jahren geschlossenen Krankenhauses formuliert. Unterschiedliche Interessenlagen bestünden außerdem, so Endhardt und Sprich, wenn das Kommunalunternehmen das Gelände unter Preis an die Stadt verkaufen müsse oder die Stadt Marktoberdorf durch andere Bewerber mit einem hohen Verkaufspreis unter Druck gerate.

Die Antwort des Bürgermeisters an die Adresse der Kreisräte ließ nicht lange auf sich warten. Dr. Hell wies den Vorwurf zurück und bat darum, die Entscheidungen des Stadtrats, was die Angelegenheiten und die Zukunft Marktoberdorfs angehe, als legitim zu respektieren. 

Er könne darüber hinaus die Befürchtung nicht nachvollziehen, dass „der Erlass der Vorkaufsrechtssatzung das Bemühen des Kommunalunternehmens gefährdet, einen möglichst hohen Verkaufserlös für das Krankenhaus zu erzielen“. Die Vorkaufsrechtsatzung war Ende März mit den Gegenstimmen der grünen Stadträte verabschiedet worden. Die Stadt will nun ein Bauleitplanverfahren für das Klinikareal auf den Weg bringen.

von Angelika Hirschberg

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