Flexibles Raumkonzept der geplanten Wohnungseinheiten

"Es muss bezahlbar sein"

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Das orangene, erworbene Gebäude der Hospitalstiftung in der linken Bildhälfte soll abgerissen werden und Platz machen für einen Teil der 46 seniorengerechten Wohnungen.

Kaufbeuren – Für Senioren, die sich hochpreisige, barrierefreie Wohnungen nicht leisten können, plant die Hospitalstiftung zum Heiligen Geist den Neubau eines barrierefreien Gebäudekomplexes mit 46 seniorengerechten, davon zwölf pflegenahen Wohnungen in der Augsburger Straße.

Das Besondere ist das Raumkonzept, das flexibel der Nutzung angepasst werden kann. Das Konzept und die Machbarkeitsstudie wurden vergangene Woche sowohl im Verwaltungs- als auch im Bauausschuss vorgestellt. 

Geplant ist, seniorengerechte barrierefreie Wohnungen im Neubau direkt an das bestehende Pflegeheim der Hospitalstiftung im Gartenweg anzugliedern. Abgerissen wird für den Neubau der jetzige Wohnblock Augsburger Straße 10 und 12. Angedacht sind Zweizimmerwohnungen mit 50 Quadratmetern und Dreizimmerwohnungen mit 65 Quadratmetern. Zusätzlich wird es neben Gemeinschaftsräumen in den Obergeschossen eins bis drei auch zwölf pflegenahe Zweizimmerwohnungen mit 50 Quadratmetern geben. 

Bei Bedarf können diese ohne Umzug durch Abtrennung in zwei Pflegezimmer umgewandelt werden, wobei aus der Küche ein Bad wird. Durch diese Möglichkeit könne einer nach dem Einzug eintretende Notwendigkeit zu einer stationären pflegerischen Versorgung entgegen gekommen werden, ohne dass ein erneuter Umzug des Bewohners in ein Pflegeheim nötig wird, erklärte Heimleiter Wolfgang Scupin im Finanzausschuss. 

Großer Bedarf 

Mit dem neuen Gesamtkonzept steht den Senioren laut Heimleiter „vom rüstigen Rentner bis hin zum Demenzkranken“ ein breites Spektrum an Unterbringungmöglichkeiten zur Verfügung. Felix Franke vom Projektmanagement der Hospitalstiftung erklärte im anschließenden Gespräch mit dem Kreisbote, es gebe in Kaufbeuren zu wenig Wohnraum speziell für Senioren und daher einen großen Bedarf – auch und gerade für die Gruppe, die nicht über große finanzielle Mittel verfüge. Dies resultiere schon aus dem historisch gewachsenen Selbstverständnis der Stiftung. 

„Wir achten seit Beginn der Projektplanung besonders auf die Wirtschaftlichkeit, wollen uns auf eine sinnvolle Basisausstattung konzentrieren“, so Franke. Dabei greife man sowohl auf die eigene Erfahrung zurück „was Senioren wirklich wünschen und brauchen“, als auch auf die „enge Verzahnung bei der Projektplanung mit der Bauverwaltung der Stadt“. Einen Zuschuss über rund 174.000 Euro erhält die Hospitalstiftung für das Bauprojekt über eine Modellförderung des Spitzenverbandes der GKV. 

Die Planungen und die Konzeptentwicklung werden voraussichtlich bis ins Jahr 2016 reichen, bevor dann mit dem Abriss eines bestehenden Gebäudes und der Bauphase begonnen werden kann. Der Einzug der Senioren wird wahrscheinlich 2018 erfolgen. Zusammen mit der Bauverwaltung geht die Hospitalstiftung nun in die Entwurfsplanung. Für die Baukosten geht man derzeit von einer Summe zwischen 6,6 und 7,7 Millionen Euro aus. 

Geplant wird aktuell mit vier Etagen. Allerdings könne es sein, so Christian Mandl von der Abteilung Hochbau, dass der Westflügel wegen des denkmalgeschützten Moosmanghauses in direkter Nachbarschaft niedriger ausfalle. Dies werde im Zuge der weiteren Planung noch mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt. 

Oliver Schill (Grüne) regte an, sich der „Stellplatzproblematik“ anzunehmen. Heimleiter Scupin erklärte, er halte die beabsichtigten Stellplätze für ausreichend. Laut Christian Mandl plane man derzeit mit circa 20 Stellplätzen. Auf Vorschlag von Schill könne auch die Integration eines Carsharing-Standorts ins Auge gefasst werden, was der Heimleiter für eine „gute Anregung“ hielt. Der Verwaltungsausschuss beauftragte in seiner Empfehlung die Verwaltung mit der Umsetzung des Konzeptes. 

Parken wichtiges Thema 

Das Thema Parkmöglichkeiten kam auch im Bauausschuss erneut auf. Besprochen wurde hier die Idee, eine Tiefgarage zu schaffen, über die, so Dr. Thomas Jahn (CSU), eventuell auch der Stadtsaal angebunden werden könnte. Baureferent Helge Carl erklärte jedoch, dies sei im Hinblick auf Baukosten und Refinanzierung nicht wirtschaftlich und damit auch nicht sinnvoll. Ralf Baur (SPD) plädierte für einen Architektenwettbewerb, um das passende Büro für die weiteren Planungen zu finden, fand damit aber keine Mehrheit. 

Jahn sprach sich dafür aus, den neuen Gestaltungsbeirat, der bald seine Arbeit aufnehmen soll, in das Projekt mit einzubeziehen. Dies befürwortet auch Oliver Schill (Grüne). Ulrike Seifert (Grüne) setzt bei der weiteren Planung stark auf eine Beteiligung der Senioren in Kaufbeuren. „Dies zum Beispiel über den Seniorenbeirat oder mit einer Beteiligung von Mietinteressenten“, so Seifert in einer anschließenden Presseerklärung. Wichtiger als „noch mehr Autostellplätze“ findet sie eine schöne Gestaltung des Innenhofs und Fahrradstellplätze.

von Michaela Frisch und Martina Staudinger

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