Neuer Anlauf für Sporthallenbau

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Standort: Auf dem oberen Wiesengelände ist einmal die neue Sporthalle vorgesehen. Im Vordergrund das Fußballgelände des SVM und am linken Bildrand Teile der bereits fertigen Tennisanlage.

Mauerstetten – Eigentlich sollte die Ausschreibung zu einem Wettbewerb für den Bau einer neuen Turnhalle in Mauerstetten schon auf den Weg gebracht worden sein. Doch nachdem Bürgermeister Armin Holderried in der Gemeinderatssitzung am 11. August ein mögliches Szenario der gesamten Kosten des Projektes von möglicherweise deutlich über zehn Millionen Euro vorgestellt hatte, zog der Gemeinderat zunächst einmal die Reißleine (wir berichteten).

In der jüngsten Sitzung stand nunmehr Petra Schober als projektbegleitende Architektin den Gemeindevertretern für Fragen über die Projektkosten zur Verfügung. Am Ende war allen – auch den zahlreich erschienenen Besuchern aus den Reihen des Sportvereins – klar, dass die bisherigen Vorstellungen überdacht und neu abgestimmt werden müssen.

Die seit rund zwei Jahren geführten Diskussionen über den Neubau einer Sporthalle schienen eigentlich beendet, denn man hatte sich letztendlich auf eine Dreifachturnhalle verständigt. Im Rahmen einer Sitzung hatte die Architektin Ende letzten Jahres den Ratsmitgliedern einen Kostenrahmen allein für den Bau der Halle präsentiert, der bei etwa 6,5 bis sieben Millionen Euro lag. Holderried hatte dem Gemeinderat kürzlich das Gesamtszenario vorgestellt und kam dabei auf insgesamt rund 10,4 Millionen Euro. Darin waren unter anderem neben Erschließung, Straßenbau, Kanal und Gestaltung der Außenanlagen mit Beachvolleyballfeld, Kinderspielplatz und Asphaltstockbahn auch eine Summe von 2,2 Millionen Euro in Form von Nebenkosten aufgeführt. In letzteren ist auch das Architektenhonorar in Höhe von 20 bis 30 Prozent der Baukosten enthalten.

BKI als Grundlage

Anfangs der Sitzung machte der Bürgermeister nochmals deutlich, dass es sich um ein „Gesamtpaket“ handele und warb für eine Modifizierung, die „guten Gewissens gegenüber allen Bürgern vertretbar“ sei. Anschließend stellte Schober ihre Sicht der Dinge dar. Sie habe bei ihrer Präsentation sowohl die aktuellen Daten vom Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI) als auch das vorgesehene Raumprogramm mit 3400 Quadratmeter Fläche für die Halle zugrunde gelegt. Selbst bei niedrig angesetztem Quadratmeterpreis käme man mit dem zu berücksichtigendem Regionalfaktor sowie einen Index auf etwa 6,4 Millionen Euro für das Gebäude. Sie habe in ihren Ausführungen darauf hingewiesen, dass es sich um reine Baukosten handele und weitere Kosten wie insbesondere die Nebenkosten zusätzlich anfielen und bedauerte, dass dies vielleicht nicht richtig „rübergekommen“ sei. Es gebe keine Möglichkeit, derzeit genauere Kosten zu ermitteln. Dies sei erst nach Vorliegen Vorentwürfen der Fall.

Alles Laien

Die Räte ließen dies nicht so gelten, denn aus ihrer Sicht waren die Punkte in der Präsentation nicht deutlich dargestellt worden. „Ich fühle mich getäuscht“, so Peter Niederthanner. Der Rat trage Verantwortung und müsse als Entscheidungsträger „alles im Blick“ haben. Er schlug eine Zweifachhalle und Begrenzung der Kosten auf 8,5 Millionen Euro vor. Martina Burg stellte fest, dass sie die Honorarkosten „nicht auf dem Schirm“ hatte. Auch Holderried merkte an, sie seien alle Laien und er hätte sich in diesem maßgeblichen Punkt eine transparentere Information gewünscht. Günter Ziegler sah die Lösung über ein geringeres Raumprogramm, warnte aber vor Lösungen auf Kosten der Nachhaltigkeit.

Lösungsansätze

Manfred Höbel und Martin Fritsch fragten die Architektin nach möglichen Lösungen für eine Kostensenkung. Schober sagte, es gäbe mehrere Ansätze. Dazu gehöre, den Auslobungstext „noch mal genau anzuschauen“ und gleich Hinweise auf möglichst eine günstige Bauweise zu geben. Weiter könne man bestimmte Außenanlagen ebenso ausklammern wie einen Mehrzweckraum und diese zu einem späteren Zeitpunkt erstellen. Auch an der Ausstattung wie Anzahl der Duschen ließe sich sparen, denn Sanitär sei „nicht günstig“. Das Gremium entschied sich abschließend auf Vorschlag von Holderried und in Absprache mit der anwesenden SVM-Führung für weitere Abstimmungsgespräche am Mittwoch dieser Woche.

Durchgewunken wurde der Antrag über eine geänderte Planung für ein rundes Empfangsgebäude der Firma Mayr Antriebstechnik.

von Wolfgang Becker

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