In der südlichen Saliterstraße wird gebaut – Einfachste Zufahrtslösung gewählt

Hotelbau ist beschlossene Sache

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In „traumhafter Lage“ soll östlich der Saliterstraße ein kleines Wohngebiet und dahinter ein Hotelkomplex entstehen.

Marktoberdorf – Noch bietet sich von der Marktoberdorfer "Buchel" ein unverstellter Blick auf idyllische Wiesen und Hügelketten. Idyllisch findet den Platz auch der Investor, der dort, an der Saliterstraße Süd, einen Hotelkomplex sowie ein kleines Wohngebiet bauen will. Der Stadtrat stimmte den Plänen nun zu.

Dass die Anwohner der Saliterstraße Süd sich nur schwer mit einer Hotelanlage vor ihrer Nase abfinden wollen, war dem Stadtrat spätestens seit der Beteiligung der Öffentlichkeit an diesem Plan bekannt. Insbesondere die Zufahrt zu dem exponierten Hanggrundstück hat bislang für viel Kritik gesorgt. Auf Grundlage der Untersuchung mehrerer Erschließungsvarianten durch ein Ingenieurbüro setzte sich der Stadtrat in seiner Sitzung am Montag jedoch über diese Einwände hinweg und beschloss mit einer Gegenstimme die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung der Bebauungspläne Nummer 56 und 61 für ein Wohngebiet – und für das umstrittene „Sondergebiet“. 

Gegen das Wohngebiet sei ja nichts einzuwenden, meinte eine Anwohnerin der Saliterstraße, aber der Bau eines Hotels sei unakzeptabel. Der 24-Stundenbetrieb einer Herberge in dieser Größenordnung stelle inmitten der Wohnhäuser einen erheblichen Störfaktor dar. Im Übrigen sei die „viel zu enge Zufahrt“, insbesondere im Winter, für Busse gänzlich ungeeignet. Schnee und mangels Parkplatz-Alternative vor ihrem Haus abgestellte Fahrzeuge bedeuteten schon jetzt eine Herausforderung bei der Zufahrt. 

Natürlich hatte die Verwaltung auch andere Standorte für das auf breiter Basis als notwendig erachtete Hotel ins Spiel gebracht – aber, so drückte Bürgermeister Werner Himmer es auf Nachfrage von Dr. Andrea Weinhard (FW) aus: die Realisierung eines Hotels stehe und falle mit einem Investor. Das nun zur Entscheidung stehende Grundstück sei der einzige Standort gewesen, der von dieser Seite akzeptiert worden sei. 

Ein Blick von der „Buchel“ auf das Wiesengrundstück in zweiter Reihe hinter einigen Einfamilienhäusern zeigt eine idyllische Lage und gewährt eine einmalige Aussicht auf den Auerberg und die Alpenkette. Deshalb gelte es das Hotel natürlich so zu planen, dass es sich nicht störend auf das Landschaftsbild auswirke, erklärte Planer Hubert Sieber vom gleichnamigen Ingenieurbüro. Deshalb müsse auch in Kauf genommen werden, dass hohe Bäume die Aussicht teilweise einschränken. 

Gegen das Vorhaben – allerdings ausschließlich aus verkehrstechnischer Sicht – sprach sich nur Franz Barnsteiner (FW) aus, der die Zufahrt „für moderne dreiachsige Busse als nicht geeignet“ einstufte. Dabei stellt die kurze Erschließungsstraße durch eine Baulücke nicht nur die billigste, sondern auch die einfachste Lösung dar. Alle übrigen untersuchten Alternativen würden demnach entweder erhebliche Erdbewegungen erfordern oder seien auf Grund der Steigung kaum realisierbar, erklärte Bauingenieur Harald Widler den Stadträten. Eine direkte Zufahrt von der B16 aus würde am Einspruch durch das staatliche Bauamt scheitern, führte Widler weiter aus. Mit Blick auf die wenig großzügigen Zufahrtsverhältnisse brachte Andreas Wachter (CSU) einen Ein- bahnstraßenring ins Spiel. Diese Idee sei jedoch, so erklärte Sieber gegenüber dem Gremium, bereits im Vorentwurf berücksichtigt worden. von Klaus Bauer

Info-Veranstaltung am 1. Juli

Um die Marktoberdorfer intensiv und frühzeitig in das oben genannte Vorhaben mit einzubeziehen, findet am Montag, den 1. Juli um 18 Uhr im Landratsamt Ostallgäu, Schwabenstraße 11, Marktoberdorf, ein öffentlicher Infoabend zur geplanten Bebauung in der Saliterstraße Süd statt. Wie die Behörde mitteilt, wird der Vor- entwurf zur Bebauung des Plangebiets und die Ergebnisse der bei der Anliegerversammlung geforderten Überprüfungen präsentiert sowie der weitere Verlauf vorgestellt und Fragen beantwortet.

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